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Käufer möchte eine Auktion zweideutig lesen und sie auch für sich zum Vorteil auslege


13.04.2005 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo,..

ich hätte da ein "kleines" Problem.... Ich habe mir privat aus einer Geschäftsauflösung 5 Vitrinen gekauft.... nun brauch ich selber aber doch nur zwei davon und habe drei übrig....eine davon habe ich bei Ebay als Auktion eingestellt..ich habe für meine Buchführung mir allerdings gedacht, das ich die Vitrinen durchnummeriere...3. , 4. + 5... Ich habe in die Auktionsüberschrift geschrieben:3. Vitrine Glas Geschäftsauflösung ! weiß ! supergroß != der Käufer möchte daraus gelesen haben, das er drei(statt 3. ) Vitrinen ersteigert.... desweiteren habe ich zwei Vitrinenarten zur Auswahl gehabt und in dieser Beschreibung auch die Mehrzahl benutzt....Ich habe in der Auktion leider 5 x in der Mehrzahl geschrieben , dafür aber in der Überschrift und noch 6 x in der Artikelbeschreibung in der Einzahl... und es stand auch nur eine Vitrine zur Versteigerung... spätestens in der folgenden Beschreibung hätte dem Käufer doch auffallen müssen, das er auf 1 Vitrine bietet, oder ?? : * wegen der Größe und des Gewichtes bitte nur an Selbstabholer oder wenn ihr eine Spedition beauftragt die Vitrine abzuholen,ist das auch o.k.,.. mit der Post ist es "etwas" unmöglich zu verschicken... ;-)

Zum besseren einschätzen des Problemes hier die Artikelnummer: 7503747872. Desweiteren habe ich dem Käufer alle Ersteigerungsdaten und E-mails in der Einzahl geschrieben.... Ich habe ihn am Anfang unseres Schriftverkehrs auf die von ihm mißverstande Auktion hingewiesen,... er besteht darauf, das er drei Vitrinen ersteigert hat und fordert die Herausgabe dieser oder er läßt sie sich vom Hersteller anfertigen und ich darf dann die entstehenden Kosten tragen... Eigentlich habe ich auf diesen ganzen Streß keine Lust, und nun meine Fragen:

1.) ist ihrer Meinung nach die Ebayauktion so beschrieben, das der Käufer drei Vitrinen ersteigert hat??
2)hätte er sich durch meine anscheinende nicht klare Ausage nicht vor Gebotsabgabe mit klärenden Fragen an mich richten müssen ??
3.) kann er durch mein z.T. Mehrzahl anstatt Einzahl ( Vitrine /Vitrinen) benutzten Wörter, auf die Herausgabe von drei Vitrinen bestehen ??
4.) Wenn das Angebot in beide Richtungen zu verstehen ist ( sowohl seine , als auch meine) , habe ich da eine Möglichkeit, das der Käufer nur die eine ersteigerte Vitrine bekommt oder gibt es eine Möglichkeit, das ich dann diesen Kaufvertrag von meiner Seite aus rückgängig machen kann ??Wegen Mißverständliche Erklärung ?? Auf den Foto´s ist ja auch nur eine Vitrine zu sehen.... 1 x mit Licht an, 1 x ohne...

Ich bedanke mich schon einmal im voraus und hoffe, das mir jemand aus diesem Forum eine Antwort geben kann, wie ich mich weiter verhalten kann...

Schöne Grüße







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Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


Zunächst einmal ist die von Ihnen gewählte Überschrift in der Tat sehr mißverständlich und muß vom Empfängerhorizont aus betrachtet werden: "3. Vitrine ..." ergibt für einen Käufer nur Sinn, wenn er die Aufzählung auf etwas beziehen kann, also z.B. die 3. Vitrine von rechts. "3. Vitrine" alleine ergibt keinen rechten Sinn und kann durchaus, da Ihr Angebot auch ansonsten orthografisch einige Fehler aufweist, auch dahingehend ausgelegt werden, daß Sie 3 Vitrinen verkaufen wollten. Das muß insbesondere vor dem Hintergrund gelten, daß Sie im Angebotstext geschrieben haben: "2 wollte ich , 5 mußte ich :-).... aber leider habe ich für soviel Vitrinen gar keinen Platz.... jetzt stehen sie hier im Flur kreuz und quer rum und es müssen 3 Stück raus ..."

Dafür spricht auch, daß Sie am Ende des Angebotstextes geschrieben haben, daß die Vitrinen 99,99 EUR Wert sind und das Startgebot bei diesem Wert festgesetzt haben.

Es spricht daher einiges dafür, daß die Käuferin Ihre Erklärung so verstehen durfte, daß Sie 3 Vitrinen und nicht eine einzelne verkaufen wollten und daher ein zunächst wirksamer Kaufvertrag über 3 Vitrinen zustandekommen ist.

"Mrs Angelika" wird also grundsätzlich die Herausgabe von 3 Vitrinen verlangen können.

Allerdings können Sie, da Sie eine Willenserklärung mit dem Inhalt, 3 Vitrinen verkaufen zu wollen, nach Ihrer Schilderung nie abgeben wollten, diese Willenserklärung gem. § 119 Abs. 1 2. Alt. BGB wegen Erklärungsirrtums anfechten. Das hat zur Folge, daß der Vertrag rückwirkend nichtig wird, und die Käufern keine Leistung verlangen kann.

Die Anfechtung sollten Sie unverzüglich erklären. Im Streitfall, wenn die Käuferin also gerichtlich die Lieferung von 3 Vitrinen verlangen sollte, müssten Sie allerdings beweisen, daß Sie eine Erklärung dahingehend, 3 Vitrinen verkaufen zu wollen, niemals abgeben wollten. Dieser Beweis ist in der Regel nicht einfach und wird Ihnen nur gelingen, wenn Sie das Gericht von Ihrem Irrtum überzeugen können.

Soweit muß es aber nicht kommen. Ich empfehle Ihnen, sich mit der Käuferin "in der Mitte" zu einigen: Bieten Sie Ihr zwei Vitrinen für den Preis von EUR 99,99 an, um die Angelegenheit vergleichsweise beizulegen. Angesichts der mit einem Gerichtsverfahren entstehenden Kosten und des Prozeßrisikos für beide Seite, ist eine außergerichtliche Einigung das vernünftigste.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2005 | 20:46

Vielen Dank zuerst einmal für die superschnelle Beantwortung meiner Anfrage... ich habe eine e-mail vorbereitet, die ich dem Käufer sowohl als e-mail, als auch als Einschreiben zukommen lassen möchte... Habe ich meine Erklärung ausreichend formuliert ??

Sehr geehrter Herr....,

hiermit nehme ich von meinem Recht nach § 119 Abs. 1 2. Alt. BGB wegen Erklärungsirrtums Gebrauch und erkläre die Auktion als nicht rechtskräftig . Die Auktion ist nach Rücksprache mit meinem Anwalt sowohl so zu verstehen, wie ich es als Auktion gedacht habe, als auch so, wie sie die Auktion gelesen haben. Es tut mir leid, das es zu diesem Mißverständniss ihrerseits gekommen ist. Bitte teilen sie mir ihre Bankverbindung mit, damit ich die von ihnen überwiesenen 99,99 Euro zurück überweisen kann.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.04.2005 | 20:55

Das Schreiben können Sie so verfassen. Lässt sich die Käuferin darauf aber nicht ein, sollten Sie den von mir vorgeschlagenen Vergleich in Erwägung ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

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