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Kann der Kindsvater erweitertes Umgangsrecht durch das Gericht und auf die Schnelle erzwingen?

18.09.2008 12:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Hallo,
ich habe ein großes Problem.
Der Vater meiner Tochter (wird im November 7 Jahre) hat vor 2 Wochen beim Familiengericht Gross-Gerau Klage auf erweiterten Umgang gestellt.
Unsere Beziehung war bereits während der Schwangerschaft beendet und ich habe somit mein Tochter allein groß gezogen, ich bin auch allein Sorgeberechtigt. 2004 hatten wir einen Unterhaltsstreit per Anwalt und in diesem Zusammenhang wurde auch eine Umgangsreglung vereinbart( im gegenseitigen Einvernehmen ohne gerichtliche Festlegung).Dieses Umgangsrecht wurde seit dem auch 14 tägig wahrgenommen. Jetzt hat der Vater aufgrund Differenzen zwischen ihm und mir wie oben schon erwähnt erweiteren Umgang beim AMtsgericht eingereicht. Das Kind weiß momentan noch nicht das der Mann der sie 14 tägig besucht und 1 Stunde mit ihr spielt ihr leiblicher Vater ist. Ich habe auf keinen Fall vor es ihr auf Dauer zu verschweigen bin aber der Meinung das sie momentan nicht zu klein ist um dies alles richtig zu verstehnen. Ich lebe seit Jahren schon mit meinem Lebensgefährten zusammen und für meine Tochter ist er der sogenannter Ersatzpapi da er sich auch ganz lieb um sie kümmert, wir zusammen in den Urlaub fahren er sie in den Kindergarten und jetzt in die Schule bringt u.s.w.
Sie akzeptiert ihn auch so, da sie uns als eine komplette Familie sieht. Sie weiß aber sehrwohl das mein Lebensgefährte nicht ihr richtiger Papa ist, hat aber nie nach ihrem richtigen Vater gefragt obwohl sie schon ab un an mal Papa zu meiem Lebensgefährten sagt.
Jetzt fordert der leibliche Vater plötzlich nach o.g. Differenzen zwischen mir und ihm, das er seine Tochter aller 14 Tage von Freitags 18 Uhr ist Sonntags 18 Uhr zu sich nehmen will und anteilig in den Ferien. zu früheren Zeitpunkten hat er nicht einmal versucht sein Besuchsrecht was im übrigen nur bei uns daheim 14 tägig für 1 Stunde stattfindet. Das Kind hat überhaupt keine soziale Beziehung bzw. Bindung zu ihm da er ja noch nie Verantwortung übernehmen mußte.
Ich fragte meine Tochter mal in einer ruhigen Minute ob sie denn mal bei KV übernachten möchte oder mit ihm Urlaub machen möchte, sie verneinte das sofort und sagte das sie bei uns bleiben möchte.
Jetzt meine Frage kann der Kindsvater soetwas und durch das Gericht und auf die schnelle erzwingen, er hat es doch vorher nicht einmal versucht sein Besuchsrecht zu erweiteren. Auf längere Sicht hin würde ich den Umgang schon gern erweitern wollen damit meine Tochter ihren leiblichen Vater kennenlernt. Aber ich denke zuersteinmal muß sie erfahren das es Ihr leiblicher Vater ist und das erscheint mir zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, da sie in einer gesunden Beziehung aufwächst und sich wohl fühlt.
Ich bin der Meinung das man doch zum Wohle des Kindes entscheiden sollte

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

sternchen263

Sehr geehrte Ratsuchende,


Umgangsrechtsregelungen stehen unter der Prämisse, dass die getroffene Regelung dem Wohl des Kindes entsprechen muss.

Sie weisen zutreffend darauf hin, dass die jetzt angestrebte Regelung, die der üblichen Umgangsrechtsregelung entspricht, dem Wohl des Kindes nicht entsprechen wird.

Die Ausweitung von einer Stunde auf ein ganzes Wochenende wird das Kind zu sehr belasten. Ihrer Tochter muss zunächst die Möglichkeit gegeben werden, eine Beziehung zum Vater aufzubauen. In der Regel geschieht das in der Form einer abgestuften Ausweitung; hat es zunächst nur stundenweise Kontakt gegeben, wird der Umgang auf einen ganzen Tag ausgeweitet werden können. Nach der Gewöhnung kann mit einer Übernachtung begonnen werden, mit dem Ziel die Ausweitung zu erreichen. Die aufgezeigten Schritte sind aber zeitlich nach dem Wohlergehen der Tochter zu bemessen.

Im Rahmen der beantragen Ausweitung durch den Vater wird auch das Jugendamt beteiligt und Sie mit dem Vater zu einem oder mehrere Gespräche bitten. In diesen Gesprächen kann bereits versucht werden, eine Übereinkunft zu finden.

Da Sie auf den Antrag dem Gericht gegenüber erwidern müssen, sollten Sie bereits zum Wohl der Tochter der erheblichen Ausweitung entgegentreten. Gleichzeitig sollten Sie aber auch deutlich machen, dass eine solche allein zum Wohl der Tochter nur schrittweise erfolgen kann.

Das eigentliche Problem ist aber die Tatsache, dass Ihre Tochter keine Kenntnis hat, wer ihr Vater ist. Da dieses Ihre Hauptargumenation sein wird, müssen Sie dieses auch dem Gericht mitteilen und deutlich machen, warum eine derzeitige Kenntnis dem Wohl des Kindes nicht entsprechen würde und demzufolge auch die angestrebte Ausweitung abzulehnen ist.

Es wird aber damit zu rechnen sein, dass das Gericht Sie darauf hinweist, dass Sie der Tochter die Vaterschaft mitteilen. Ihre Überlegungen, dass die Tochter in einer gesunden Beziehung aufwachsen soll, sind nachvollziehbar. Es ist nach Ihrer Schilderung aber nicht damit zu rechnen, dass die Kenntniss darauf Auswirkung zum Nachteil der Tochter haben wird.

Bedenken Sie, dass Ihre Tochter ein Recht auf Kenntniss ihrer Abstammung hat. Sie hat ein Recht zu wissen, wer ihr Vater ist. Es ist daher damit zu rechnen, dass das Gericht Ihrer Argumentation, dass es dafür zu früh sein, voraussichtlich nicht folgen wird. Es besteht zudem die Gefahr, dass die Tochter durch das jetzt laufende Verfahren, unter Umständen durch eine Anhörung durch das Gericht, anderweitig Kenntniss erlangen könnte. Das sollten Sie vermeiden, da dann die Gefahr einer Entfremdung durch Misstrauen bestehen könnte.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2008 | 16:36

was passiert wenn das Kind nach Kentnissnahme wer ihr leiblicher Vater ist, trotzdem keinen erweiterten Kontakt(Übernachtung, Ferien)zum Vater möchte sondernweiterhin nur ab und an besucht werden möchte. Wird dann altersbedingt zum Wohle des Kindes entschieden der kann sie der KV zwingen durch etwaigen Gerichtsbeschluss


Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.09.2008 | 18:15

Sehr geehrte Rasuchende,


sollte es eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung zur Umgangsregelung geben, könnte diese auch mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden.

Allerdings wird kaum ein Gericht gegen den ausdrücklichen Willen des Kindes soetwas verfügen.

Sicherlich ist allein das Kindeswohl entscheidend und dabei auch der Wille des Kindes, je nach Alter und Reife zu berücksichtigen, so dass nur dann, wenn vernünftige Gründe gegen den Kindeswunsch sprechen, auch ausnahmsweise einmal gegen diesen Willen Zwangsmaßnahmen eingesetzt werden könnten. Diese Wahrscheinlichkeit ist aber äußerst gering.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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