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Kann AN für Schaden aufkommen?


29.06.2007 12:08 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir sind eine GmbH (Baubranche). Bei einem größeren Auftrag
ist nun ein Schaden entstanden. Bei der Reparatur ist aufgefallen, dass zwei unserer Mitarbeiter entgegen unseren Anweisungen (zum wiederholten Mal) falsch/anders ausgeführt haben, sodass es erst zu diesem Schaden kommen konnte.

Die Rechnungssumme für die Reparatur beläuft sich auf ca. 1.500,00€.
Können wir von unseren Mitarbeitern verlangen sich an den Kosten zu beteiligen, bzw. diese zu tragen?

Da dies nicht der erste Schaden ist, der durch Missachtung von Arbeitsanweisungen entstanden ist, sind wir als AG nicht mehr bereits solche Kosten zu tragen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Für Ihre Antwort danke ich jetzt schon recht herzlich!

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

Grundsätzlich besteht ein Anspruch des Arbeitgebers auf Schadensersatz, wenn der Arbeitnehmer eine Pflichtverletzung begeht. Dieses ergibt sich schon aus § 280 Abs. 1 BGB.

Allerdings findet dieser Schadensersatz seine Grenzen in § 619a BGB, der den Ersatz auf die Fälle reduziert, in denen der Arbeitnehmer den Schaden zu vertreten hat. Begründet wird diese Haftungsbeschränkung zum einen daraus, dass hinsichtlich der Arbeitsausführung ein gewisses Betriebsrisiko seitens des Arbeitgebers besteht. Zum anderen wird eine soziale Schutzwirkung angenommen, da auf Seiten des Arbeitnehmers ein Missverhältnis zwischen Entlohnung und Haftungsrisiko bestehe und der Arbeitnehmer vor einer Existenzgefährdung durch eine ruinöse Ersatzpflicht zu bewahren sei.

Anerkannt ist aus dieser Überlegung, eine Haftungsverteilung nach dem Verschuldensgrad.
Im Falle der leichtesten Fahrlässigkeit entfällt die Haftung des Arbeitnehmers vollständig. Hingegen ist bei Vorliegen von mittlerer Fahrlässigkeit (außer Acht lassen der objektiv erforderlichen Sorgfalt) von einer Schadensteilung auszugehen. Hierbei sind die persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers zu beachten.
Eine weitere Stufe stellt die grobe Fahrlässigkeit dar. Diese liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt und unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen. In solchen geht die Rechtsprechung in der Regel von einer vollen Schadensersatzpflicht seitens des Arbeitnehmers aus, es sei denn, der Verdienst stünde in einem deutlichen Missverhältnis zum Schadensrisiko der Tätigkeit.
Darüber hinaus existiert noch die Stufe des Vorsatzes, in der ebenfalls eine volle Haftung des Arbeitnehmers anzunehmen ist.

Somit kommt es in Ihrem Fall darauf an, welchen Haftungsgrad die Handlung der Mitarbeiter hat. Hier bleiben wohl nur mittlere und grobe Fahrlässigkeit übrig. Welche der beiden jedoch tatsächlich vorliegt kann aufgrund des geschilderten Sachverhaltes nicht abschließend ermittelt werden. Dieses ist immer von allen Umständen des Einzelfalles abhängig deren abschließende Untersuchung in diesem Forum nicht erbracht werden kann. Sie sollten daher einen ortsansässigen Anwalt mit der abschließenden Prüfung des Sachverhaltes beauftragen.

Neben den Schadensersatzansprüchen haben Sie natürlich auch das Mittel der Abmahnung, um die Arbeitnehmer auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de
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