Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kann ein Gläubiger einen Antrag auf Privatinsolvenz für einen Schuldner stellen?

| 15.06.2013 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Zusammenfassung: Voraussetzungen für den Gläubigerantrag auf Insolvenzeröffnung nach § 14 InsO

Ein Schuldner hat bei mir eine nicht unwesentliche Summe in der Kreide stehen. Rückzahlungen darauf wurden vor knapp zwei Jahren eingestellt, obwohl ein guter Verdienst besteht. Pfändungen schlagen fehl, eine EV ist abgelegt, belasteter Grundbesitz ist jedoch vorhanden.
Vor einem halben Jahr habe ich den Schuldner informiert, dass meine Geduld am Ende ist. Daraufhin wurde auf eine Kanzlei verwiesen, die die Schulden regulieren soll. Leider meldet sich diese nach Mitteilung meiner Forderungen seit über vier Monaten nicht; Rückfragen werden nicht beantwortet.
Die Möglichkeit besteht, dass ich selbst einen Insolvenzantrag für meinen Schuldner stelle. Wie funktioniert das in diesem Fall und was ist dabei zu beachten?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Als Gläubiger sind Sie berechtigt, selbst einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners zu stellen. Hierfür müssen Sie gem. § 14 Abs. 1 InsO eine Forderung gegen den Schuldner und den Eröffnungsgrund der Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO) glaubhaft machen, damit das Insolvenzgericht den Antrag zulässt und in die Hauptprüfung eintritt. Die Vorlage des vorhandenen Titels über die Forderung gegen Ihren Schuldner sowie die Erklärung, dass wegen der titulierten Forderung Insolvenzantrag gestellt wird, reicht zur Glaubhaftmachung der Forderung aus. Weiterhin werden Sie mit dem Nachweis über einen fruchtlosen Vollstreckungsversuch in das Vermögen des Schuldners, also dem Vollstreckungprotokoll, die Zahlungsunfähigkeit begründen können. Erforderlich ist zudem das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses für den Antrag. Dieses fehlt, wenn mit dem Gläubigerantrag insolvenzfremde Zwecke verfolgt werden, was in Ihrem Fall jedoch nicht zu bejahen sein wird. Der Antrag ist bei dem zuständigen Insolvenzgericht schriftlich zu stellen, ohne dass hierfür ein bestimmtes Formular verwendet werden muss. Nachdem der Schuldner eine natürliche Person ist, wird das Gericht diesen voraussichtlich im Rahmen seiner Anhörung auf die Möglichkeit der Stellung eines Eigenantrags hinweisen.

Weiterhin ist Folgendes zu berücksichtigen: Reicht das bei Verfahrenseröffnung vorhandene Vermögen des Schuldners nicht aus, um auch nur die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken, erfolgt nach § 26 Abs. 1 Satz 1 InsO die Abweisung der Verfahrenseröffnung mangels Masse. In diesem Fall findet keine geordnete Abwicklung des Vermögens des Schuldners statt. Die Nichteröffnung des Verfahrens kann nach § 26 Abs. 1 Satz 2 InsO unterbleiben, sofern ein Gläubiger oder - auch unbeteiligter - Dritter mit Ausnahme des bestellten Insolvenzverwalters, einen Kostenvorschuss leistet, durch den die Verfahrenskosten gedeckt werden. Ist keine verfahrenskostendeckende Masse vorhanden, werden Sie abwägen müssen, ob die Zahlung eines Vorschusses sinnvoll ist.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 15.06.2013 | 22:58

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen