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Kann Chefin für meine Mietschulden einfach so Lohn einbehalten?

| 17.10.2012 19:41 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


20:58
Hallo zusammen,
ich habe ein Anliegen welches ich eigentlich mit meinem logischen Menschenverstand selbst lösen kann, ich aber gerne die rechtliche Seite erfahren möchte.
Ich habe mit meiner Chefin vereinbart dass sie mich zum 31.10.2012 kündigt.
Sie hat mir versichert das ich meinen Lohn vom September noch bekomme(Leiharbeiter ohne Einsatz) und den kompletten Oktober unbezahlten Urlaub hab.
Damit ist bis jetzt alles in Ordnung. Nun habe ich aber von ihr eine E-Mail bekommen:

"Hier schon mal Deine Gehaltsabrechnung September. Leider wurde ich von S**** informiert, dass Du etliche Monate Deine Miete nicht bezahlt hattest.
Dies waren für die Monate

Mai, Juni, Juli, Dezember 2011 und
Febr., April, Juni, August, September 2012

Bitte kontrolliere dies auch noch. Ich habe den Betrag von 9 x € 150,00 einbehalten und werde diesen, sollte ich von Dir keine entsprechenden Zahlungsnachweise erhalten, an S**** auszahlen."

Mein sogenannter "Vermieter" ist ein alter Mann der mir am Anfang einen Zettel mit seinen Bankdaten in die Hand gedrückt hat mit der Bitte es dort jeden Monat zu überweisen.
Das habe ich immer gemacht und den aufgeführten Monaten habe ich es ihm bar gegeben wenn ich es gerade in der Tasche hatte und ihn angetroffen hab, er meinte das reicht ihm auch.
Dazu muss ich sagen das ich weder Mietvertrag noch Quittung hab und mündlich mit Händeschlag beschlossen wurde.
Meine Chefin meinte dazu nur es sei ja ihr Nachbar, wir haben dich da vorgestellt und möchten nicht schlecht da stehen, das ist so völlig in Ordnung.
Jetzt möchte ich wissen was ich da machen kann denn meiner Meinung nach hat meine Chefin keine rechtliche Grundlage meinen Lohn einzubehalten, da es sie auf gut Deutsch nix angeht was ich mit dem sogenannten "Vermieter" für Probleme hab.

Viele liebe Grüße und ein herzliches Dankeschön schonmal im Voraus !
17.10.2012 | 20:04

Antwort

von


(1210)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Daß der Ihnen zustehende Lohn einem Dritten, hier dem Vermieter Ihrer Wohnung, gezahlt wird, ist nicht rechtmäßig. Sie haben Anspruch auf die Lohnzahlung und können diesen Anspruch auch gerichtlich durchsetzen, d. h. einklagen. Wenn der Arbeitgeber den Lohn an einen Dritten zahlt, verlieren Sie Ihren Lohnanspruch nicht mit der Folge, daß der Arbeitgeber ggf. zweimal zahlt: einmal an den Dritten und einmal an Sie.


2.

Etwas anderes könnte nur dann gelten, wenn der Vermieter einen vollstreckbaren Titel gegen Sie wegen der (angeblichen) Mietrückstände hätte und eine Lohnpfändung durchführen würde.


3.

Ihnen empfehle ich, den Arbeitgeber schriftlich unter Fristsetzung (Datum angeben) aufzufordern, den Lohn zu zahlen. Gleichzeitig können Sie darauf hinweisen, daß Sie andernfalls beim Arbeitsgericht Klage auf Lohnzahlung erheben würden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 17.10.2012 | 20:16

Ok das war eine schnelle Antwort, Dankeschön Herr Raab schonmal dafür!
Zum ersten Punkt hätte ich frage ob es dafür einen Paragraphen gibt.
Zum zweiten Punkt kann ich mit "vollstreckbarer Titel" nicht viel anfangen.
Meines erachtens hat sich der Vermieter sogar strafbar gemacht indem er sich das Geld in die eigene Tasche gesteckt hat, ohne Steuern abzuführen.Kein Mietvertrag, Quittungen, garnichts.
Und zum dritten Punkt hätte ich die Frage wie lang so eine Frist sein soll, ist eine Woche ok?

Viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.10.2012 | 20:58

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Ihr Lohnanspruch ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag. Ansonsten § 612 BGB .


2.

Titel sind z. B. Urteile, Vollstreckungsbescheide oder Vergleiche.

Angenommen der Vermieter hätte Sie auf Zahlung rückständigen Mietzinses verklagt und den Prozeß durch Urteil gewonnen. Dann ist das Urteil ein vollstreckbarer Titel.


3.

Eine Frist von einer Woche ist vollkommen ausreichend. Sie können z. B. Zahlung bis zum 26.10.2012 verlangen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.10.2012 | 20:36

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