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KFZ- Reperatur in Fremdwerkstatt während der Garantie.

| 11.03.2009 23:08 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Guten Abend,
Am 17.09.2008 kauften wir einen Audi in einem Pegeot Autohaus in Essen incl. einer Car-Garantie . Innerhalb der ersten sechs Monate hatte der Wagen zwei Schäden. Am 17.02.2009 trat der erste Schaden ein ,den die Car-Garantie übernahm. Davon haben wir 50% der Materialkosten übernommen mit der Bitte ,das der Verkäufer die Kosten übernimmt ,womit er auch einverstanden war. Bis zum heutigen Tage haben wir keinen Cent erstattet bekommen. Den zweiten Schaden hatten wir auf der Fahrt nach Dortmund am 07.03.2009 als uns das Gleichlaufgelenk auf der rechten Seite von der Gelenkwelle kaputt ging und wir uns vom ADAC abschleppen lassen mußten. Da es Samstag Nachmittag war, hatte die Vertragswerkstatt schon Feierabend und wir konnten keinen Mitarbeiter erreichen dem wir von dem Schaden berichten hätten können. Also brachte der ADAC das Auto in eine andere Fachwerkstatt ( VW) und wir ließen es bis Montag dort stehen. Montag Vormittag erklärten wir dem Mitarbeiter den Schaden mit der Bitte ,sich mit der Car-Garantie in Verbindung zu setzen. Die Car-Garantie übernahm auch diesen Schaden aber auch hier mußten wir 253,83 Euro dazu bezahlen. ( Materialkosten). Das Autohaus in Essen ( Verkäufer) wollte diesmal nicht die Materialkosten übernehmen ,weil wir ohne Ihres Wissens den Wagen in einer anderen Fremdwerkstatt reparieren lassen haben.
Frage1: Müssen wir für die Materialkosten überhaupt aufkommen in den ersten sechs Monaten ( gesetzliche Gewährleistung) Keine Verschleißteile
Frage2: Muß man den Vertragshändler ( Verkäufer) benachrichtigen über die Reperatur in einer anderen Fremd-Fachwerkstatt?

Vielen Dank .MfG.

Sehr geehrter Fragesteller,

gern möchte ich Ihre Frage anhand der von Ihnen gemachten Angaben zum Sachverhalt und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich fürchte leider, dass Sie in Ihrem Fall tatsächlich wohl keine Ansprüche an den Verkäufer richten können, soweit sich nicht auf dem Verhandlungswege noch eine Einigung mit dem Verkäufer erzielen lassen sollte. Hintergrund ist folgender:

Man muss strikt trennen zwischen Garantie- und Gewährleistungsansprüchen. Diese werden im allgemeinen Sprachgebrauch zwar häufig synonym verwandt, sind rechtlich aber zwei völlig verschiedene Rechtsinstitute - mit verschiedenen Voraussetzungen und verschiedenen Rechtsfolgen.

Die Car-Garantie ist eine eigenständige Garantie, die ein ansonsten zumeist unbeteiligter Garantiegeber gewährt (sogenannte Garantieversicherung). Ansprüche im Rahmen der Car-Garantie sind daher allein gegen den Garantiegeber zu richten. Inhaltlich richten sich die Ansprüche ausschliesslich nach den vereinbarten Garantiebedingungen. Es ist in dem Bereich zulässig und in der Praxis auch üblich, dass hier gewisse Eigenbeteiligungen vereinbart werden.

DANEBEN und völlig unabhängig von dem Bestehen einer solchen Car-Garantie bestehen die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche. Diese resultieren aus dem Kaufvertrag und bestehen daher dem Verkäufer gegenüber. Diese gesetzlichen Gewährleistungsansprüche richten sich nach den Vorschriften der §§ 434 ff BGB.

In dem Falle, in dem Sie neben den ohnehin bestehenden gesetzlichen Gewährleistungsansprüchen noch eine Garantie abgeschlossen haben, steht es Ihnen als Käufer grundsätzlich frei, wen Sie in Anspruch nehmen wollen (vgl OLG Stuttgart NJW-RR 1997, 1533). So umfassen die Garantien häufig Bauteile, die in der Regel nicht von der gesetzlichen Gewährleistung umfasst sind (Stichwort zBVerschleissteile), dafür findet man hier aber eben oft auch die Eigenbeteiligungen. Es ist also immer im Einzelfall zu schauen, ob beim Auftreten eines konkreten Problems die Inanspruchnahme der Garantie oder der Gewährleistung für Sie günstiger wäre.

Für die gesetzliche Gewährleistung sieht § 437 BGB die Rechte des Käufers bei Mängeln vor. Danach haben Sie das Recht auf Nacherfüllung (Nachbesserung oder Nachlieferung), auf Minderung und auf Rücktritt. Dabei hat der Gesetzgeber einen Vorrang der Nacherfüllung vorgesehen. Überhaupt nicht vorgesehen ist dagegen die Reparatur in einer Fremdwerkstatt mit anschliessendem Erstattungsanspruch gegen den Verkäufer. Hier stellt sich nun das konkrete Problem in Ihrem Fall:

Sie haben zunächst eine Fremdwerkstatt mit der Reparatur beauftragt, was offensichtlich von Ihren Garantiebedingungen gedeckt war. Zwar kann man durchaus so vorgehen, wie Sie dies getan haben – also einen Teil über die Car-Garantie einholen und den Rest über den Verkäufer. Allerdings müsste in dem Fall die Reparatur in der Fremdwerkstatt tatsächlich in Absprache mit dem Verkäufer erfolgen (wie bei der ersten Reparatur). Denn ansonsten würden Sie Ihrem Verkäufer sein gesetzlich vorgesehenes Recht auf eigene Durchführung der Reparatur abschneiden und damit leider Ihre gesetzlichen Sachmängelhaftungsansprüche verlieren.

Um also zusammenfassend Ihre Fragen zu beantworten:
Im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung müssten die Mängel innerhalb der Gewährleistungszeit in der Tat vollständig auf Kosten des Verkäufers behoben werden (§ 439 BGB). Dies setzt aber voraus, dass er von Ihnen auch die Möglichkeit bekommen hat, die Mängel selbst zu beseitigen. Die Kostenerstattung einer Fremdwerkstatt ist nicht vorgesehen. Wenn man zunächst den Garantiegeber aus der Car-Garantie in Anspruch nehmen und in einer Fremdwerkstatt reparieren lassen möchte, so müsste man unbedingt die Zustimmung des Verkäufers zur Behebung der Mängel in der Fremdwerkstatt einholen, um sich für den Fall, dass der Garantiegeber den Schaden nicht vollständig tragen sollte, auch die gesetzlichen Gewährleistungsansprüche zu erhalten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen eine erste Orientierung gegeben haben zu können und trotz des für Sie negativen Ergebnisses dennoch zur Klärung der Rechtslage beigetragen zu haben.
Es sei der Hinweis erlaubt, dass die Beratung nur anhand der von Ihnen gemachten Angaben erfolgt ist und lediglich eine erste grobe Einschätzung darstellt. Die ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüssen,

J. Lau
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 13.03.2009 | 18:05

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 13.03.2009 5/5,0
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