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Käufer reklamiert Felgen nach 4 Monaten


14.04.2006 13:45 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Ich habe im Dezember als Privatverkäufer 4 Aluräder versteigert mit folgender Artikelbeschreibung:

"1Satz (4 Stück) gebrauchte Aluräder 6J15, ET35. LK 4x100, silber vom Passat 35i, komplett mit Deckeln, jedoch ohne Radschrauben. Die Räder passen sicher auch für andere VW-Modelle. Die Felgen weisen normale Gebrauchsspuren auf, haben keine Risse, sind allerdings schmutzig :-). Die Reifen selbst sollten ausgetauscht werden, obwohl das Profil noch gut ist, da auf jedem Rad merkwürdigerweise vom Vorbesitzer ein anderes Reifenfabrikat montiert worden ist. Verkauf wegen Umstieg auf Winterbereifung.
Verkauf erfolgt als Privatverkauf unter Ausschluss jeglicher Garantie und ohne jede Gewährleistung.
Nur an Selbstabholer! - Kein Versand.
Ebay zahle natürlich ich!!"

Der Käufer hat die Räder im Dezember 2005 auch abgeholt, den Kaufpreis 44,94€ bar bezahlt und mich positiv bewertet.
Heute(14.4.06) reklamiert der Käufer -nach 4 Monaten- 2 Felgen hätten einen Schlag, dies sei inakzeptabel und mein Ausschluss der Gewährleistung würde nicht greifen, da die Beschreibung definitiv falsch gewesen sei. Er erwartet von mir nun "das Problem aus der Welt zu schaffen".

Ich kann als Privatmann und Kfz-Laie den technischen Zustand nicht ersehen und muss mich auf den optischen Zustand meines Artikels verlassen.
Muss ich die Räder nun zurücknehmen?

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Sehr geehrte Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Informationen kurz beantworten kann:

Durch die Formulierung "Verkauf erfolgt als Privatverkauf unter Ausschluss jeglicher Garantie und ohne jede Gewährleistung," habe Sie Gewährleistungspflichten wirksam ausgeschlossen:

§ 444 BGB
Haftungsausschluss
Auf eine Vereinbarung, durch welche die Rechte des Käufers wegen eines Mangels ausgeschlossen oder beschränkt werden, kann sich der Verkäufer nicht berufen, soweit er den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.


Ihrer Angebotsformulierung kann ich zudem weder eine Zusicherung einer bestimmten Eigenschaft, noch das arglistige Verschweigen eines Mangels (das scheint der Käufer mit der Behauptung "falsche Beschreibung" zu meinen) entnehmen. Für Arglist ist der Käufer beweispflichtig, Sie müssten den Schaden gekannt haben. Das ergibt sich aus dem von Ihnen geschuldeten Sachverhalt aber gerade nicht.

Zudem spricht die positibe Bewertung des Käufers tendenziell auch dafür, dass die Felgen zunächst druchaus seinen Vorstellungen entsprachen.

Mängel der Kaufsache, die erst nach der Übergabe an den Käufer entstehen, sind vom privaten Verkäufer ohnehin nicht zu vertreten.

Sollte der Käufer also behaupten, es habe schon bei der Übergabe der Artikel an ihn ein Mangel vogelegen, den Sie arglistig verschwiegen hätten, muss er Ihre Arglist beweisen und erklären, warum er zunächst positiv bewertet hat.

Hierfür kann ich Ihrer Schilderung wenig Chancen entnehmen.


Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt




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