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KFZ Kauf - Anscheinend Unfall verschwiegen


| 23.10.2005 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Hallo,
ich habe vor genau 8 Tagen einen PKW erworben.
Einen BMW 528i 96er BJ
Als Kaufvertrag wurde ein Vordruck des ADAC Kaufvertrages verwendet (hier ist lediglich nur auf dem Vordruck vermerkt, das die Sachmängelhaftung ausgeschlossen wird, weitere Sätze wie Bastlerfahrzeug,gekauft wie gesehen oder dergleichen SIND NICHT VERMERKT.
Am Auto wurde lt. Vertrag lediglich vorne links durch Wild die Stoßstange und die Leuchte beschädigt, dadurch wurde diese ausgetauscht.

Nun wurde bei einem meiner bekannten Lackierer-Freunde festgestellt, dass das Auto anscheinend mehrere Unfälle erlitten haben muss.

-Kotflügel hinten beidseitig, sowohl linke als auch rechte seite neu lackiert(innen gespachtelt)
-Kofferraumdeckel neu lackiert
-Türen alle neu lackiert
-Tankdeckel neu lackiert
-Türöffner bis auf Fahrertürseite erneuert--> zweitlack
-Innenraum des Kofferraums ist unter der Abdeckung komplett verspachtelt
-im Motorraum sowohl links als auch rechts alle Schrauben
-Motorhaube wurde anscheinend neu angepasst
etc...

Morgen fahre ich zum DEKRA Gutachter und lasse mir die Unfallschäden bestätigen.

Nun meine Frage

Wenn ich gewusst hätte, das dieses Fahrzeug in diesem Zustand ist, hätte ich es nicht gekauft.
Mir wurde meiner Meinung nach hier etwas grob verschwiegen.
Wie kann ich den Wagen an den Verkäufer zurückgeben, einfach an mein Geld kommen, ohne viel gerichtlichen Aufwand, da dies sich ja bekanntermaßen sehr in die Länge ziehen kann und ich auf ein Fahrzeug angewiesen bin.

Soll ich dem Verkäufer einfach ein Brief per Einschreiben senden, in welchem mein Rücktritt vom Vertrag steht?

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der formularmäßige Gewährleistungsausschluß findet seine Grenzen in arglistig verschwiegenden Mängeln des Fahrzeugs. Unfallschäden in dem von Ihnen vermuteten Umfang hätte der Verkäufer Ihnen nicht verschweigen dürfen, sondern Sie darauf hinweisen müssen.

Sollten sich die Unfallschäden bestätigen, werden Ihnen also Gewährleistungsrechte zustehen. Danach müssen Sie zwar zunächst vom Verkäufer Nacherfüllung verlangen. Diese wird aber unmöglich sein, denn der Verkäufer kann Ihnen den Wagen ja nicht unfallfrei verschaffen. Deshalb werden Sie vom Vertrag zurücktreten dürfen.

Sie sollten, sobald Sie das DEKRA-Gutachten haben, dem Verkäufer mitteilen, daß Sie die von ihm verschwiegenen Unfallschäden festgestellt haben und ausdrücklich deshalb den Rücktritt vom Kaufvertrag erklären. Fordern Sie ihn auf, Ihnen den Kaufpreis zurückzuzahlen, gegen Rückgabe des Fahrzeuges.

Weigert er sich, werden Sie allerdings um anwaltlichen Beistand und ggf. eine gerichtliche Klärung nicht herumkommen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.10.2005 | 09:11

Hallo, vielen Dank für die Antwort.

Nun ist es doch so,das der Verkäufer das Fahrzeug nicht abholen möchte,weil er "es nicht einsieht"

Wie sehen sie die chancen, nach den gutachten etc an mein geld zu kommen?!

ich persönlich sehe das als betrug.

danke im voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.11.2005 | 12:09

Sie sind nicht verpflichtet, auf eigene Kosten das Fahrzeug an den Verkäufer zurückzugeben. Teilen Sie ihm deshalb mit, daß das Fahrzeug abholbereit bei Ihnen steht - oder fordern Sie ihn auf, die Kosten des Rücktransportes zu übernehmen. Weigert er sich, ist er in Annahmeverzug. Ihre Chancen, Ihren Rückzahlungsanspruch gerichtlich durchzusetzen, sehe ich sehr gut, wenn Sie den Unfallschaden beweisen können.

Mit freundlichen Grüßen
A. Schwartmann

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