Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

KFZ Werkstatt Ersatzteileinbau

21.09.2012 10:43 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Kann ich eine KFZ Werkstatt zwingen, dass diese von mir bereitgestellte Ersatzteile einbaut, (natürlich unter Haftungsausschluss für die Ersatzteile selbst)?

Hintergrund ist, dass bei meinem Mercedes LKW die Bremsscheiben hinten ausgewechselt wurden. Der mündliche Kostenvoranschlag inklussive Original Ersatzteile von Mercedes (die Werkstatt baut NUR Mercedes Teile ein, angeblich wegen der Haftung) war 1200.-€. Eine Stange Geld für zwei Bremsscheiben. Aber nun will die Werkstatt, nach durchgeführter Reparatur 5.100.-€ haben. Da die Bremssättel nicht rückstellbar waren, wurden auch diese gegen Originalteile ausgetauscht (1800.-€ Materialpreis), jedoch ohne vorher mit mir Rücksprache gehalten zu haben. Ich weigere mich diese Reparatur zu zahlen, da sie nicht mit mir abgesprochen war und möchte die Werkstatt zwingen, von mir gestellte Bremssättel einzubauen. Diese sind auch neu, zulässig und zugelassen, kosten aber nur etwa 600.-€ - ich würde mir immerhin 1200.-€ sparen. Dass die Werkstatt sich mit allen Mitteln dagegen stellt, dürfte jedem klar sein: sie hätte dann zwei Bremssättel übrig, die sie nicht mehr zurückgeben kann. Kann ich sie zum Einbau meiner Ersatzteile zwingen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich können Sie keine Werkstatt zwingen, die von Ihnen mitgebrachten Materialien einzubauen.

Nach § 650 BGB war die Werkstatt jedoch verpflichtet, Ihnen die Überschreitung des genannten Betrages vor Fertigstellung des Werkes mitzuteilen. Diese Pflicht besteht in etwa bei Mehrkosten von über zwanzig Prozent der veranschlagten Kosten.
Sie hätten dann das Recht gehabt, den Vertrag mit der Werkstatt zu kündigen.
Durch Unterlassen der Mitteilung, hat die Werkstatt ihre diesebzügliche Pflicht verletzt.
Das macht ihn grundsätzlich erstmal Schadensersatzpflichtig. Sie sind aber immer noch verpflichtet den üblichen Werklohn zu zahlen. Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist davon auszugehen, dass die in Rechnung gestellte Summe die Übliche ist.

Die einzige Möglichkeit, die Sie nun haben, ist demnach Ihre eigenen Schadensersatzpositionen gegen die Werkstatt geltend zu machen.

Hier wird es jedoch einigermaßen schwierig:
Der Werkunternehmer hat Sie so zu stellen, wie Sie bei rechtzeitiger Anzeige stünden (sogenanntes negatives Interesse). Dabei wird angenommen, dass Sie zu diesem Zeitpunkt gekündigt hätten. Dann wäre auch der Einbau der neuen Bremssättel nicht erfolgt. Daraus folgt, dass der Unternehmer erstmal auch nicht die Kosten hierfür hätte verlangen können.

Sie müssen sich aber ihrerseits den Wertzuwachs Ihres LKW´s anrechnen lassen, was wiederum der Summe entspricht, den der Unternehmer gegen Sie geltend macht. Jedenfalls bei unterstellter Üblichkeit und Angemessenheit der angefallenen Kosten. In den meisten Fällen ist es dann in der Tat so, dass unterm Strich die gesamte Werklohnforderung bezahlt werden muss.

An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass es auch eine Mindermeinung innerhalb der Rechtsprechung gibt, dass dem Besteller die Vorteile nicht entgegengerechnet werden dürfen. In diesen Fällen kann der Werkunternehmer nur den Betrag zuzüglich zwanzig Prozent fordern, den er bis zur Kündigungsmöglichkeit hätte fordern können . In Ihrem Fall müssten Sie also nur in etwa 1.500 € zahlen. Es lässt sich aber vorher nicht sagen, welcher Position das für Sie zuständige Gericht folgen würde.

In Ihrem konkreten Fall ist die Lage aber so, dass nach Ihrem Vortrag eine Ersparnis von 1.200 € möglich gewesen wäre. Diesen Betrag können Sie der Werkstatt in jedem Fall entgegen halten.

Sie sollten daher Ihrer Werkstatt zunächst einmal auf die Rechtslage aufmerksam machen. Vielleicht ergibt dadurch noch die Möglichkeit einer gütlichen Einigung. Falls nicht, fordern Sie die Werkstatt zum kostenlosen Austausch unter Fristsetzung auf um vielleicht den Schadensersatz gerichtlich geltend zu machen.
Gerne können Sie sich deibezüglich auch an mich wenden. Eine Geltendmachung durch mich lässt sich unproblematisch auch über weitere Entfernung realisieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70760 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Auf den Punkt kommend deutlich erklärt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
bin zufrieden ...
FRAGESTELLER