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Kann die Krankenkasse das Krankengeld streichen?

02.04.2008 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Lausch


Guten Tag,



mein Freund ist seit ca. 1 Jahr arbeitsunfähig krankgeschrieben und befindet sich noch in ungekündigter Stellung aufgrund eines Bandscheibenvorfalls und anschließender OP. Leider werden die Beschwerden so gar nicht besser. Sein Orthopäde meint, er schreibt ihn solange krank, bis es besser wird - auf jeden Fall aber die 78 Wochen, die die Krankenkasse - in unserem Fall die AOK - das Krankengeld zu zahlen hat. Er bekommt es jetzt seit Mai letzten Jahres ca. und die AOK drängt ihn schon seit mehreren Wochen doch endlich zu kündigen bei seinem Arbeitgeber - an den Leistungen würde sich nichts ändern. Ich bin da sehr skeptisch und habe ihm geraten das nicht zu tun - schließlich ist es doch Sache zwischen ihm und seinem Arbeitgeber und wenn die Leistung sowieso weitergezahlt wird. Was ist, wenn die AOK Sachsen bzw. mittlerweile AOK PLUS weiter Druck macht. Können sie ihm das Krankengeld streichen? Bitte anworten Sie uns umfassend - vielleicht auch mit den gültigen Gesetzestexten, um auch gegenüber der AOK argumentieren zu können.

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Krankenkasse kann Ihren Freund nicht zwingen, seine Arbeitsstelle aufzugeben. Die Krankenversicherung kann jedoch, wenn die Erwerbsfähigkeit Ihres Freundes lt. ärztlichem Gutachten erheblich gemindert ist, Ihren Freund auffordern, einen An´trag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilation, zur Teilhabe am Arbeitsleben oder einen Rentenantrag zu stellen, möglicherweise meinen Sie diese Aufforderung.
Stellt Ihr Freund diesen Antrag nicht, entfällt der Anspruch auf Krankengeld und lebt erst dann wieder auf, wenn der Antrag gestellt wird.

Mit freundlichem Gruss
RAin Lausch

§ 51 SGB V Wegfall des Krankengeldes, Antrag auf Leistungen zur Teilhabe
(1) Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen, innerhalb der sie einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen haben. Haben diese Versicherten ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland, kann ihnen die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen, innerhalb der sie entweder einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben bei einem Leistungsträger mit Sitz im Inland oder einen Antrag auf Rente wegen voller Erwerbsminderung bei einem Träger der gesetzlichen Rentenversicherung mit Sitz im Inland zu stellen haben.

(2) Erfüllen Versicherte die Voraussetzungen für den Bezug der Regelaltersrente oder Altersrente aus der Alterssicherung der Landwirte bei Vollendung des 65. Lebensjahrs, kann ihnen die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen, innerhalb der sie den Antrag auf diese Leistung zu stellen haben.

(3) Stellen Versicherte innerhalb der Frist den Antrag nicht, entfällt der Anspruch auf Krankengeld mit Ablauf der Frist. Wird der Antrag später gestellt, lebt der Anspruch auf Krankengeld mit dem Tag der Antragstellung wieder auf.

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