Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kann mein Bruder nach dem Tode meiner Mutter Plichtteilergänzungsanspruch geltend machen?


| 28.06.2007 17:21 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren

Folgender Sachverhalt:

Meine Eltern kauften 1960 zusammen ein Haus,wir sind 3 Geschwister,mein Vater verstarb 1985

Es gibt keinen Kontakt zu meinen beiden Geschwistern,die sich nach dem Tode meines Vaters auch nicht um unsere Mutter kümmerten.Da ich sie seitdem betreue überschrieb sie mir das Haus.Da die Betreuung aufgrund der Entfernung für mich recht schwierig geworden ist,ist nun meine Überlegung dort anzubauen und einzuziehen,was auch im Sinne meiner Mutter wäre.

Mit einem Geschwisterteil konnte ich eine Einigung erzielen,mein Bruder lehnt dies jedoch kategorisch ab.

Folgende Frage:
Kann mein Bruder nach dem Tode meiner Mutter über dem eigentlichen Plichtteilanspruch hinaus eventuell noch einen Plichtteilergänzungsanspruch geltend machen?wenn ja wie sieht dies konkret aus?

Oder ist es rechtlich möglich diesen Anbau/Neubau,der von mir voll finanziert wird rauszurechnen?

Für eine hilfreiche Antwort bedanke ich mich im voraus.
28.06.2007 | 18:29

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich unterstelle meiner Antwort, dass Ihre Mutter und Ihr Vater kein gemeinschaftliches Testament erstellt haben oder einen Erbvertrag geschlossen haben, wonach Ihre Mutter nun an die getroffenen Verfügungen gebunden ist.

1.Ihr Mutter kann über ihr Vermögen verfügen, wie sie es möchte. Sie kann das Haus wirksam auf Sie überschreiben. Da Ihnen das Haus nun gehört, können Sie es umbauen oder sonstige Maßnahmen ergreifen, wie Sie es für richtig halten. Die „Erlaubnis“ Ihrer Geschwister benötigen Sie nicht.
2.Sollte Ihre Mutter sterben, erhalten Ihre Geschwister entweder einen Erbteil oder, falls sie enterbt wurden, ihren Pflichtteil. Dieser Pflichtteil kann sich erhöhen, wenn das Haus wertmäßig zum Nachlass dazu gezählt wird. Das ist nur der Fall, wenn die Schenkung nicht länger als 10 Jahre vor dem Tod der Mutter erfolgt ist. In diesem Fall ist das Haus mit dem Wert anzurechnen, den es zum Zeitpunkt des Todes hat. Ist dieser Wert höher als der Wert zum Zeitpunkt der Schenkung, ist der niedrigere Wert maßgeblich (Niedestwertprinzip, § 2325 Abs. 2 BGB. Ein Anbau wird also nicht in der Erbschaft Einfluss finden.
3. Ist diese 10 Jahresfrist seit der Schenkung bereits abgelaufen, bleibt das Geschenk unbeachtlich für die Pflichtteilsansprüche.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 28.06.2007 | 18:52

Vielen Dank für Ihre Antwort
Eine Nachfrage hätte ich noch:
Wie von mir beschrieben habe ich mich mit einem Geschwisterteil geeinigt.Mein Bruder hat Kenntnis vom Todeszeitpunkt meines Vaters,somit währe doch der 1/6 Pflichteilsanspruch verjährt.

Welcher Anspruch besteht hier noch?1/6 von meiner Mutter?

Danke für Ihre Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.06.2007 | 19:57

Der Pflichtteilsanspruch verjährt 3 Jahre ab Kenntnis des Todes UND ab Kenntnis des Bruders, dass er enterbt wurde. Hatte er davon keine Kenntnis, verjährt sein Pflichtteilsanspruch nach dem Vater in 30 Jahren, § 2332 BGB.

Ist der Anspruch nach dem Vater bereits verjährt, steht ihm noch 1/6 aus dem Nachlass der Mutter zu, wenn diese ihn ebenfalls enterbt und neben Ihnen und Ihren beiden Brüdern keine weiteren Pflichtteilsberechtigte vorhanden sind (z.B. ein neuer Ehemann).

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war sehr hilfreich,Danke "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Nina Marx »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Die Antwort war sehr hilfreich,Danke


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht