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Kann der Kindsvater den Umgang mit meiner Tochter erzwingen, und kann der Kontakt zum KV aufgrund vo

| 15.11.2009 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Der KV hat uns noch vor dem 1. Geburtstag meiner Tochter (heute 6 1/2 Jahre alt) verlassen. Das Umgangsrecht wurde damals aller 14 Tage wahrgenommen. Seit Juni 2007 wollte meine Tochter nicht mehr zum KV. Hier half noch gutes Zureden.Seit August 2007 wurde das Umgangsrecht an unserem Wohnort wahrgenommen, da meine Tochter nicht mehr in das Auto des KV einsteigen wollte. Seit Juli 2008 wird das Umgangsrecht schon nicht mehr regelmäßig ausgeübt und seit September 2008 erfolgte kein Umgang mit dem KV mehr. Im letzten 3/4 Jahr hat sich der KV nicht mehr gemeldet, auch nicht an ihrem Geburtstag, Ostern und schon gar nicht mehr am Schulanfang.
Jetzt, wo er wieder einnmal eine neue Freundin (mit Kind) hat, hat er wohl sein "Vatersein" entdeckt und möchte das Umgangsrecht wieder wahrnehmen. Nur meine Tochter will nicht. Da hilft auch kein Erklären und auch kein Zureden. Sie akzeptiert auch nicht den "Vater" an ihm. Sie möchte keinen Kontakt. Selbst, wenn der KV anruft, versteckt sie sich hinter der Couch und weint bitterlich, weil sie nichts von ihm hören möchte.
Wir sind seit 2 Jahren auch wieder eine Familie und haben ein weiteres Kind bekommen.

Meine Frage an Sie: Kann der KV den Umgang mit meiner Tochter erzwingen, und kann der Kontakt zum KV aufgrund von neuer Familie und Geschwisterliebe abgebrochen werden?

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Das Umgangsrecht ist in § 1626 III BGB geregelt, der ausdrücklich vorschreibt, dass zum Wohl des Kindes der Umgang mit beiden Elternteilen gehört. § 1684 I BGB regelt den Anspruch des Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen.

Der Kindsvater kann einen Antrag beim Familiengericht auf Ausübung des Umgangsrechts stellen. Entscheidend für den Erfolg des Antrags ist jedoch, dass der Umgang mit dem Kindsvater dem Wohle des Kindes entspricht. Das Kindeswohl wird sowohl in § 1626 BGB als auch durch § 1684 BGB berücksichtigt. Nach § 1684 IV BGB kann das Familiengericht den Umgang einschränken oder sogar ganz ausschließen, wenn dies zum Wohle des Kindes erforderlich ist. Eine solche Entscheidung kann allerdings nur dann ergehen, wenn anderenfalls, also bei Wahrnehmung des Umgangs-
rechts durch den Kindsvater, das Kindeswohl gefährdet wäre. Es spricht einiges dafür, dass dies bei Ihrer Tochter vorliegend der Fall ist und somit ein Umgangsrecht des Kindsvaters derzeit nicht durchgesetzt werden kann. Das Gericht kann jedoch auch soge-
nannten begleitenden Umgang anordnen. Bei Ausübung des Umgangsrechts wäre dann ein Dritter beteiligt, meist sind dies Mitglieder von Vereinen oder Mitarbeiter des Jugendamtes. Die völlige Ausschließung des Umgangsrechts wird aber meist zeitlich begrenzt sein und darf nur als äußerste Maßnahme angeordnet werden, wenn eine konkrete, gegenwärtige Gefährdung der kör-
perlichen oder seelischen Entwicklung des Kindes zu befürchten ist (BVerfG NJW 1983, S. 2491, als Beispiel: OLG Frankfurt a.M. FamRZ 03, 1317).

In einem gerichtlichen Verfahren werden beide Elternteile, das Jugendamt und auch das Kind vom Gericht angehört, §§ 159, 160, 162 FamFG (Gesetz über das Verfahren in Familien-sachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit). Eine An-
hörung von Kindern unter 14 Jahren hat stattzufinden, wenn die Neigungen, Bindungen oder der Wille des Kindes für die Ent-
scheidung von Bedeutung sind oder wenn eine persönliche An-
hörung aus sonstigen Gründen angezeigt ist.

Einen völligen Kontaktabbruch Ihrerseits zum Kindsvater wird dieser zunächst nicht verhindern können. Sie werden dann aber umso mehr mit einer gerichtlichen Geltendmachung rechnen müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.

Bewertung des Fragestellers 19.11.2009 | 20:22

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