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Käufer verlangt Rückabwicklung. Bin ich verpflichtet?

| 02.08.2015 19:46 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Zusammenfassung:

Behauptet der Käufer, der Verkäufer habe ihn arglistig getäuscht, ist er für diese Behauptung darlegungs- und beweispflichtig.

Guten Tag.

Ich habe einen defekten Laptop verkauft (für knapp 50 Euro) Hier die Artikelbeschreibung:

"Ich verkaufe mein altes Notebook. Es läuft eigentlich einwandfrei, jedoch stellt sich das Gerät in unregelmäßigen Abständen immer aus. Es muss ein Hardwareproblem sein, welches genau kann ich jedoch nicht sagen. Somit verkaufe ich das Gerät als defekt an Bastler oder zum ausschlachten. Es kommt ohne Windows (es läuft eine ältere Ubuntu Version) und OVP, nur so wie auf den Bildern zu sehen.


Privatauktion. Keine Garantie, kein Umtausch, keine Rücknahme."

Auch aus den Bildern geht deutlich hervor, dass der Windows Key nicht mehr vorhanden ist.

Der Käufer verlangt nun eine Rückabwicklung oder 50% des Kaufpreises aus folgenden Gründen:

1. Das Bios ist Passwortgeschützt und es gibt ein branding, wodurch kein anderer Windows key verwendet werden kann, ergo kein anderes Windows installiert werden kann.
2. Der Akku ist defekt (obwohl er bei meinem Test zu Hause noch funktioniert hat).
3. Die verbaute Festplatte weicht ein wenig von der Beschreibung ab (250GB mit 5400rpm statt 320GB mit 7200rpm).

Demnach ist das Gerät für ihn unbrauchbar und er unterstellt mir, von all den Problemen gewusst zu haben und ferner geht er sogar von Diebesware aus. Er hat vor Auktionsende keine Fragen gestellt.

Zu 1.: Ich hatte den Laptop von einem Bekannten gekauft und mir war nicht klar, dass es ein PW für das Bios gibt und dass irgend ein Branding bzgl. Windows key vorliegt.
Zu 3.: Ich habe Ihm daraufhin eine Teilrückerstattung von 7 Euro angeboten, da es keine gravierende Abweichung war.

Meine Frage ist nun, ob ich für die oben genannten Mängel (sofern als solche zu bezeichnen) haftbar bin? Denn ich habe das Gerät extra als defekt angeboten, da ich nicht wusste in welchem Umfang es noch brauchbar ist oder nicht und alle mir bekannten Details beschrieben. Er droht nun mit Schadensersatzklage etc. und sogar Prüfung, wie das Gerät den Weg zu mir fand (was ich sehr fraglich finde).
Mich geht es nicht um den doch lächerlichen Betrag, ich möchte einfach wissen ob er im Recht ist oder nicht.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da es sich um eine Privatauktion handelte, konnten Sie wirksam die Gewährleistung ausschließen. Dieser Gewährleistungsausschluss gilt jedoch nach § 444 BGB nicht, wenn der Verkäufer vorhandene Mängel arglistig verschwiegen hat. Und genau hierauf möchte Ihr Käufer hinaus. Er unterstellt Ihnen, dass Sie von den Mängeln wussten und ihn daher getäuscht haben.

Ob er damit Recht hat, kann ich nicht beurteilen. Das wissen nur Sie. Es ist jedoch so, dass er für die Behauptung, Sie hätten ihn arglistig getäuscht, darlegungs- und beweispflichtig ist. Er muss Ihnen also im Streitfall nachweisen, dass Sie im Zeitpunkt des Verkaufes bereits Kenntnis von den Mängeln hatten und diese verschwiegen haben. Dies muss dann notfalls ein Sachverständiger feststellen. Stellt dieser fest, dass die Mängel bereits im Zeitpunkt des Verkaufes vorlagen und waren diese so offensichtlich, dass sie sich Ihnen aufdrängen mussten, wäre dies ein Anhaltspunkt dafür, dass Sie Kenntnis von den Mängeln hatten und diese verschwiegen haben.

Setzen Sie sich noch einmal mit dem Käufer in Verbindung und versuchen Sie, eine außergerichtliche Klärung herbeizuführen. Weisen Sie ihn noch einmal darauf hin, dass Sie das Gerät extra als Bastler-Gerät zum ausschlachten verkauft haben, was auch in der Artikelbeschreibung stand und dass er im Fall einer gerichtlichen Auseinandersetzung beweisen muss, dass Sie ihn arglistig getäuscht haben. Sollte ihm das nicht gelingen, muss er die Kosten für den Sachverständigen sowie die bei Ihnen angefallenen Kosten des Gerichtsverfahrens tragen. Diese können aufgrund des Sachverständigengutachtens schnell im 4-stelligen Bereich liegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 03.09.2020 | 21:32

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