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Kann ich DHL auf Schadenersatz verklagen?


| 02.01.2015 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Beinhaltet der Auftrag mit einem Transportunternehmen, dass eine bestimmte Sendung bis zu einem bestimmten Termin zugestellt wird, haftet dieses dem Kunden für den Schaden, der ihm durch die verspätete Zustellung entsteht. Soweit das HGB greift, verjähren die Ansprüche in einem Jahr, § 439 HGB.


Hallo,

Im Zusammenhang mit der Rückforderung von Gebühren auf Darlehensverträge habe ich per DHL Express, (Lieferung vor 10.00) am 30.12.2014 um 11.48 Uhr einen Brief an die Bank sowie einen Brief an den entsprechenden Bankenverband (Schlichtungsstelle) zur Hemmung der Verjährung aufgegeben. Parallel habe ich das Schreiben bereits am 29.12. per Mail an die Schlichtungsstelle geschickt. Von beiden habe ich eine Empfangsbestätigung per Mail erhalten.

Laut Sendungsverfolgung waren die Briefe am 31.12. um 05.36 bzw. 04.31 am Zustellstandort - und da lagen sie dann... - und wurden erst heute um 8.32 bzw.9.44 Uhr ausgeliefert.

Ich gehe nämlich davon aus, dass die Bank sich nunmehr auf Verjährung beruft.
Das Porto werde ich wohl wieder zurückerstattet bekommen, aber die entgangene Rückzahlung der Gebühr?

Meine Fragen:
1) Liegt hier nicht grobe Fahrlässigkeit vor, die einen Schadenersatz rechtfertigt.
2) Wie soll ich mich verhalten?

Ich bitte erst mal um eine grundsätzliche Antwort. Vor allem, ob die DHL überhaupt schadenersatzpflichtig ist, interessiert mich.

Vielen Dank für die Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

soweit Ihnen zugesagt wurde, dass die Lieferung auch am 31.12.2014 bis 10 Uhr erfolgt, liegt eine Vertragsverletzung vor, so dass Sie unabhängig von der Frage, ob grobe Fahrlässigkeit seitens DHL gegeben ist, Schadenersatzverlangen können.

Soweit die Erhebung der Bearbeitungsgebühren in den jeweiligen Vertragen unwirksam war, da die Klausel gemäß § 307 BGB verstieß, und der rechtzeitige Eingang Ihrer Schreiben bei der Bank bzw. der Schlichtungstelle im Original zum Zwecke der Unterbrechung der Verjährung notwendig war, können Sie DHL belangen, wenn sich die Bank nunmehr auf Verjährung beruft. Es ist aber denkbar, dass in den AGB von DHL die Höhe des Schadenersatzes bei verspäteter Lieferung auf einen bestimmten Betrag begrenzt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 02.01.2015 | 18:19

Vielen Dank für die Antwort. Bezüglich meiner Frage, wie ich mich verhalten soll, bitte ich noch um einen Hinweis:

Soll ich prophylaktisch DHL anschreiben und den etwaigen Schaden gelten machen oder warten, bis die Bank sich gemeldet hat?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.01.2015 | 18:40

Sehr geehrter Fragesteller,

schaden kann ein solches prophylaktisches Schreiben nicht, daher sollten Sie dies tun. Wie erläutert spricht aber ohne Durchsicht der Unterlagen einiges dafür, dass Sie DHL binnen Jahresfrist verklagen müssen, soweit keine freiwillige Zahlung erfolgt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler


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Bewertung des Fragestellers 02.01.2015 | 18:50


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