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Kann ich doppelte Haushaltsführung geltend machen ??

02.09.2009 10:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich hoffe, Sie können meine Frage beantworten. Es würde mir sehr weiterhelfen.

ich wohne in Erding ( jetzt Hauptwohnsitz) , habe dort ein Appartment und fahre jeden Tag 34 km einfach nach München zur Arbeit. Vor etwa einem Jahr habe ich meinen Freund kennengelernt. Er wohnt in Neumünster , 70 km nördlich von Hamburg.

Da er der Mittelpunkt meines Lebens darstellt, habe ich versucht in Neumünster und Umgebung einen vergleichbaren Job zu finden. Leider bekomme ich nicht mal annähernd soviel Gehalt geboten, wie jetzt.

Ich möchte gerne meinen Hauptwohnsitz nach Neumünster verlegen ( Wohnung von meinem Freund 80qm mit Garten ), meine jetziges Appartment ( 39qm mit 540 EUR Warmmiete ) als Zweitwohnsitz ummelden und doppelte Haushaltsführung beantragen. So können wir wenigsten erst einmal eine "Pendlerbeziehung" führen, in der ich mindestens 2 mal im Monat meinen LebensPartner sehen kann. Momentan ist das nicht möglich, da die Fahrtkosten immens hoch sind, und unsere Beziehung leidet sehr darunter.

Können Sie mir hier weiterhelfen , und was für eine Höhe an Freibetrag pro Jahr kann ich auf der Lohnsterukarte eintragen lassen?

Und vor allen Dingen, gilt das nur für verheiratete Paare oder auch für unverheiratete???

Lieben Dank im voraus für Ihre Hilfe









02.09.2009 | 12:13

Antwort

von


(30)
Am Winterhafen 3a
28217 Bremen
Tel: +49 421 4089 80 0
Web: http://www.mwd-beratung.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sie sprechen eine aktuelle Äderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung an. Bis vor einigen Monaten wurden Mehraufwendungen wegen Doppelter Haushaltsführung nur anerkannt, wenn eine Zweitwohnung näher am Beschäftigungsort eingerichtet wurde.

Im März 2009 änderte der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung (BFH Urteil vom 05.03.2009 - VI R 23/07 ) und lässt seitdem auch in sog. "Wegverlegungsfällen" den Abzug von Kosten einer doppelten Haushaltsführung zu.

Demnach liegt eine beruflich begründete doppelte Haushaltsführung vor, wenn aus beruflicher Veranlassung zu einer Wohnung am Beschäftigungsort ein zweiter Wohnsitz zum Haushalt des Steuerpflichtigen hinzutritt.

Die Errichtung des Zweithaushalts am Beschäftigungsort nach der Wegverlegung des Haupthausstands kann unabhängig davon veranlasst sein, ob dieser Zweithaushalt in einer neuen Wohnung oder in der bisherigen, ehemals dem eigenen Hausstand beherbergenden Wohnung begründet wird.

Voraussetzung für die von Ihnen angestrebte Geltendmachung der Mehraufwendungen ist, dass anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls festzustellen ist, ob die außerhalb des Beschäftigungsorts belegene Wohnung als Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers anzusehen ist und deshalb seinen Hausstand darstellt (vgl. BFH - Urteil v. 14.10.2004 VI R 82/02 ).

Bei unverheirateten Arbeitnehmern spricht laut ständiger Rechtsprechung umso mehr dafür, dass die eigentliche Haushaltsführung und damit der Lebensmittelpunkt am Beschäftigungsort liegen, je länger die Auswärtstätigkeit dauert. Indizien für die Lage des Lebensmittelpunktes können außerdem sein, wie beide Wohnungen ausgestattet sind, wie lange der Arbeitnehmer sich wo aufhält und insbesondere zu welchem Wohnort die engeren persönlichen Beziehungen bestehen (vgl. BFH - Urteil in BFHE 218 380 ).

Ob Ihre Mehraufwendungen im Rahmen der einkommensteuerlichen Veranlagung anerkannt werden, lässt sich nicht abschließend beurteilen.

Grundsätzlich ist die Möglichkeit jedoch gegeben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die recht komplexe Materie verständlich erläutern.

Selbstverständlich beraten wir Sie auch gerne laufend steuerlich.


Rechtsanwalt Florian Würzburg

ANTWORT VON

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