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Kann ich das alleinige Sorgerecht beantragen, weil Verhältnis zum Vater gestört?

13.10.2008 15:04 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Mein Ex-Mann und ich sind seit über drei Jahren getrennt und seit über einem Jahr geschieden. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Mein Ex-Mann und unser gemeinsamer Sohn (5 Jahre alt) haben ein sehr schwieriges Verhältnis. Seit über zwei Jahren kommt es immer wieder zum Eklat und unser Sohn verweigert die Besuche beim Vater. Bereits zum zweiten Mal findet kein Umgang statt und das Jugendamt ist eingeschaltet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Jugendamt aus den Reaktionen unseres Sohnes erkannt hat, dass das Verhältnis zwischen Vater und Sohn gestört ist. Momentan ist unser Sohn bei einem Psychologen, um die Ursachen zu ergründen.
Diese Streitigkeiten über zwei Jahre hinweg haben inzwischen leider bewirkt, dass mein Ex und ich überhaupt nicht mehr miteinandern reden können. Mein Ex-Mann verweigert das Gespräch mit mir und hat gegenüber dem Jugendamt dies auch klar zum Ausdruck gebracht. Er sieht "das Verschulden" der Situation allein bei mir und kämpft letzten Endes einen Kampf gegen mich.
Ich habe nun große Bedenken, dass mein Ex-Mann mir Steine in den Weg legen wird, sobald er dazu die Gelegenheit erhält.
Daher meine Frage: wann habe ich die Möglichkeit, das alleinige Sorgerecht zu beantragen?
Ich weiß, dass der Umgang davon nicht beeinflusst wird. (Die Klärung dieses Punktes ist in meinen Augen beim Jugendamt momentan auch sehr gut aufgehoben) Mir geht es nur darum, möglichst unbelastet und unbefangen Entscheidungen treffen zu können, ohne die Unterschrift des Vaters beschaffen zu müssen.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Das alleinige Sorgerecht ist beim Familiengericht zu beantragen. Es besteht hierbei kein Anwaltszwang.

Das Gericht hat Ihrem Antrag stattzugeben, falls der andere Elternteil dem Antrag zustimmt. Stimmt der andere Elternteil nicht zu, hat das Gericht unter Mitwirkung des Jugendamtes die Frage zu klären, ob das alleinige Sorgerecht die beste Lösung für das Kind darstellt.

Hierbei gilt der Grundsatz, dass das Sorgerecht grundsätzlich beiden Elternteilen zustehen sollte. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu einem alleinigen Sorgerecht nur eines Elternteils. Voraussetzung dafür ist aber, dass von Seiten des Antragstellers nachgewiesen werden kann, dass Anstrengungen für eine gemeinsame Wahrnehmung der Elternverantwortung erfolglos geblieben sind und wahrscheinlich auch zukünftig erfolglos bleiben werden. Die Rspr. geht davon aus, dass allein ein zerstörtes Verhältnis zwischen den Eltern nicht ausrecht. Denn grds. könne der Elternteil, bei dem sich das gemeinsame Kind gewöhnlich aufhalte, auch ohne eine Sorgerechtsänderung in allen Angelegenheiten des täglichen Lebens anfallende Entscheidungen alleine ohne Beteiligung des anderen Elternteils treffen. Wer das alleinige Sorgerecht für sich beantrage, müsse konkret darlegen, dass, wann, bei welchem Anlass und auf welche Weise Bemühungen um eine gemeinsame Elternentscheidung stattgefunden hätten und diese Bemühungen an der Verweigerungshaltung des anderen Elternteils gescheitert seien.

Im Ergebnis müssten Sie also darlegen können, dass das alleinige Sorgerecht für Ihren Sohn besser ist. In einem solchen Verfahren findet auch der Wille des Kindes Berücksichtigung. Hierbei gilt jedoch, dass diesem Willen ein um so stärkeres Gewicht beigemessen wird, je älter ein Kind ist.

Auch wenn ein solches Verfahren ohne Anwalt geführt werden kann, kann ich Ihnen nur dringend empfehlen sich anwaltlich vertreten zu lassen. Bevor Sie jedoch einen Anwalt beauftragen ist es sinnvoll, den zuständigen Sachbearbeiter des Jugendamts nach seiner Meinung zu fragen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

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