Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kann ich trotz Heirat alleiniges Sorgerecht behalten?

26.05.2011 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor Geburt unseres unehelichen Kindes machten mein Lebenspartner und ich eine Vaterschaftsanerkennung und legten das gemeinsame Sorgerecht beim Jugendamt fest. Schon einige Monate nach Geburt unseres Kindes stellten wir fest, dass sich das gemeinsame Sorgerecht für uns in administrativen Dingen schwierig gestaltete, da mein Lebenspartner (deutscher Staatsbürger) im Ausland arbeitet und gemeldet ist, das Kind von mir aber alleine in Deutschland betreut wird. Deshalb stellten wir beim Familiengericht einen Antrag die alleinige Sorge wieder auf mich (Mutter) zu übertragen, was dann auch richterlich so festgelegt wurde. Nun meine Frage, falls mein Lebensgefährte und ich nun heiraten würden, gäbe es eine Möglichkeit, dass ich dennoch das alleinige Sorgerecht für unser Kind behalten könnte? Und/oder falls nicht, gibt es wenigstens eine Möglichkeit, im Falle einer späteren Scheidung schon vorher durch Ehevertrag/Notar festzulegen, dass das Sorgerecht wieder auf mich alleine übergeht?
Vielen Dank für eine schnelle und kompetente Antwort!
MfG

26.05.2011 | 16:30

Antwort

von


(458)
Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne darf ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann eine einmal getroffene gerichtliche Sorgerechtsentscheidung nach § 1696 BGB nur dann abgeändert werden, wenn es aus triftigen, das Wohl des Kindes nachhaltig berührende Umständen, angezeigt ist.

Da der Maßstab somit allein das Wohl des Kindes ist, stellt die Heirat Ihres Lebenspartners für sich genommen noch keinen Grund dafür dar, die einmal getroffene Sorgerechtsentscheidung zu ändern. Auch führt sie nicht automatisch zum gemeinsamen Sorgerecht.

Im Übrigen kann eine rechtlich verbindliche Sorgerechtsregelung nur durch das Gericht und nicht durch die Eltern getroffen werden. Sie können daher außergerichtlich keine verbindliche Regelung hinsichtlich des Sorgerechts im Falle einer Scheidung treffen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Vogt

Rückfrage vom Fragesteller 01.06.2011 | 14:39

Sehr geehrter Herr Vogt,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort.
Habe ich sie richtig verstanden, dass bei einer Heirat zwischen meinem Lebensgefährten und mir das Sorgerecht nicht automatisch wieder auf uns beide übertragen werden würde, sondern die richterliche Entscheidung für mein alleiniges Sorgerecht weiter Bestand hätte? Denn so weit ich weiss geht bei einer Heirat das Sorgerecht des vorher unehelichen Kindes doch direkt immer automatisch in ein gemeinsames über. Bliebe aber in meinem Fall die vorherige richterliche Entscheidung weiter gültig? Muss man diesen Punkt vorher mit dem Standesbeamten klären?
Vielen Dank für ihre Antwort!
MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.06.2011 | 13:31

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne darf ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Ob durch eine Heirat der leiblichen Eltern die gemeinsame elterliche Sorge begründet wird, wenn zuvor eine anderslautende gerichtliche Entscheidung ergangen ist, hängt zunächst einmal davon ab, welche Art von Entscheidung das Gericht zuvor getroffen hat. Wurde eine "Kindeswohlentscheidung" nach § 1666 BGB getroffen, so bleibt diese weiterhin gültig. Wurde jedoch, wie in Ihrem Fall, eine Entscheidung aufgrund des Antrags beider Eltern getroffen, so lebt die gemeinsame Sorge durch eine Heirat wieder auf, § 1626b BGB .(OLG Düsseldorf, 03.09.2009, II-8 WF 89/09 ) Demnach muss ich meine Antwort dahingehend korrigieren, dass in Ihrem Fall das gemeinsame Sorgerecht mit der Heirat automatisch wieder auflebt.

Ich bedauere, dass ich Ihnen keine günstigere Antwort geben kann.

Mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

ANTWORT VON

(458)

Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Sozialrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89454 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Fragen wurden alle sehr schnell geklärt, ich danke vielmals für die schnelle und unkomplizierte Hilfe! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich wurde von Herrn Hauke Hagena (Rechtsanwalt / Steuerberater) äußerst kompetent beraten. Die rasche, ausführliche und gut verständliche Antwort hat mir in meiner Situation weitergeholfen. Ich bin sehr zufrieden und kann diesem ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr zügige und verständliche Beantwortung meiner Fragen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER