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KFZ Kaufvertrag - Restzahlung - Mangel


20.02.2007 20:27 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Zu meinem Problem:

Ich habe als Privatperson ein Gebrauchtfahrzeug am 8.2.07 für 2900 Euro an eine andere Privatperson verkauft.

Der Käufer hatte eine Probefahrt gemacht und das KFZ ausführlich begutachtet. Er hat eine Zahlung von 2000 Euro in Bar mir gegeben, und wir haben vereinbart das der Käufer den Restbetrag von 900 Euro bis zum 18.02.07 überweist.

Dies ist alles auf dem Kaufvertrag vereinbart worden.

Nun bekomme Ich heute einen Anruf des Käufers, und der meint folgendes kurz zusammengefasst:

Das das Auto angeblich einen Seitenschaden hat weil die Tür nicht mehr richtig schliesst, und Ich dies nich angegeben habe, sondern auf dem Kaufvertrag "Das Fahrzeug ist unfallfrei" angekreuzt habe. Das Fahrzeug hatte bei mir auch keinen Unfall an der Seite, geschweige den die Tür ging immer zu in meinem Besitz. Der Anrufer meinte außerdem das Ich mir nu überlegen sollte, was ich nu mache, ansonsten möchte er "gerichtlich" gegen mich vorgehen.

Im Kaufvertrag wurden außerdem vollgegende Vereinbarungen getroffen:

"gekauft wie gesehen, keine Garantie und Gewährleistung, kein Anspruch auf jedliche Sachmängel"

Was soll ich Ihrer Meinung nach nun tun? Ich bin im Prinzip auf diese 900 Euro Restzahlung angewiesen. Kann ich diese einfordern, oder hat sogar der Käufer ein Recht diese nicht zu zahlen und den kompletten Betrag wieder zurückzufordern?

Außerdem wollte ich noch sagen, das ich noch den KFZ-Brief besitze und Ihn dann halt schicken wollte, sobald der komplette Betrag bezalt ist.

Für eine ausführliche Antwort bin ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung der mitgeteilten Informationen und Ihres Einsatzes wie folgt:

Da Sie die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen zu haben scheinen, könnte sich der Käufer allenfalls darauf berufen, dass Sie das Klemmen der Tür arglistig verschwiegen haben, Ihnen also bekannt war, dass die Tür klemmt und Sie ihm dies nicht mitgeteilt haben. Hierfür wäre der Käufer beweispflichtig.

Angesichts der Tatsache, dass er den PKW probefahren konnte und ihm ein Klemmen der Tür auch schon hier hätte auffallen können (abgesehen davon, dass ein Klemmen der Tür nach Ihrem Vortrag überhaupt nicht vorlag) dürfte dem Käufer dieser Beweis schwer fallen. Endgültige Klärung dürfte in Fällen wie diesem nur ein Sachverständigengutachten bringen.

Nach Lage der Dinge haben Sie somit nach wie vor das Recht, die ausstehenden 900 € einzufordern. Hierfür können und - bei weiterer Weigerung des Käufers - sollten Sie anwaltliche bzw. gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten rechtlichen Überblick geben. Im Rahmen der Nachfrage und zur weiteren Vertretung stehe ich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.02.2007 | 21:37

Ich muss auch noch dazufügen, das er seit 2 Wochen im Besitz des Autos ist, und ich nich weiß was der Käufer mit dem Auto in derzeit gemacht hat, also brauche ich mir keine Sorgen machen das ich hier irgendwas zurückgeben muesste bzw. meine 900 Euro Restzahlung nicht bekomme ?

Wir kann ich so ein Einforderung tätigen ? Muss ich dafür zur Polizeistelle gehen und eine Anzeige machen oder zu einem Anwalt gehen der ein Mahnschreiben rausschreibt ? (dies kostet mich aber was oder? )

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.02.2007 | 23:46

Sehr geehrter Fragesteller,

dass Sie Ihre 900 € tatsächlich bekommen, kann ich Ihnen natürlich nicht versprechen. Derzeit sehe ich die Erfolgsaussichten jedoch als gut an. Hinzu kommt jetzt noch, dass der Käufer sich erst nach zwei Wochen gemeldet hat (so verstehe ich Ihre Ergänzung). Würde die Tür tatsächlich klemmen, könnte man davon ausgehen, dass ihm dies früher aufgefallen ist.

Der nächste Schritt wäre jetzt, dem Käufer unter Setzung einer angemessenen Frist (ca. 2 Wochen) zur Zahlung aufzufordern. Nach Ablauf dieser Frist können Sie entweder einen Mahnbescheid beantragen oder Ihre Forderung gerichtlich (ggf. unter Hinzuziehung eines Anwalts) geltend machen. Die außergerichttlichen Anwaltskosten wären dann nicht von Ihnen, sondern von der Gegenseite zu tragen, wenn sich diese in Verzug befindet. Dies ist dann der Fall, wenn der Käufer nach Ihrer Mahnung nicht innerhalb der gesetzten Frist zahlt.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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