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Kann Bank Haus nach Kreditkündigung versteigern?

01.09.2010 14:39 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Hallo, ich habe vor ca. 3 Jahren einen Kredit aufgenommen über 30.000 €, leider wurde ich damals nicht korrekt beraten, so dass die monatliche Belastung sich als zu hoch herausstellte, zudem bin ich jetzt seit 2 Jahren arbeitslos und kann seit 4 Monaten die Raten nicht mehr bezahlen. Jetzt droht mir die Kreditkündigung und ich habe Angst, dass sich die Bank in mein Haus einträgt und die Versteigerung beantragt. Kann das die Bank machen ? Und was kann ich dagegen machen ?

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Sehr geehrte Rechtsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Wenn die Bank das Darlehn kündigt, wird leider die gesamte Rückzahlung sofort fällig. Wegen dieser Summe kann die Bank zunächst nicht auf das Grundstück zugreifen. Denn sowohl eine Zwangshypothek als auch eine Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung des Grundstückes kommen nur infrage, wenn Sie durch ein rechtskräftig gewordenes Urteil, zur Zahlung verurteilt wurden. Das setzt selbstverständlich einen Rechtsstreit voraus, der eine gewisse Zeit dauert.

Liegt ein solches Urteil vor, kann deswegen in das gesamte Vermögen vollstreckt werden. Haben Sie zu dieser Zeit nicht die Möglichkeit, die Forderung der Bank zu begleichen, so kann diese entweder eine Zwangshypothek zur Sicherung ihrer Forderung gem. §§ 866, 867 ZPO eine Hypothek in das Grundbuch eintragen lassen. Aus dieser Hypothek könnte – ohne dass es ein weiteres Urteil o. ä. bedürfte – die Bank das Grundstück versteigern lassen. Alternativ könnte die Bank auch ohne vorherige Hypothek das Grundstück zwangsversteigern lassen. Als dritte Variante käme die Zwangsverwaltung in Betracht; von dieser wird aber in der Regel nur bei „Anlageobjekten" (große Miet- und Bürogebäude) Gebrauch gemacht.

Wurde Zwangsversteigerung durch die Bank einmal in die Wege geleitet, ist das Verfahren nur noch durch Zahlung abwendbar. Es gibt auch die Möglichkeit, das Versteigerungsverfahren für 6 Monate einstweilig einzustellen. Das setzt jedoch voraus, dass hierdurch die Versteigerung vermieden werden könnte – was freilich nur der Fall ist, wenn mit Begleichen der Schuld innerhalb dieser Zeit zu rechnen ist.

Ihr weiteres Vorgehen sollte sich daher daran orientieren, Ihre Verurteilung zur Zahlung zu verhindern. In einem ersten Schritt empfiehlt es sich, mit der Bank über eine Änderung der Raten unter Berücksichtigung Ihrer Situation zu verhandeln. Dazu ist es von Vorteil, zuvor eine Schuldnerberatung oder einen Rechtsanwalt mit entsprechenden Kenntnissen aufzusuchen. Diese kennen sich mit verschiedenen Taktiken im Umgang mit Banken aus.

Wird ein Verhandlungserfolg nicht erzielt, ist zu überlegen, ob der zur Verurteilung führende Rechtsstreit in die Länge gezogen, etwa unter Ausschöpfung des Instanzenzugs. Hierdurch können jedoch erhebliche Prozesskosten entstehen, die Ihnen ggf. auferlegt würden.

Schließlich können Sie auch erwägen, die Immobilie selbst zu verkaufen. Hierdurch lässt sich in aller Regel ein höherer Preis erzielen als in der Zwangsversteigerung.

Auch wenn dies in Ihrer Schilderung keinen Anklang findet, möchte ich Sie vorsorglich auf folgendes Hinweisen:

Falls Sie die Immobilie finanziert haben bei der gleichen Bank, ist nicht auszuschließen, dass die Bank bei der damaligen Bestellung der (üblicherweise verwendeten) Grundschuld diese auf sämtliche gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen der Bank gegen Sie erstreckt wurde. Dies kommt nicht selten vor und würde Sie bedeuten, dass die Bank wegen der Darlehnsschuld aus der Grundschuld die Zwangsversteigerung betreiben könnte. Dann ist besondere Eile geboten, sich mit der Bank auseinanderzusetzen.

Es tut mir leid, Ihnen nichts Günstigeres mitteilen zu können.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorstehenden Ausführungen um eine erste Einschätzung aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts handelt, die eine persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nach umfassender Sachverhaltsaufklärung nicht ersetzen kann. Durch Auslassen oder Hinzufügen von Tatsachen Ihrerseits kann sich die rechtliche Bewertung ändern.

Bei Unklarheiten können Sie gerne von Ihrem Nachfragerecht Gebrauch machen.

Mit freundlichen Grüßen

Gina Haßelberg
(Rechtsanwältin)

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