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Kann der Mann die Kinder wegnehmen?


29.04.2005 01:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Ich habe mal eine Frage:
Eine Frau möchte nach 13 Jahren Ehe ihren Mann verlassen. Sie hat sich in dieser Zeit von ihrem Mann entliebt, und zwischenzeitlich auch einen anderen Freund.
Beide haben zwei Kinder, die 12 und 13 Jahre alt sind.
Der Mann geht den ganzen Tag arbeiten, die Frau geht halbtags arbeiten ( vormittags um mittags für die Kinder da zu sein ).

Die bisherige Kindeserziehung wurde zu 95% von der Frau bewältigt, da der Mann der Ansicht ist, Kindeserziehung ist Frauensache.
Nun, da sie ihn verlassen will, will er sie mit aller Macht halten.
Er droht ihr, sie aus dem Haus zu schmeißen, und die Kinder bei sich zu behalten.
Geht das denn?
Was sagt denn die Rechtsprechung bei Trennung aus, wohin die Kinder kommen.
Später bei der Scheidung wird das ja über ein Gericht geklärt, aber was wird da als Maßstab genommen.
Kann der Mann die Frau dazu zwingen, die Kinder entscheiden zu lassen, wo sie leben wollen?
Wird bei der scheidung gefragt wohin die Kinder kommen?
Gesagt werden sollte noch, das das Gehalt der Frau nicht ausreichen wird, sich und die Kinder zu ernähren, sofern der Mann die Unterhaltszahlungen verweigert.
Sie wird also, wenn sie auszieht, und ihre Kinder mitnimmt, und im gleichen Moment ihr Mann die Unterhaltszahlungen verweigert, auf Sozialhilfe angewiesen sein. Spielt das dabei eine Rolle?

Sie hat Angst davor ihre Kinder zu verlieren, und hat sich deshalb bis jetzt in diese Partnerschaft gefügt, obwohl sie emotional jeden Tag durch die Hölle geht.
Vielen Dank für ihre schnelle Hilfe.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nach der gesetzlichen Grundregelung des § 1626 BGB steht das elterliche Sorgerecht beiden Elternteilen gemeinschaftlich zu. Dazu gehört auch die Entscheidung, bei wem die Kinder ihren Lebensmittelpunkt haben sollen, bei welchem Elternteil sie leben sollen.

Können sich die Eltern nicht darüber einigen, entscheidet das Familiengericht, auch schon vor einer Scheidung, bei wem die Kinder leben sollen. Dabei hat das Gericht aber vor allem das Kindeswohl zu berücksichtigen. Dazu sind vor allem die Kinder auch selbst zu hören. Möchten die Kinder ernsthaft und frei von jeglicher Beeinflussung bei der Mutter bleiben, wird das Gericht mit großer Wahrscheinlichkeit anordnen, daß die Kinder bei der Mutter leben sollen.

Können sich die Kinder aber nicht zwischen Vater und Mutter entscheiden, muß das Gericht auf der Grundlage sämtlicher Umstände entscheiden, welche Anordnung dem Kindeswohl am ehesten entspricht. Das wird vom Verhältnis der Kinder zu ihren Eltern abhängen, und auch davon, ob eine räumliche Trennung von ihrem bisherigen Lebensmittelpunkt gerechtfertig ist oder sich negativ auf die Kinder auswirken kann. Hier sind letztlich viele Faktoren entscheidend, so daß eine Prognose nicht getroffen werden kann.

Der Vater wird aber natürlich keine Entscheidung zu seinen Gunsten erzwingen können, in dem er androht, den geschuldeten Kindesunterhalt nicht zu zahlen. Die vorsätzliche Verletzung der Unterhaltspflicht stellt zum einen eine Straftat dar, zum anderen würde dies deutlich zeigen, welches Verständnis der Vater vom "Kindeswohl" hat.

Einen Rat, wie sich die Mutter verhalten soll, kann ich natürlich nicht geben, da es sich nicht um eine rechtliche Frage, sondern um eine zutiefst persönliche Entscheidung handelt. Letztlich sollte aber immer im Auge behalten werden, daß die Kinder in Trennungssituationen leicht zum Spielball der widerstreitenden Interessen der sich trennenden Ehepartner werden. Dies sollte, ebenfalls im Interesse des Kindeswohles, vermieden werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


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