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KFZ Schaden, spachteln oder erneuern?


13.08.2005 12:58 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Meine Nachbarin hat beim Verlassen ihres Fahrzeugs durch das Aufreißen ihrer Tür meinem parkenden Fahrzeug eine Delle (Knick) und eine Lackbeschädigung in der Tür zugefügt. Ein von mir eingeholter Kostenvoranschlag hat ergeben dass die Tür ausgewechselt werden und lackiert werden müsste. Die gegnerische Versicherung hatte ein Foto des Schadens bei mir angefordert, welches ich auch beigebracht habe. Allerdings ist es mir nicht wirklich gelungen die Beschädigung deutlich sichtbar abzulichten, da so eine Delle auf einem schwarzen Fahrzeug nicht wirklich gut zu erkennen ist. Die Versicherung schreibt nun:

"Den Fotos nach weist die Tür eine Schramme auf. Es ist nicht nachvollziehbar warum die Tür erneuert werden soll. Die Tür wurde daher in Abzug gebracht."

Laut Kostenvoranschlag kostet die Reparatur netto 620€. Die Versicherung hat hier nun die Tür abgezogen und will netto 338,40€ zahlen. Hierzu habe ich nun folgende fragen:

Macht es Sinn einen Anwalt zur Durchsetzung der gesamten Forderung einschließlich der Erneuerung der Tür einzuschalten?

Die Tür müsste auf jeden Fall gespachtelt werden, da es sich eben wirklich nicht nur um eine Schramme handelt. Müsste ich mich eventuell mit einem Spachteln der Tür zufrieden geben oder kann ich auf eine Erneuerung derselben bestehen? (Ford Ka, EZ:1997, 62.000km, reparierter Vorschaden)

Ist es bei der geringen Höhe des Schadens möglich auf Kosten der gegnerischen Versicherung einen unabhängigen Gutachter zur Feststellung der wirklichen Schadenshöhe zu beauftragen?

Für die Beantwortung meiner Fragen danke ich Ihnen im Voraus!

Mfg

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Rechtslage ist klar: Sie haben einen Anspruch auf Wiederherstellung des Zustandes, wie er vor dem Schadensereignis bestand. Wenn dies nur durch eine vollständige Erneuerung der Tür möglich ist, muß die Versicherung auch die vollen Kosten dafür tragen.

Ist eine Reparatur möglich, müssen Sie sich damit zufrieden geben.

Den Beweis dafür, welche Art der Schadensbeseitigung erforderlich ist, obliegt allerdings Ihnen. Da die Versicherung bestreitet, daß ein Austausch der Tür notwendig ist, werden Sie einen Gutachter mit dieser Fragestellung beauftragen müssen. Kommt dieser zu dem Ergebnis, daß Sie im Recht sind, wird die Versicherung auch die Gutachterkosten tragen müssen. Kommt der Gutachter aber zu dem Ergebnis, daß eine bloße Reparatur der Türe möglich ist, um den Schaden zu beseitigen, wird die Versicherung auch nur diese Kosten, und auch nicht den Gutachter, zahlen müssen.

Das Gleiche gilt für die Anwaltskosten. Diese müsste die Versicherung als notwendige Kosten der Rechtsverfolgung zahlen, wenn Sie im Recht sind. Andernfalls werden Sie auch diese Kosten im Endeffekt selbst zahlen müssen.

Sie sollten also überlegen, ob Sie dieses Risiko eingehen möchten. Diese Entscheidung wird Ihnen aber niemand abnehmen können.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 13.08.2005 | 14:12

Naja, Sie schreiben: "Sie haben einen Anspruch auf Wiederherstellung des Zustandes, wie er vor dem Schadensereignis bestand."
Der Zustand vor dem Schaden war eben ungespachtelt. Natürlich kann man den Schaden vermutlich auch durch Spachteln beheben. Man kann auch wesentlich größere schäden Spachteln, oder eine Gebrauchte Tür einbauen, aber die Frage ist ja ob ich das erdulden muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.08.2005 | 14:54

Wenn sich der Schaden durch eine Spachtelung beheben läßt, also die Beschädigung nicht mehr sichtbar ist, werden Sie sich aufgrund Ihrer Schadensminderungspflicht leider damit zufrieden stellen geben müssen.

Ein Austausch der Tür kommt nur in Betracht, wenn dies zur Schadensbeseitigung erforderlich ist - was Ihnen aber offenbar die Werkstatt im Kostenvoranschlag geschrieben hat.

Ob zur Beseitigung des Schadens das Spachteln ausreichend ist, wird letztlich, wenn Sie sich mit der Versicherung nicht einigen können und es drauf ankommen lassen, nur ein Gutachter feststellen können.

Angesichts der Höhe des im Raume stehenden Betrages würde ich das Risiko einer eventuellen gerichtlichen Auseinandersetzung (mit hohen Kosten wg. Sachverständigengutachten) nicht eingehen.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

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