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Käufer ersteigert Artikel und will Ware dann doch nicht


26.04.2007 14:11 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgendes Problem:
Ich habe am 08.04.2007 einen Artikel bei Ebay zu einem sehr guten
Preis verkauft. Ich habe dem Käufer alle relevanten Daten für
einen Abschluss geschickt und erhielt dann dieses Email:
"Hallo Claus,

meine Recherchen haben ergeben, dass Ihr angebotener Uhrenbeweger von einem Ebay-Händler stammt, den ich zuvor für mich als Verkäufer aufgrund schlechter Bewertungen (minderwertige Qualität, China-Ware etc.) ausgeschlossen hatte.

Der Uhrenbeweger ist als Geschenk gedacht und daher wollte ich hier jeglichen Ärger gerade in bezug auf evtl. mangelhafte Qualität vermeiden.

Nun musste ich aber feststellen, dass Sie selbst erst vor kurzem diesen Uhrenbeweger erworben haben und zwar zu einem wirklich günstigen Preis, für den ich persönlich ein qualitativ hochwertiges Produkt nicht mehr hergeben würde. Daher stellt sich nun für mich die Frage, was Sie zu dem Verkauf veranlasst hat?

Aus den o. g. Gründen möchte ich daher gerne vom Kaufvertrag zurücktreten und Sie bitten, das Angebot an den unterlegenen Bieter (der nur 1 € weniger geboten hat) zu unterbreiten.

Sollten Sie allerdings durch meinen Rücktritt den Uhrenbeweger erneut bei Ebay einstellen müssen, bin ich selbstverständlich bereit, mich an den entstehenden Ebay-Gebühren mit 5 € zu beteiligen.

Wie Sie anhand meiner Bewertung sehen können, bin ich ein sehr zuverlässiger Ebayer, habe aber bei dieser Transaktion aufgrund der gemachten Entdeckung ein sehr ungutes Gefühl und bitte Sie daher einfach um Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,
XXX"


Nachdem dieses Email sehr freundlich war hab ich folgendes
dieser Dame angeboten:

Hallo XXX,

danke für die Email, ich finde es schade dass Sie nachdem Sie das Angebot
abgegeben haben plötzlich dieser Meinung sind.
Ich versuche es an den zweitbietenden weiter zu geben. Wenn dies nicht klappt
dann muss ich den Uhrenbeweger erneut bei Ebay anbieten.
Falls ich weniger Euro bekomme müsste ich dies Ihnen verrechnen.
Auch ich bin ein zuverlässiger Ebayer und nach einem Gebot wollte bei mir noch
niemand vom Kauf zurück treten, deshalb bin ich etwas sprachlos.
Ich habe den Uhrenbeweger von einem Anbieter gekauft, und verkaufe ihn wieder
weil ich einen wollte der auch mit Batterie zu betreiben ist. Das ist völlig legal!

Ich gebe Ihnen auf jeden Fall Bescheid was der Zweitbietende macht und wenn ich
den Uhrenbeweger erneut einstellen muss. Sie können dann die Auktion verfolgen
und ich werde Ihnen den Differenzbetrag, falls ich weniger bekomme in Rechnung
stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Claus

Sie hat darauf hin nicht reagiert, ich habe dem Zweitbietenden
Uhrenbeweger angeboten, da dieses Angebot nach 24 Stunden verstrichen
war ohne dass dieser sich gerührt hatte habe ich den Uhrenbeweger
erneut eingestellt. Auch dies habe ich der Dame per Email mit-
geteilt:

"Hallo XXX,

leider hat der zweitbietende nichts von sich hören lassen,
ich habe den Uhrenbeweger erneut eingestellt und werde
wie schon beschrieben, falls ich weniger bekomme die
Differenz Ihnen in Rechnung stellen plus die Ebaykosten.

Grüße
Claus"


Leider erzielte diese Auktion nicht mehr diesen hohen
Preis und ich habe der Dame die Differenz und die Emailkosten
sozusagen als Schadensersatz in Rechnung gestellt. Die Dame
weigert sich nun trotz Fristsetzung die Differenz zu bezahlen.

"Hallo XXX,

so einfach wie Du Dir das vorstellst ist es leider nicht.
Hättest Du nicht geboten hätte der zweitbietende meinen
Artikel gekauft zu dem Preis den auch Du weisst.
Deine Pflichten als Käufer kannst Du unter
http://pages.ebay.de/rechtsportal/kaeufer_2.html
nachlesen.
Jetzt bin ich Dir schon soweit entgegengekommen den
Artikel neu einzustellen und die Differenz Dir zu verrechnen.
Dies habe ich Dir vor dem einstellen angekündigt und Du
hast nicht widersprochen! Aus diesem Grund muss ich leider auf
den 88,46 Euro bestehen.
Ich bitte Dich also diesen Betrag auf mein Konto siehe unten in der
Email bis spätestens 25.04.2007 zu überweisen. Wenn das Geld bis
dahin nicht auf meinem Konto eingeht befindest Du Dich in Verzug
und ich bin leider gezwungen rechtliche Schritte einzuleiten.
Sieh es als Lehrgeld an. Lese das nächste Mal aufmerksam die
Artikelbeschreibung und informiere Dich vor der Abgabe des Gebots
über den Artikel. Dies gehört übrigends zu den Grundsätzen bei
ebay.

Grüße
Claus XXX"

Prompt kam Ihre Reaktion, in diesem Email ist dann auch
gleich meine Antwort hierzu:

Sehr geehrte Frau XXX,

wie Sie wünschen!
Und nun zu Ihrer Email:
Sie können nicht einfach den von mir erworbenen Artikel zu selbsterdachten Konditionen wieder einstellen ohne vorher mit mir Rücksprache getroffen bzw. meine Zustimmung hierfür eingeholt zu haben.
1. Konditionen waren die gleichen wie die in der Sie mitgeboten hatten.
2. Rücksprache habe ich getroffen Sie haben sich nicht gemeldet, ist so! Ich
habe zum Glück unseren gesamten Email Verkehr aufgehoben.



Desweiteren sollten Sie auch mal Ihr Verhalten und die gemachten Fehler (nach Beendigung der Auktion) überdenken. Ich könnte Ihnen hier einige Beispiele nennen.

1. Mein Fehler war, darauf einzugehen und Ihnen die Möglichkeit geben zu den genannten
Konditionen (zu zahlende Differenz) vom Kaufvertrag zurück zutreten, wie es scheint ein sehr
großer Fehler
2. Dann nennen Sie mir bitte doch auch diese Beispiele

Wie bereits erwähnt bin ich immer noch bereit, die Ebay-Kosten für das Wiedereinstellen des Artikels zu übernehmen.

Das erzeugt lediglich ein verständnisloses Kopfschütteln.


Wenn Sie damit weiterhin nicht einverstanden sein sollten, sollten Sie den entsprechenden Weg beschreiten.


We schon im letzten Email geschrieben haben sie noch bis 25.04. Zeit dann werde ich den
entsprechenden Weg beschreiten.

Meine Zeit ist mir zu schade und zu kostbar, als dass ich Sie weiterhin mit dem Schreiben „fruchtloser“ eMails verschwenden möchte!


Danke da sind wir einer Meinung!

Mit freundlichen Grüßen
C. XXX


Was soll ich jetzt tun?
Habe ich den Anspruch auf die 88,46 Euro?

127,13 Euro (Ersteigerungsbetrag der Dame)
- 41,91 Euro (neuer Ersteigerungsbetrag)
+ 3,24 Euro (ebay-Kosten)
--------------------------------------------
88,46 Euro

Ich freue mich auf Ihre Antwort,
mit freundlichen Grüßen
Claus

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Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich - die Richtigkeit Ihrer Angaben vorausgesetzt - anhand der von Ihnen gemachten Angaben gerne wie folgt summarisch beantworten möchte:


Ihr Käufer ist grundsätzlich verpflichtet, den Kaufgegenstand auch abzunehmen. Sie hätten den Käufer daher auf Abnahme der Kaufsache gegen Kaufpreiszahlung in Anspruch nehmen können.

Einen Anspruch auf Schadensersatz (= Zahlung des Differenzbetrages) haben Sie nach den §§ 433, 437 Nr. 3, 280 Abs. 1 und 3, 281 BGB nur, wenn Sie dem Käufer zuvor eine angemessene Frist zur Abnahme des Artikels und zur Zahlung des Kaufpreises gesetzt haben. Dies haben Sie vorliegend nicht getan. Daher geht es grundsätzlich zu Ihren Lasten, wenn Sie den Artikel wieder einstellen und an einen anderen Bieter verkaufen.

Einer Fristsetzung bedarf es nach § 281 Abs. 2 BGB nur dann nicht, wenn sich der Käufer ernsthaft und endgültig verweigert, Ihnen den Artikel abzunehmen oder wenn besondere Umstände vorliegen, die unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die sofortige Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs rechtfertigen. Eine solche Weigerung kann ich vorliegend nicht erkennen. Der Käufer hat lediglich angefragt, ob Sie bereit wären, den Artikel an den Zweithöchstbietenden zu verkaufen. Er hat nicht zu erkennen gegeben, dass er den Vertrag auf keinen Fall erfüllen werde. Alleine die Tatsache, dass sich der Käufer auf Ihre erste Email nicht zeitnah meldet, lässt ebenfalls nicht auf eine Weigerung schließen.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem konkret zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass bei dieser Vorgehensweise weitere Kosten für die Beratung anfallen.

Gerne bin ich auch bereit, die weitere Vertretung und Beratung in der Angelegenheit für Sie zu übernehmen. Sie können mich jederzeit für eine weitere Beauftragung kontaktieren.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt, Mediator

------------------------------------
Gisselberger Straße 31
35037 Marburg

Telefon: 06421 - 167131
Fax: 06421 - 167132

hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 26.04.2007 | 14:45

Sehr geehrter Herr Jorma Hein,

eine Nachfrage, bleibt es bei Ihrer Einschätzung
auch wenn ich die Dame mit folgenden zwei Emails
zur Zahlung aufgefordert habe?

Hallo XXX,

haben Sie den Artikel schon bezahlt?
Ich warte auf das Geld und möchte den Uhrenbeweger
gerne versenden. Ich bin ab Morgen für eine Woche
dienstlich unterwegs und würde den Artikel gerne noch
auf den Weg bringen. Also bitte um kurze Mitteilung.


134,13 Euro

auf folgendes Konto oder per PayPal:

Hallo XXX,

da das Geld nach wie vor nicht da ist bitte ich Sie dringend
zu überweisen. Ich bin diese Woche beruflich unterwegs
werde aber dann sofort am Samstag in einer Woche den
Uhrenbeweger losschicken.

Bitte um Überweisung bis spätestens 07. April 2007.
Wenn das Geld nicht auf meinem Konto ist sind Sie in Verzug.

Grüße
Claus XXX

Ergänzung vom Anwalt 26.04.2007 | 15:09

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte:


Meine rechtliche Einschätzung ändert sich insoweit. Ihre zweite Email kann eine wirksame Aufforderung zur Zahlung des Kaufpreises darstellen. Inwieweit hier jedoch eine wirksame Frist gesetzt wurde, kann ich nicht beurteilen, da sich insoweit Ihre Daten widersprechen. In der Ausgangsfrage teilen Sie mit, dass der zugrunde liegende Verkauf am 08.04.2007 stattgefunden hat, in Ihrer Email bitten Sie jedoch um Zahlung bis zum 07.04.2007. Eine angemessene Frist dauert im Regelfall 7 bis 14 Tage.

Bitte beachten Sie, dass Sie in einem Prozess beweisen müssten, dass Sie den Käufer wirksam zur Zahlung des Kaufpreises aufgefordert haben. Sie müssten dann auch den Zugang Ihrer Email beweisen. Es ist erfahrungsgemäß damit zu rechnen, dass die Gegenseite den Erhalt der Email bestreiten wird. Sie haben dann kaum eine Möglichkeit, den Zugang dennoch zu beweisen.


Ich hoffe, Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator

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