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Käufer hat defekte Ware zurückgenommen und droht mit Anzeige wegen Betrug!


| 18.03.2005 10:52 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ein Rechtsanwalt droht mir zu Unrecht mit einer Anzeige wegen Betrug. Ich möchte allerdings in 2 Monaten im Ausland studieren. Ist mein Studium gefährtet? Was soll ich tun?

Die ganze Geschichte hat so begonnen:

Bei einer ebay-Internetaktion stellte ich eine Frage zum Artikel 5166633332, der Verkäufer fragt mich nach vorzeitigem Beenden der Aktion, ob ich noch Interesse hätte. Er verhielt sich sehr nett und verkauft mir den Artikel ohne ebay. Als ich den Laptop auspackte, war er leider defekt. Durch den Beep Code konnte ich feststellen, dass die Grafikkarte kaputt war, was einen Transportschaden sehr unwahrscheinlich macht. Ausserdem fehlten Schrauben und der Laptop war sichtlich unfachmännich geöffnet worden.
Nachdem ich mich deshalb beschwert habe, überwies er mir erst die Hälfte, dann den ganzen Betrag zurück und wollte den Laptop wieder, da er vorhatte, einen Transportschaden bei einer Bekannten bei der Post herauszuschlagen.
Ich verpackte den Laptop wieder sehr gut und schickte ihn zurück, nun behauptet er, ich hätte das Gerät demoliert und droht mir mit einer Anzeige. Eigentlich hatte ich ja echt noch Glück und sollte ich ja nichts zu befürchten haben, da ich absolut nichts beschädigt habe. Allerdings macht mir ein wenig Sorgen, dass dieser Mensch ein Rechtsanwalt ist und ich in 2 Monaten zum Auslandsstudium aufbrechen wollte und deshalb keine Probleme mehr haben möchte.
Deshalb meine Fragen:
- was habe ich zu befürchten?
- was soll ich machen?

Insgesamt hab ich viel daraus gelernt. Werde auf keinen Fall mehr so etwas wertvolles im Internet kaufen. Vielen Dank für Ihr Bemühen.



Hier die emails:

Mein Vorschlag mit Nachnahme:

>> Guten Morgen!
>>
>> Da Sie leider keine email geschrieben haben, wie Sie mir sagten,
>> schreibe
>> ich Ihnen:
>>
>> Falls Sie nichts dagegen haben, werde ich das Paket per Nachnahme
>> schicken, dann habe ich die Gewissheit, dass ich das Geld bekomme und
>> Sie,
>> dass Sie Ihren Laptop wieder haben.
>>
>> Geht das so in Ordnung, dann ist die ganze Sache endlich vom Tisch,
>>
>> Gruß, D.


Seine Antwort:

>> Da kann man wieder mal sehen, dass Sie wirklich nichts begriffen haben.
>>
>> Ich nehme ein Paket entgegen, zahle zuvor dafür per Nachnahme, und mache
>> dann einen Transportschaden geltend???
>> Klingt wirklich sehr plausibel.
>>
>> Ich werde Ihnen das Geld heute überweisen.
>>
>> Sollte sich der geringste Verdacht ergeben, dass Sie das Notebook
>> zerstört
>> haben, werde ich ohne weitere Vorankündigung sofort Strafanzeige wegen
>> Betruges erstatten.
>>
>> Ansonsten möchte ich nichts wieder von Ihnen hören!


Meine Antwort (ich war echt gereizt)

> Guten Tag!
>
> Sie sind es, der nichts begriffen hat:
>
> No es vergüenza ser pobre,
> es vergüenza ser ladrón.
> (José Hernandez)
>
> Schauen Sie es gibt von meiner Schicht 2 Möglichkeiten:
> 1. Die Grafikkarte Ihres Laptop ist (durch elektromagnetische
> Schockwellen, die genau auf die Karte gerichtet waren?)leider auf dem
> Transport kaputt gegangen und Sie haben sich dafür sehr merkwürdig
> verhalten! In diesem Fall tut es mir leid für Ihren Laptop und das ganze
> Theater. Leider ist diese Möglichkeit sehr unwahrscheinlich.
> 2. Sie haben mir einen defekten Laptop als funktionierend verkauft. In
> diesem Fall hab Sie sich selber ein Armutszeugnis ausgestellt: Als
> Rechtsanwalt einen Studenten betrügen! Und da sich dieser wehrt, wollen
> Sie die Post betrügen! Welch trauriges Leben wäre das! Mit diesen Idealen
> wird man bestimmt sehr glücklich!
>
> Nur Sie wissen, was wirklich wahr ist (wahr in dem Sinn, was wirklich
> passiert ist und nicht, was Sie beweisen können)!
>
> Also, ich hoffe, Sie haben mir wirklich den Rest des Geldes überwiesen
> und
> so viel Würde besessen, mir die 7€ für den Transport mitgeschickt!
>
> Noch einen schönen Sonntag, D.


Seine Drohung:

> Wenn ein Schaden durch elektrische Schockwellen entstanden ist, dann in
> Ihrem Gehirn.
>
> Ich habe heute einen völlig demolierten Laptop erhalten, mit seitlicher
> Beschädigung etc. und diesen auch unter Zeugen ausgepackt.
> Dieses Gerät hat nicht im Geringsten irgendeine Ähnlichkeit mit dem
> Gerät,
> welches ich Ihnen geschickt habe.
> Offensichtlich haben Sie den Laptop unsachgemäß behandelt, es fallen
> gelassen oder Ähnliches bzw. mir ein ganz anderes Gerät wieder
> zugeschickt.
> Mit dieser Dreistigkeit werden sie keinen Erfolg haben.
>
> Dies stellt einen Betrug dar und ich werde in den nächsten Tagen
> Strafanzeige gegen Sie erstatten.
>
> Einen schönen Tag noch!


Seine zweite Drohung:

Wenn Sie sich schon im Gerichtssaal sehen, spricht das eine deutliche
Sprache.
Warten Sie doch einfach auf die polizeiliche Vorladung.

Vor Mitte April werde ich es sicher nicht schaffen, denn jetzt fahre ich
erst mal 3 Wochen in den Urlaub.
Aber wenn ich dann zurück bin, nehme ich das gleich in Angriff, verlassen
Sie sich drauf.

Weitere Korrespondenz wird in dieser Sache nicht mehr geführt.
Ankommende Emails werden ungelesen gelöscht.
18.03.2005 | 11:11

Antwort

von


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63225 Langen
Tel: 06103 - 2707599
Web: kanzlei-sachse.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

das Ganze kommt mir anhand Ihrer Schilderungen sehr dubios vor, aber ich denke, Sie brauchen sich wenig Sorgen machen, wenn sich der Sachverhalt so darstellt, wie Sie ihn beschrieben haben.

1. Strafanzeige des Verkäufers gegen Sie wegen Betruges
Einen Betrug kann ich dann nicht erkennen, wenn Sie einen defekten Laptop erhalten, diesen wieder zurückgeschickt und dafür den Kaufpreis erstattet haben. Dann läge nämlich bereits keine durch Täuschung verursachte irrtumsbedingte Vermögensverfügung vor.

Wäre es allerdings so, dass Sie einen anderen Laptop oder einen bei Übergabe funktionsfähigen und erst später beschädigten Laptop zurückgeschickt haben und dies wussten, dann läge ein Betrug vor.

2. Strafanzeige des Verkäufers gegen Sie wegen Sachbeschädigung
Sollten Sie einen ursprünglich funktionsfähigen Laptop VORSÄTZLICH, also wissentlich und willentlich, beschädigt haben, hätten Sie sich strafbar gemacht. Dies kann ich Ihrer Schildferung aber nicht entnehmen.

3. Strafanzeige ihrerseits gegen den Verkäufer wegen Beleidigung
Der Satz "Wenn ein Schaden durch elektrische Schockwellen entstanden ist, dann in Ihrem Gehirn." stellt meines Erachtens eine Beleidigung dar, wegen der Sie Strafanzeige erstatten könnten.



Solten Sie tatsächlich angezeigt werden, so kommt es natürlich auf die Beweislage an. Ich schlage deshalb vor, dass Sie bereits heute ein Gedächtnisprotokoll anfertigen und zudem sämtlichen mailverkehr, Postquittungen etc. aufbewahren. Zudem wäre es natürlich hilfreich, wenn Ihnen jemand beim Auspacken und überprüfen des beschädigten Laptops zugesehen hätte.

Ihr Auslandsstudium ist im Übrigen nicht gefährdet, Sie sollten nur sicherstellen, dass polizeiliche Vorladungen etc. Sie erreichen. Auf diese kann dann ggf. schriftlich reagiert werden.

Mit freundlichen Grüßen
RA Fabian Sachse


Nachfrage vom Fragesteller 18.03.2005 | 11:44

Vielen Dank Herrr Sachse!

Dann bin ich ja beruhigt, da ich weder etwas beschädigt, noch etwas ausgetauscht habe!
Die Sache kommt mir auch echt dubios vor, vorallem, weil er am Telefon nervös und inkonsistent war: einmal behauptet hat, er hätte ihn funktionierend weggeschickt, dann, ich könnte ihm nichts beweisen, dann will er einen Transportschaden vortäuschen, dann beschwert er sich, dass sein defekter Laptop defekt ist...., naja, Hauptsache ich habe keinen Stress mehr und kann ins Ausland. Deshalb werde ich wohl auch keine Anzeige wegen Beleidigung erstatten.
Wahrscheinlich wollte er mir nur Angst machen.
Meine Freundin hat beim Auspacken und Überprüfen, mein Bruder beim Einpacken zugeschaut. Sie werden im Notfall als Zeugen ausreichen, oder?

Was mich noch interessieren würde, wenn Sie keine Zeit haben, dann brauchen Sie das natürlich nicht zu beantworten:
Falls er mir das Geld nicht zurücküberwiesen hätte, hätte ich dann meinerseits mit einer Anzeige wegen Betrug Erfolg gehabt? Wir hatten nämlich kein ebay-Abkommen, nur emails.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.03.2005 | 11:49

hätte ich dann meinerseits mit einer Anzeige wegen Betrug Erfolg gehabt?

Ja!

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