Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.507
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

KFZ-Reparatur teurer als im Angebot - was tun?

| 19.07.2013 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Beschädigung eines Kfz bei Reparatur; Beweislast

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

da mein Auto Kühlflüssigkeit verlor, fuhr ich damit am Mittwoch in die Werkstatt und ließ ein Angebot erstellen. Die Werkstatt fand den Fehler und erstellte mir ein Angebot zur Reparatur über 131,51€. Ein Hinweis wie „Das Angebot erfolgt freibleibend" o.Ä. ist nicht auf dem Angebot vermerkt.

Ein Termin wurde für heute vereinbart, und der Schaden wurde repariert. Als ich den Wagen abholen wollte, folgte die böse Überraschung: Statt der ursprünglichen 131,51€ wurden nun 144,91€ in Rechnung gestellt. Es wurde eine längere Arbeitszeit berechnet. Die Begründung dafür war, dass es ja ein älteres Auto sei, und die Schläuche im Motorraum fester gesteckt hätten als erwartet. Daher hätte die Reparatur 30 Minuten länger gedauert.
In den AGB der Werkstatt steht dazu:

1. Kostenvoranschlag
Auf Verlangen unserer Kunden erstellen wir einen Kostenvoranschlag, der die voraussichtlichen Reparaturkosten einschließlich Angabe der Mehrwertsteuer enthält. Abweichungen bis zu 10% von diesem Kostenvoranschlag sind zulässig, vorausgesetzt, dies ist dem Kunden zumutbar. Für den Kostenvoranschlag berechnete und vereinnamte Kosten werden bei Auftragsdurchführung mit der Auftragssumme verrechnet.

Ich akzeptierte zähneknirschend und begab mich zu meinem Wagen. Dabei bemerkte ich, dass mein Schaltknauf im oberen Bereich gebrochen ist, und nun droht komplett abzureißen. Als ich die Werkstatt darauf aufmerksam machte, sagte man mir zunächst dass dem Mitarbeiter, der den Wagen repariert hat, keine Beschädigungen an meinem Wagen bekannt wären. Als ich dem Filialleiter dann den defekten Schaltknauf zeigte meinte dieser, dass dieser Schaden bestimmt schon vorher bestanden hätte, und dass meine Geschichte ja „an den Haaren herbeigezogen" wäre. Auf meinen Hinweis, dass er doch eine Versicherung haben müsste, die Schäden reguliert ging er nicht ein und meinte nur lapidar, dass ein neuer Schaltknauf 60-70€ kosten würde. Um sich abzusichern fragte er einen weiteren Mitarbeiter: „Du hast doch vorhin eine Probefahrt gemacht? Da war der Knauf doch schon kaputt, oder?", was dieser natürlich bejahte. Ich fühlte mich auf den Arm genommen und als ich etwas lauter wurde, kopierte er sich lediglich meinen Fahrzeugschein und meinte „er wolle sich noch mal durch den Kopf gehen lassen, was man da machen könnte."

Nun meine Fragen:
1.) Ist es zumutbar, dass die Rechnung höher ist als der Kostenvoranschlag, oder ist dieses lediglich eine Masche um die Kunden „abzuzocken".
2.) Was kann ich tun um meine Forderung nach einer Schadensregulierung durchzusetzen, bzw. wie kann ich beweisen, dass der Schaden in der Werkstatt entstanden ist?
3.) Ist es sinnvoll eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung zu stellen?

Sehr geehrter Fragensteller,

anhand des geschilderten Sachverhalts und Ihres (Mindest-) Einsatzes kann ich Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung in der gebotenen Kürze wie folgt beantworten:

1.) Ist es zumutbar, dass die Rechnung höher ist als der Kostenvoranschlag, oder ist dieses lediglich eine Masche um die Kunden „abzuzocken".


Ein Kostenvoranschlag ist immer eine Prognose – es kann i.E. billiger oder teurer werden. Diese Abweichungen können dann natürlich aber nicht in beliebiger Höhe erfolgen.
Eine Abweichung von 10 %, wie von Ihnen erkannt und offenbar auch akzeptiert ist durchaus noch im Rahmen.

Die Grenze wurde auch nicht durch die Reparatur überschritten.

Sollten Sie der Werkstatt „Abzocke" durch Abrechnung von tatsächlich nicht aufgewendeter Arbeitszeit vorwerfen, so wären Sie diesbezüglich beweispflichtig.


2.) Was kann ich tun um meine Forderung nach einer Schadensregulierung durchzusetzen, bzw. wie kann ich beweisen, dass der Schaden in der Werkstatt entstanden ist?


Für die Beschädigung können Sie Schadenersatz verlangen, wenn Mitarbeiter der Werkstatt diese verursacht haben. Die Beweislast liegt bei Ihnen. Den Beweis könnten Sie z.B. erbringen durch einen Zeugen, der mit Ihnen das Fahrzeug abgegeben hat und bestätigen kann, dass es zu diesem Zeitpunkt unbeschädigt war oder durch ein Übergabeprotokoll.


3.) Ist es sinnvoll eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung zu stellen?


Das hängt davon ab, was Sie unter sinnvoll verstehen. Wenn Sie ein Ermittlungsverfahren nur zur Einleitung bringen möchten, dann wäre es wohl „sinnvoll".

Sofern Sie aber (vgl. Fragen 1 und 2) nicht den erforderlichen Beweis dafür erbringen können, dass Mitarbeiter der Werkstatt die Beschädigung verursacht haben, wird ein etwaiges Verfahren aber jedenfalls wegen eines nicht nachweisbaren Tatvorwurfs eingestellt werden.

I.Ü. wäre die Beschädigung vss. ohnehin nur dann strafbar, wenn sie VORSÄTZLICH verursacht worden wäre. Eine fahrlässige Sachbeschädigung ist dem StGB unbekannt.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meinen Antworten fürs Erste weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüßen

Florian Weiss
Rechtsanwalt
_________
Allgemeiner Hinweis:

Für die Vergütung einer außergerichtlichen Tätigkeit verlangt § 4 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG), dass der vom Auftraggeber an den Anwalt zu zahlende Betrag in einem angemessenen Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko des Anwaltes stehen muss. Als Richt-wert kann insoweit für eine Erstberatung der Betrag von € 250,00 netto herangezogen werden ( § 34 Abs. 1, S. 3, 3. Hbs. RVG).

Vielen Dank!

Nachfrage vom Fragesteller 19.07.2013 | 21:11

Sehr geehrter Herr Weiss.
Vielen Dank für die Antwort.
Ein Übergabeprotokoll existiert leider nicht, und ich hätte lediglich eine Zeugenaussage. Bei einem Rechtsstreit würde dann aber Aussage gegen Aussage stehen sodass dies nicht sehr Erfolgversprechend erscheint. Was meinen Sie?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.07.2013 | 21:47

Wenn Sie einen Zeugen haben, der positive Kenntnis davon hatte (nicht nur eine "Annahme"), dass beim Zeitpunkt der Übergabe die Beschädigung nicht vorhanden war, könnte der Nachweis möglicherweise gelingen.

Es kommt nicht darauf an, wer "mehr" Zeugen hat, sondern was zur Überzeugung des Gerichts festgestellt werden kann.

Bewertung des Fragestellers 19.07.2013 | 22:11

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die gute Beratung."
Stellungnahme vom Anwalt: