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KFZ-Herstellergarantie bei Inspektion durch freie Werkstatt

| 03.07.2013 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


23:25

Guten Tag,

2008 habe ich meinen Chevrolet Matiz im Autohaus S gekauft. Die Inspektionen und Lackkontrollen würden gemäß Herstellervorgaben durchgeführt. Die Inspektionen 1-3 wurden von ATU, die 4 von dem Chevrolet Autohaus S und die Inspektionen 5 und 6 durch eine andere freie Werkstatt durchgeführt. Alles im Serviceheft nachweißbar.

Nun hat das Fahrzeug eine Durchrostung von innen nach außen an der Heckklappe, sowie am hinteren Kotflügel auf der Fahrerseite. Gemäß Chevrolet Fahrzeug Garantie habe ich eine Garantie gegen Durchrostung der Karosserie von 72 Monaten.

In der 11. Kalenderwoche 2013 meldete ich den Schaden persönlich im Autohaus S zur Garantieanmeldung an Chevrolet. Der Mitarbeiter fotografierte den Schaden und machte Kopien der Servicenachweise aus meinem Serviceheft und kopierte die Zulassungsbescheinigung Teil 1. Er sagte, dass er kaum Chancen sehe, da die Inspektionen ja nicht von einer Chevrolet Vertragswerkstatt durchgeführt worden seien. Er werde den Antrag bei Chevrolet einreichen. Eine Reaktion kann durchaus zwei bis drei Wochen dauern.

Es kam keine Reaktion und ich meldete mich telefonisch nochmal beim Autohaus S, wo mir gesagt wurde, dass noch keine Antwort da sei. Da ich bisher noch immer keine Reaktion erhalten habe, habe ich am Sonntag folgende Mail an Chevrolet Deutschland gesendet:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

in der 11. Kalenderwoche 2013 habe ich bei Ihrem Servicepartner, Autohaus S in U, Garantieansprüche wegen der Durchrostung der Karosserie meines Matiz angemeldet. Man sagte mir, dass eine Bearbeitung durch Sie durchaus bis zu drei Wochen dauern kann. Da ich bis heute keine Antwort durch Ihren Servicepartner, trotz einmaliger Rückfrage, erhalten habe, melde ich die Garantieansprüche direkt bei Ihnen an.

Anliegend erhalten Sie einen Scan der Zulassungsbescheinigung (Datei: Zulassungsbescheinigung.pdf) und die Nachweise der jährlichen Lackkontrolle (Datei: Lackkontrolle.pdf). Damit weise ich nach, dass die Schadensmeldung innerhalb des Garantiezeitraumes von 72 Monaten liegt und auch die gemäß Ihrer Garantiebestimmungen notwendigen Karosseriekontrollen durch Fachbetriebe durchgeführt wurden.

Folgende Teile sind durch Durchrostung der Karosserie von innen nach außen betroffen:
- Heckklappe: Foto 1.jpg Gesamtansicht der Heckklappe, Foto 2.jpg Detailansicht der Durchrostung an der Heckklappe, Foto 3.jpg und Foto 4.jpg Innenansicht der Heckklappe
- Kotflügel hinten Fahrerseite: Foto 5.jpg Gesamtansicht des Kotflügels, Foto 6.jpg Detailansicht der Durchrostung an dem Kotflügel

Ich beantrage die Regulierung der Schäden durch Sie im Rahmen Ihrer Fahrzeuggarantie gegen Durchrostung.

Da ich inzwischen umgezogen bin und auch nicht so positive Erfahrungen mit Ihrem Servicepartner Autohaus S gemacht habe, bitte ich Sie, dass Sie ihren Servicepartner Autohaus H in O mit der Schadensbehebung beauftragen.

Bitte beachten Sie, dass ich vom 15.07. bis 02.08.2013 mich im Urlaub befinde.

Um eine baldige Antwort wird gebeten.

Mit freundlichen Grüßen
R.M."

Am darauffolgenden Tag, also Montag, erhielt ich einen Anruf von Chevrolet Deutschland. Die Frau teilte mir mit, dass eine Garantieanmeldung nur durch einen Chevroletpartner erfolgen kann. Sie habe auch mit dem Autohaus S telefoniert und die hätten keinen Antrag gestellt, da sie nur eine Inspektion in ihrem System gefunden hätten und damit das ganze aussichtslos sei. Ich habe die Frau daraufhingewiesen, dass S sich das Serviceheft kopiert hat und da dasselbe drin steht, wie ich ihr gemailt hätte. Die Frau sagte, dass es dem Partner frei steht, Garantieanmeldungen zu stellen. Ich sollte es bei einem anderen Servicepartner versuchen. Ich wies sie auch daraufhin, dass der Garantiegeber Chevrolet sei und ich daher die Garantie bei ihnen angemeldet habe, nachdem von S keine Reaktion kam.

Heute bin ich dann wie gefordert zu einem anderen Chevrolet Partner gefahren. Bei dem Autohaus L erzählte ich die Geschicht und bat darum, einen Garantieantrag an Chevrolet zu stellen. Der Mitarbeiter schaute sich den Schaden an und meinte wegen den Inspektionen gibt es Probleme, weil sie nicht von Chevrolet sind. Bevor er sich aber die Arbeit mit einem unnötigen Antrag machen würde, würde er sich erkundigen. In meinem beisein telefonierte er mit dem Gebietsleiter von Chevrolet. Mir wurde dann mitgeteilt, dass keine Garantieanspruchnahme möglich sei, da wie gesagt, die Inspektionen nicht von einer Vertragswerkstatt durchgeführt wurde. Ich verwies auf die Garantiebestimmungen im Serviceheft, wo immer steht: "von anerkannten Fachbetrieben so auch den Chevrolet Vertragswerkstätten".

Die Garantiebestimmungen des Serviceheftes finden Sie unter "http://www.fotos-hochladen.net/view/garantieybzjmu982v.jpg" Unten auf der Seite kann man vergrößern.

So bin ich dann ohne Garantieantrag wieder gefahren.

Meines Wissen gibt es klare EU-Richtlinien und auch Gerichtsurteile zu diesem Thema und auch die Chevroletgarantiebedingungen sagen was anderes.

Nun zu meinem Anliegen:
- Wie stehen meine Chancen, einen Garantieanspruch durchzusetzen?
- Wen sie gut stehen, wie soll ich weiter vorgehen und gegen wen?
- Wenn die Chancen gut stehen, kann ich dann jetzt schon einen Anwalt einschalten und die Gegenseite müsste den Anwalt bezahlen? Wenn nicht, was muss ich vorher noch tun?
- Wie hoch sind ungefähr die Kosten im außergerichtlichen Verfahren?

Zum Schluß: Es wäre mir gelegen, wenn ein Anwalt antwortet, der auch eine Vertretung wahrnehmen würde.

-- Einsatz geändert am 03.07.2013 16:39:46

03.07.2013 | 17:19

Antwort

von


(892)
Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln
Tel: 022180137193
Web: http://www.rechtsanwalt-schwartmann.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach der Rechtsprechung des BGH dürfen Autohersteller die Gewährung einer Garantie von regelmäßigen Inspektionen in einer Vertragswerkstatt abhängig machen. In Ihrem Fall wurde aber nur die Inspektion in "anerkannten Fachbetrieben" verlangt und dazu auf den "Hinweis auf Seite 13" verwiesen.

Es wird zur erfolgreichen Durchsetzung Ihres Garantieanspruches darauf ankommen, ob die "freie Fachwerkstatt", welche die Inspektionen 5 und 6 durchgeführt hat, ein anerkannter Fachbetrieb im Sinne dieser Vereinbarung ist. Gegebenenfalls ergeben sich aus Ihren Unterlagen dazu weitere Hinweise. Anerkannt bedeutet dazu, dass die Werkstatt nach Herstellervorgaben arbeiten muss und vom Hersteller bzw. einem Verband als zertifizierte Werkstatt anerkannt wird.

Ob diese Voraussetzung hier erfüllt ist, lässt sich Ihrer Sachverhaltsschilderung leider nicht entnehmen und wäre genau zu prüfen. Nur dann wird der Garantieanspruch bestehen und erfolgreich durchgesetzt werden können.

Die anfallenden Kosten richten sich dann nach der Schadenshöhe, also den notwendigen Reparaturkosten.

Anwaltskosten müsste Chevrolet erstatten, wenn die Firma mit der Garantieleistung in Verzug gerät, also z.B. eine von Ihnen gesetzte Frist verstreichen lässt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Schwartmann, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 03.07.2013 | 19:13

Sehr geehrter Herr Schramm,

hier erstmal die Seite 13, die in den Garantiebestimmungen erwähnt wird. Aus meiner Sicht steht da nichts nennenswertes.
http://www.fotos-hochladen.net/view/seite13gx39vsdpkr.jpg

Über ihre Antwort bin ich etwas erstaunt. Der BGH hat 2007 zwar geurteilt, dass Hersteller Garantien in Vertragswerkstätten vorschreiben dürfen, aber der BGH hat nicht die damalige GVO der EU-Komission berücksichtigt, die dies untersagt. Der Kläger hat die GVO zu spät im Prozess angeführt und das BGH konnte somit die GVO beim Urteil nicht berücksichtigen.
Siehe hierzu: http://www.iam-net.eu/cms/index.php/de/recht/gvo/138-bgh-urteil-zu-mercedes-benz-durchrostungsgarantie-interpretierbar.html Dazu ist über Google noch mehr zu finden.

Seit 2010 gibt es eine neue GVO der Europäischen Kommission, die weiterhin es KFZ-Herstellern untersagt, Garantien an Inspektionen in Vertragswerkstätten zu binden.
Hier die aktuelle GVO: http://www.iam-net.eu/cms/images/IAM-NET_Download/GVO/gvo_461_2010.pdf

Hier gibt es auch noch ein Interview mit einen Rechtsanwalt zu diesem Thema: http://www.iam-net.eu/cms/index.php/de/recht/gvo/342-aufgeklaert-garantiebedingungen-oft-ungueltig.html

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.07.2013 | 23:25

Zunächst einmal heiße ich nicht Schramm.

Ob die Garantiebedingungen von Chevrolet gegen eine EU-Verordnung verstoßen, müsste in einem Rechtsstreit vom Gericht geprüft werden. Ich habe da aber Zweifel, denn Chevrolet macht die Garantie ja auch nicht davon abhängig, dass die Inspektion von einer Vertragswerkstatt durchgeführt wird, sondern nur von einer anerkannten Fachwerkstatt. Das ist meines Erachtens zulässig, auch wenn die Wege der EU-Bürokraten natürlich oft unergründlich sind.

Wenn Sie die Inspektionen 5 und 6 also nicht bei einer solchen Fachwerkstatt haben durchführen lassen, sehe ich keine Chancen auf erfolgreiche Durchsetzung Ihrer Garantieansprüche.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.07.2013 | 23:40

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Sehr geehrter Herr Schwartmann, bitte entschuldigen Sie meinen Schreibfehler bei Ihrem Namen. Sie haben mir sehr geholfen und ich werde nun meine Ansprüche nochmal mit Fristsetzung schriftlich anmelden. Da ja keine Werkstatt den Antrag aufnimmt, kann ich mich ja nur an Chevrolet wenden. Schönen Abend noch.

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Sehr geehrter Herr Schwartmann, bitte entschuldigen Sie meinen Schreibfehler bei Ihrem Namen. Sie haben mir sehr geholfen und ich werde nun meine Ansprüche nochmal mit Fristsetzung schriftlich anmelden. Da ja keine Werkstatt den Antrag aufnimmt, kann ich mich ja nur an Chevrolet wenden. Schönen Abend noch.


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