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KFZ-Reparatur: Erneute Rechnung bei gleichem Fehler

| 24.07.2010 03:24 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Guten Abend,

ich benötige Ihre Hilfe im Falle einer erneuten Inrechnungstellung einer Reparatur, welche aus dem gleichen herraus veranlasst wurde, und hoffe Sie können mir helfen.

Zur Problematik:

Aufgrund einer Autopanne auf der Autobahn, Fehler bei der Automatik, wurde ich vom ADAC abgeschleppt und habe daraufhin mein Fahrzeug zur Reparatur in eine Vertragswerkstatt gegeben.

Der Servicemitarbeiter hat mich in den darauffolgenden Tagen über die Vorgehensweise der Werkstatt informiert und mich stets um Einverständnis gebeten. Dies beinhaltete den Wechsel einer Motorsteuerung und ob diese bei dem Preis (1000€) gewünscht sei. Da ich im guten Glauben von einer erfolgreichen Reparatur ausgegangen bin, habe ich auch mein Einverständniss erteilt.

Nachdem die Rechnung bezahlt wurde und das Auto abgeholt wurde, ist das Fahrzeug auch für den folgenden Einsatz im Stadtverkehr ohne Probleme funktionstüchtig gewesen.

Als ich jedoch arbeitsbedingt eine längere Strecke zurücklegen musste und wieder die Autobahn benutzt habe, ist der gleiche Fehler erneut aufgetreten (die exakt gleiche Ablauf der Panne).

Diesmal wurde ich jedoch nicht vom ADAC abgeschleppt, sondern die Fehlercodes wurden aus dem Speicher ausgelesen, notiert und der Speicher gelöscht.

Am darauffolgendem Tag wurde das Fahrzeug zur gleichen Werkstatt gebracht und im Glauben einer Kulanz-Situation, bzw. Gewährleistung etc. abgegeben.

Aufgrund des Urlaubs des Servicemitarbeiters, welches mich beim ersten Mal betreut hat, wurde dies von einem Kollegen übernommen.
Der Ablauf der folgenden Tage war grundverschieden. Es gab keine telefonische Erfragung, ob und was gewechselt werden solle. Ausschließlich aufgrund eigener Anrufe wurde ich informiert welche Arbeiten durchgeführt werden, jedoch nicht über die Kosten.

Ende der Geschichte ist nun, das ein neues Steuergerät gewechselt wurde (1250€) und bei Anfrage wegen Kulanz, dies verneint wurde da ja ein anderes Gerät gewechselt werden musste. Hätte ich gewusst, dass die Reparatur insgesamt über 2000€ kosten würde, hätte ich dies nicht gemacht da sich meines Erachtens, dies bei einem 8Jahre altem Auto nicht wirklich lohnt.


Zu meinen Fragen:
Habe ich Anspruch auf Gewährleistung bei der ersten Reparatur?
Könnte die erste Reparatur storniert werden, da ein Wechsel des besagten Teils nicht nötig gewesen wäre?
Wie sähen die nun nötigen Schritte aus?

Vielen Dank für Ihre Hilfe und Mühen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephan L.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

1. Habe ich Anspruch auf Gewährleistung bei der ersten Reparatur?

Grundsätzlich kommt in Ihrem Fall ein Anspruch auf Gewährleistung hinsichtlich der ersten Reparatur in Betracht, so dass die zweite Reparatur die erforderliche Nachbesserung darstellt und daher von Ihnen nicht noch einmal gesondert bezahlt werden müsste. Voraussetzung dafür ist, dass der Mangel an der reparierten Stelle innerhalb von zwölf Monaten nach der Kfz Reparatur erneut aufgetreten ist, da nach den üblicherweise geltenden Reparaturbedingungen innerhalb dieser Zeit (Gewährleistungsfrist) die Werkstatt den Mangel kostenfrei nachbessern muss. Bei Fehlen einer entsprechenden Regelung in den Reparaturbedingungen beträgt die Gewährleistungszeit sogar zwei Jahre. Dabei ist aber außerdem Voraussetzung, dass die Werkstatt durch ihre Leistung den Mangel verursacht hat und dieser also nicht auf andere Ursachen zurückzuführen ist. Für eine reine Gewährleistung müssten Sie also im Zweifel beweisen können, dass die erste Reparatur unzureichend bzw. fehlerhaft war. Inwieweit dies möglich ist, kann aus der Distanz nicht abschießend beantwortet werden. Problematisch könnte dabei aber eventuell dieser Nachweis der Ursache des Mangels sein. Werkstätten neigen leider oftmals dazu, dass sie prinzipiell jeden verursachten Schaden erst einmal von sich weisen. Wird man sich nicht einig, so enden solche Streitfälle oftmals vor Gericht und die Ursache kann dabei dann nur noch durch einen Sachverständigen geklärt werden. Die Kosten für den Sachverständigen muss aber die Werkstatt tragen, wenn sie den Rechtsstreit verliert bzw. dadurch der Nachweis erbracht wird, dass die ursprüngliche Reparatur fehlerhaft gewesen ist.

2. Könnte die erste Reparatur storniert werden, da ein Wechsel des besagten Teils nicht nötig gewesen wäre?

Soweit die erste Reparatur den Mangel nicht vollständig behoben hat, haben Sie zunächst das Recht, Nachbesserung zu verlangen. Die Reparaturbedingungen sehen hierfür üblicherweise zwei bis drei Nachbesserungsmöglichkeiten durch die jeweilige Werkstatt vor. Wenn hiernach der Mangel weiterhin auftritt, war die Nachbesserung erfolglos und Sie können erst dann vom Reparaturauftrag zurücktreten, also stornieren und Ihr Geld zurückverlangen. In Ihrem Fall bedeutet dies, dass für den Fall, dass derselbe Mangel nach der nunmehr erfolgten zweiten Reparatur (welche als Nachbesserung anzusehen ist) nochmals auftreten sollte, Sie jegliche weitere Nachbesserungsversuche ablehnen (soweit wie gesagt eventuell vorhandene Reparaturbedingungen nicht noch weitere Nachbesserungsversuche vorsehen) und vom Reparaturauftrag insgesamt zurücktreten, diesen also stornieren können.

3. Wie sähen die nun nötigen Schritte aus?

Zunächst sollten Sie soweit die zweite Reparaturrechnung noch nicht bezahlt wurde, deren Begleichung mit der aufgezeigten Begründung verweigern, dass die ursprüngliche Reparatur wegen Auftreten desselben Mangels mangelhaft war und daher die zweite Reparatur kostenfrei im Rahmen der der Werkstatt obliegenden Nachbesserungspflicht zu erbringen ist. Sollten Sie die zweite Reparatur bereits gezahlt haben, sollten Sie die hierfür aufgewendeten Kosten von der Werkstatt mit gleicher Begründung zurückfordern. Sollte die Werkstatt dann bestreiten, dass die ursprüngliche Reparaturleistung mangelhaft gewesen ist, kann die Ursache wie aufgezeigt im Zweifel nur durch einen Sachverständigen geklärt werden, welcher dann ergänzend mit der Untersuchung beauftragt werden kann. Dabei sollte dann versucht werden, mit der Werkstatt vorab einvernehmlich eine Regelung zur Klärung der Ursachen des Mangels sowie hinsichtlich der Gutachterkosten zu finden. Stellt sich hiernach heraus, dass die ursprüngliche Reparatur bereits mangelhaft war und tritt auch nach zweiter Reparatur dieser Mangel erneut auf, sollten Sie der Werkstatt eine letzte Möglichkeit zur Nachbesserung und vollständigen Fehlerbehebung einräumen. Ist der Mangel dann immer noch nicht behoben, so können Sie insgesamt von dem gesamten, also ursprünglichen Reparaturauftrag zurücktreten und Ihr Geld dann vollständig zurückverlangen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter.

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2010 | 13:33

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe heute noch einmal mit der Werkstatt telefoniert und es hat sich herausgestellt das garkein Reparaturauftrag erteilt wurde. Ist in diesem Falle überhaupt eine zweite Reparatur in diesem Umfang (1200€) selbstständig von der Werkstatt durchzuführen ohne eine Einverständniserklärung meinerseits?

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Leipacher

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2010 | 16:00

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage noch wie folgt:

Die Aussage der Werkstatt, dass gar kein Reparaturauftrag erteilt wurde, dürfte falsch sein. Ein solcher muss nicht zwingend schriftlich erfolgen. Allein dadurch, dass Sie Ihr Fahrzeug dort in Reparatur gegeben haben, reicht dafür aus, dass ein entsprechender Reparaturvertrag zustande gekommen ist, auf dessen Grundlage letztlich die Gewährleistungsansprüche bestehen. Wenn nach der Argumentation der Werkstatt überhaupt kein Reparaturauftrag vorlag, müssten Sie schließlich mangels Vertragsgrundlage auch nicht die Rechnung hierfür bezahlen. Insoweit hätte die Werkstatt bei (angeblichen) Nichtvorliegen eines Auftrags auch keine Reparatur durchführen zu brauchen bzw. ohne Ihr Einverständnis dürfen. Ich halte diesen Einwand der Werkstatt für vorgeschoben, um sich der Gewährleistung zu entziehen. Sollte die Werkstatt diese Argumentationsschiene beibehalten, verlangen Sie doch einfach Ihre gezahlten Kosten erst einmal vollständig mit der Begründung zurück, dass dann mangels vertraglicher Grundlage auch kein Zahlungsanspruch gegen Sie bestehen kann.

Mit freundlichen Grüßen

RA Thomas Joschko

Bewertung des Fragestellers 26.07.2010 | 13:33

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.07.2010 5/5,0
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