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Kann ich einen Maklerauftrag kündigen?

| 01.06.2013 11:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Nadiraschwili, LL.M.


Zusammenfassung: Vorzeitige Kündigung eines Makleralleinauftrags.

Ich habe einen qualifizierten Makleralleinauftrag abgeschlossen (Wortlaut habe ich eingefügt). Gerne würde ich den Vertrag mit sofortiger Wirkung kündigen oder wenigstens kurzfristiger als angegeben und/oder die Möglichkeit haben, auch selbst Inserate zu schalten. Was kann ich da tun? Mit einer Erstattung der Ausgaben hätte ich kein Problem.
Grund: Kunden werden abgewiesen und/oder nicht für ernsthaft erachtet seitens des Maklers, er lässt sich verleugnen, meldet sich nicht, gibt keine Info über den "Stand der Dinge", reagiert nicht auf mail oder Anschreiben. Gespräch nur möglich, wenn ich ihn zufällig in seinem Büro "überrasche".

Zitat:
Makleralleinauftrag


§1
Gestrichen
(dieser Punkt hätte eine Provisionszahlung usw. betroffen - wurde durchgestrichen)
§2
Der Auftraggeber übergibt dem Makler die für die Bearbeitung des Auftrages notwendigen Unterlagen….Der Auftraggeber bevollmächtigt den Makler zur Einsicht in das Grundbuch, die Grundakten….
Angaben des Maklers über ein Kaufinteresse, das dem Auftraggeber bereits zuvor bekannt ist, wird dieser ausdrücklich zurückweisen und mitteilen, wann und in welcher Weise er seine Vorkenntnisse erlangt hat.
Dem Auftraggeber obliegt es, vor Abschluss des erstrebten Hauptvertrages beim Makler anzufragen, ob dieser ihm die Gelegenheit zum Vertragsabschluss nachgewiesen oder vermittelt hat. Unterlässt er dies, kann er dem Makler nicht entgegen halten, dass er von der Tätigkeit des Maklers keine oder nicht rechtzeitige Kenntnis gehabt habe.
Unabhängig von dem Nachweis und/oder der Vermittlung des Vertragsabschlusses wird der Auftraggeber den Makler unverzüglich vom Abschluss des Hauptvertrages unterrichten und ihm auf Anforderung eine beglaubigte Abschrift vorlegen. Ist mehr als ein Jahr seit Beginn dieses Auftrages verstrichen, gilt dies nur bei berechtigtem Interesse des Maklers.
Der Auftraggeber ist nicht befugt, im Zusammenhang mit dem Auftrag erlangte Kenntnisse, insbesondere Angaben über ihm bekannte Kaufinteressenten oder Verkaufsinteressenten an Dritte weiterzugeben. Kommt aufgrund unbefugt weitergegebener Informationen ein Hauptvertrag zustande, erhält der Makler eine Schadenspauschale der vereinbarten Provision.
Dieser Vertrag ist ein Makleralleinauftrag. Für die Beauftragung eines weiteren Maklers ist in jedem Falle die Genehmigung des ersten Maklers vonnöten. Geschieht dies ohne Zustimmung des ersten Maklers ist eine Schadenpauschale in Höhe der vereinbarten Provision fällig.
Es ist ein Ersatz der Aufwendungen für den Fall vereinbart, dass der Auftraggeber seine Verkaufsabsicht während der Vertragslaufzeit aufgibt, selbst verkauft oder während der Laufzeit dieses Vertrages andere Makler beauftragt, oder private/behördliche Genehmigungen nicht erteilt werden, oder der Auftraggeber den Verkauf erschwert… .Für die Berechnung sind die tatsächlichen Kosten maßgebend. Als Nachweis gilt die interne Kostenerfassung des Maklers.
§ 3
Der Makler verpflichtet sich, sofort im Interesse des Auftraggebers tätig zu werden, in der Erfüllung des Auftrages bemüht zu sein und alle sich ergebenden Abschlussmöglichkeiten zu sondieren. Er hat den Auftraggeber über alle Umstände zu informieren, die für eine Verkaufsentscheidung von Bedeutung sein können. Besondere Nachforschungen sind durch den Makler jedoch nicht anzustellen.
Bei der Durchführung des Auftrages beachtet der Makler die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns. Er verpflichtet sich zu strenger Unparteilichkeit und Vertraulichkeit.
Der Makler ist befugt, das Verkaufsobjekt allein und mit Interessenten zu besichtigen.
Er ist berechtigt, sich bei der Durchführung des Auftrages anderer Makler zu bedienen….
Er darf auch für den Käufer entgeltlich tätig werden.
Der Auftrag beginnt ab heute (1.10.2012) und ist bis 30.6.2013 erteilt. Er länger sich jeweils bis zum Jahresende wenn er nicht vor Ablauf von einer Seite, unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist von 3 Monaten, schriftlich gekündigt wird.
Änderungen dieses Vertrages sowie Nebenabreden bedürfen zu Ihrer Wirksamkeit in jedem Fall der Schriftform. Dies gilt auch für eine Änderung der Schriftformklausel.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ihren Schilderungen zu Folge scheint der Makler seine Pflichten aus dem Maklervertrag eindeutig verletzt zu haben. Dies ist nach der Rechtsprechung des BGH der Fall, wenn der Makler untätig geblieben ist oder seine Verkaufsbemühungen vernachlässigt und dadurch die Interessen des Auftraggebers so sehr gefährdet hat, daß diesem die weitere Bindung an den Alleinauftrag nicht zuzumuten ist.

Derartige Umstände rechtfertigen nach BGH Rechtsprechung eine vorzeitige Kündigung des Alleinauftrages aus wichtigem Grund (BGH NJW 1969, 1626).

Sie sollten die fristlose außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund schriftlich mit Einschreiben gegen Rückschein gegenüber dem Makler erklären und sind ab Zugang sind Sie nicht mehr an den Vertrag gebunden. Unter Umständen müssen Sie dem Makler Ersatz für bisherige Aufwendungen leisten, aber nur wenn dieser tatsächlich welche gehabt hat und diese nachweisen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Nadiraschwili, Rechtsanwaltt

Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2013 | 12:23

Ich denke ich müsste das mit Fakten belegen können, dass er Kunden ablehnt...das kann ich nicht...
Steht noch die Frage: Kann ich bei diesem Vertrag auch alleine Kunden aktiv suchen?
Danke!!!! Vielmals!!!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.06.2013 | 12:38

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wir folgt:

Sie als Auftraggeber können bei einem Alleinauftrag ohne weiteres ein Eigengeschäft tätigen, ohne gegenüber dem Makler eine Provision zahlen zu müssen.

Einen qualifizierten Auftrag des Inhalts, dass Sie zu einem Abschluss von Eigengeschäften nicht befugt seien, kann ich den oben genannten Vertragsbedingungen nicht entnehmen.

Daher ist im Zweifel von einem Alleinauftrag auszugehen, so dass Sie ein Eigengeschäft mit einem Kaufinteressenten abschließen können.

Sie sind dann aber wie auch bei der Kündigung gem. § 2

"Es ist ein Ersatz der Aufwendungen für den Fall vereinbart, dass der Auftraggeber seine Verkaufsabsicht während der Vertragslaufzeit aufgibt, selbst verkauft oder während der Laufzeit dieses Vertrages andere Makler beauftragt, oder private/behördliche Genehmigungen nicht erteilt werden, oder der Auftraggeber den Verkauf erschwert… .Für die Berechnung sind die tatsächlichen Kosten maßgebend. Als Nachweis gilt die interne Kostenerfassung des Maklers."

zum Ersatz eventueller Aufwendungen gegenüber dem Makler verpflichtet. Diese müssten vom Makler nachgewiesen werden. Sie dürfen natürlich nicht das Objekt an Interessenten, die der Makler bereits befunden hat "am Makler vorbei", verkaufen.

Richtig ist, dass für die Kündigung von Ihnen Nachweise gebracht werden müssten, die eine Pflichtverletzung seitens des Maklers belegen können.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Nadiraschwili
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.06.2013 | 14:15

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