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Kann ich Vater für Studium unterhaltspflichtig machen?

28.08.2008 20:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Bastian


Guten Tag liebe Anwälte,

ich bin 20 Jahre alt und mache zur Zeit noch eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Ich überlege nach meiner Ausbildung, die im Januar 2009 abgeschlossen sein wird, ein halbes Jahr im Ausland zu verbringen und anschließend dann zu studieren. Ich habe im Internet bereits einen Bafög-Check gemacht und bin leider nicht Bafög-berechtigt, meine Eltern müssen somit für meinen Unterhalt aufkommen. Zu meiner Familiensituation: Ich lebe zusammen mit meiner Mutter in einer Eigentumswohnung, meine Eltern sind geschieden und mein Vater ist neu verheiratet. Meine Mutter wird dieses Jahr 54 Jahre und hat in etwa ein monatliches Einkommen von 1000€, das Einkommen von meinem Vater kann ich nicht genau beziffern, meine Mutter und ich schätzen es jedoch auf ca. 2400€ ein, er befindet sich in passiver Altersteilzeit und ist 58 Jahre.
Nun zu meiner Frage: Um mein Studium irgendwie finanzieren zu können, könnte ich meinen Vater unterhaltspflichtig machen? Ich habe in der Düsseldorfer Tabelle nachgelesen, dass ich einen Anspruch auf 470€ hätte. Da das Verhältnis zu meinem Vater mehr als schlecht ist, bzw. eigentlich gar nicht mehr besteht, würde ich gerne den juristischen Weg gehen. Ist dies Erfolgsversprechend?

Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Ob Sie auch während Ihres Studiums einen Anspruch auf Unterhalt haben, wird entscheidend davon abhängen, ob dieses Studium im sachlichen Zusammenhang mit Ihrer jetzigen Ausbildung steht und welche Gründe es für diese Zweitausbildung gibt. Grund hierfür ist, dass nach § 1610 Abs.2 BGB der Unterhaltsanspruch des Kindes grundsätzlich lediglich Kosten einer Berufsausbildung umfasst. Dieser Anspruch ist somit durch Abschluss der Berufsausbildung bereits erfüllt.

Sofern das Studium eine ganz andere Fachrichtung betrifft, würde der sachliche Zusammenhang fehlen und ein weiterer Unterhaltsanspruch nur bestehen, wenn evtl. gesundheitliche Gründe die Zweitausbildung erforderlich machen oder die Erstausbildung auf einer deutlichen Fehleinschätzung Ihrer Begabungen beruhte.

Zudem ist darauf zu achten, dass auch der zeitliche Zusammenhang gewahrt ist. Das Studium sollte daher unverzüglich nach der Berufsausbildung erfolgen, damit die zeitliche Verzögerung Ihrer Ausbildungsphase vermieden wird. Ein halbes Jahr Auslandsaufenthalt dürfte jedoch noch nicht schädlich sein, wobei es hier evtl. auch darauf ankommt, ob direkt im Anschluss mit dem Studium begonnen werden kann oder ob durch den Auslandsaufenthalt gerade Anmeldefristen etc. verpasst wurden, welche zu einem verspäteten Beginn führen.

Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass sich Ihr Unterhaltsbedarf auf EUR 470,00 bemisst, sofern von einem monatlichen Nettoeinkommen von EUR 2.400,00 ausgegangen wird. Anzurechnen ist jedoch das volle Kindergeld in Höhe von EUR 154,00. Es verbleibt damit lediglich ein Unterhaltsanspruch in Höhe von EUR 316,00.


Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.



Mit freundlichen Grüßen

Doreen Krüger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 28.08.2008 | 22:21

Hallo Frau Krüger,

bei meinem angepeilten Studiengang handelt es sich nicht zwingend um einen sachlichen Zusammenhang. Es wird wohl auf den Studiengang Sportmanagement hinauslaufen, was ja auch im weitesten Sinne mit etwas Kaufmännischem im Zusammenhang steht, eine deutliche Fehleinschätzung bzgl. meines Ausbildungsberufes liegt nicht vor, jedoch habe ich gemerkt, dass dieser Beruf einfach absolut nichts für mich ist. Doch dies muss dann wahrscheinlich von der zuständigen Behörde beurteilt werden.
Ich habe meine Ausbildung am 15.08.2006 begonnen, für diesen Monat wurden meiner Mutter noch 200€ für mich als Unterhalt gezahlt, für die darauf folgende Zeit wurden die Zahlungen jedoch komplett eingestellt wodurch der Anspruch für Unterhalt während einer Berufsausbildung - so wie ich es nun verstanden habe - nicht erfüllt wurde und nun evtl. für das Studium genutzt werden kann? Ich würde mein Studium dann unverzüglich nach dem Auslandsaufenthalt wahrnehmen und würde dafür sorgen dass alle Fristen eingehalten werden.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2008 | 09:49

Sehr geehrter Fragesteller,

hat ein Kind eine seinen Anlagen entsprechende Ausbildung erhalten, kann er von seinen Eltern nicht deshalb die Kosten einer weiteren Ausbildung verlangen, weil die Eltern für die erste Ausbildung keine finanziellen Beiträge geleistet haben. Die Verpflichtung zur Gewährung von Ausbildungsunterhalt ist deshalb grundsätzlich unabhängig von der Höhe der Kosten einer vorangegangenen Ausbildung.

Auf der anderen Seite haben Sie in der Vergangenheit Ihren Vater von Zahlungen freigehalten bzw. waren aufgrund der eigenen Ausbildungsvergütung gar nicht unterhaltsbedürftig. Dies spricht gegen die Annahme eines grobes Verschulden Ihrerseits, bei der Fehleinschätzung Ihrer Neigungen. Insofern könnte auch von einem weiteren Unterhaltsanspruch ausgegangen werden.

Da meines Erachtens ein sachlicher Zusammenhang zwischen den beiden Ausbildungen nicht gegeben ist, ist nicht eindeutig, ob weiterhin ein Unterhaltsanspruch besteht. Grundsätzlich hat der Richter, wenn es zum Rechtsstreit kommt, einen Entscheidungsspielraum, so dass eine abschließende Antwort auf die Frage, ob Sie einen weiteren Unterhaltsanspruch haben, hier nicht erfolgen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Doreen Krüger
Rechtsanwältin


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