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Jugendamt will Beteiligung am Unterhalt unserer 19 jährigen Tochter!!

| 24.10.2012 15:01 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo und nette Grüße aus Berlin,

wir haben 4 Kinder, wovon unsere 2. älteste Ihr Leben nicht so gut auf die Reihe bekommt.
Ihr Benehmen hier zu Hause (u.a. Schuleschwänzen, ect.), und ihr Auftreten ihren Geschwistern gegenüber, war und ist so schwierig, dass das Jugendamt schon vor einigen Jahren erkannt hat, dass ein Verbleib in der Familie nicht mehr möglich ist und einem Internatsaufenthalt zugestimmt hat.
Schon damals haben wir uns mit 350,00 monatlich am Aufenthalt beteiligt und haben Das auch sehr gerne gemacht.
Sie hat dann die 9. und 10. Klasse dort mit Ach und Krach absolviert und tatsächlich den mittleren Schulabschluss geschaftt.
Wieder in Berlin, haben wir mit viel Mühe...und ohne große Beteiligung von unserer Tochter....einen Ausbildungsplatz als Bäckerin gefunden.
Dort hat Sie nach der Probezeit gekündigt (wegen Mobbing der Kollegen) und bei einem andere Bäcker angefangen.
Dort war Sie dann oft Krankgeschrieben und hat die Berufsschule nicht besucht, so das sie dann dort gekündigt wurde.
Beim nächsten Bäcker das gleiche Spiel...kein Schulbesuch, Krank ohne Krankmeldung ect. und auch dort wurde Ihr dann gekündigt.
Letztendlich hat Sie gesagt, wäre die Arbeit Ihr immer viel zu schwer gewesen (1.60 m Größe und 90 Kilo schwer !!! kein Wunder das da der Rücken weh tut)
Wir haben Sie dann im Mai vor die Tür gesetzt, weil Ihr Benehmen auch den Geschwistern gegenüber kaum Vertretbar war und mein Mann und ich mit den Nerven völlig am Ende waren.
Sie kam und ging nämlich wie es Ihr passte und wenn man mit Ihr reden wollte, ist Sie einfach abgehauen.
Sie hat darauf hin zwei Monate bei meiner Schwiegermutter gewohnt, musste dann dort aufgrunds Ihres Benehmens auch raus.
Danach hat sie zwei Monate in einem Krisendienst gewohnt und ist nun vom Jugendamt als wieder (geistig) als Jugendliche eingestuft worde.
Nun bekommt die Dame dort eine eigenen Wohnung und wird dort stundenweise betreut !!!
Der Hammer!!!
Eine Ausbildung ist z. Z. angeblich aufgrund Ihrer psychischen Verfassung nicht möglich und das Amt unterstützt, unsere Meinung nach, auch noch Ihrer Faulheit.
Nun kam heute ein Schreiben vom Jugendamt, wo wir gebeten werden unsere Finanzen offenzulegen um uns am Unterhalt zu beteiligen und unserern Lebensstandart notfalls dem hingehend anzupassen.
Meine Frage: Müssen wir uns tatsächlich am Unterhalt unserer volljährigen, faulen Tochter beteiligen, die nur deswegen nicht Zuhause wohnt, weil Sie sich unmöglich und völlig asozial uns gegenüber und Ihren Geschwistern verhältt???
Ich habe viele Briefe vom Internat, wo Diese auch darüber klagen, das unsere Tochter agressiv ist und sie wurde einige Male kurzzeitig dem Internat verwiesen.
Unsere älteste Tocher, die nach dem Abitur ausgezogen ist, hat von uns zu Ihrem Ausbildungsgehalt monatlich 350,00€ bekommen..das finde ich auch völlig O.K., aber unsere Alex macht weder eine schulische Ausbildung noch sonst was.
Wenn ein Zusammenleben mit ihr möglich wäre, dann könnte Sie ja gerne Zuhause wohnen.
Wir wohnen in einem großen Haus und ihr eigenes großes Zimmer steht leider nun leer!!!
Sogar den Führerschein hätten wir Ihr finanziert...nach alle praktischen Pflichtstunden (1500€) hatte Sie dann keinen Bock mehr auf Theorie und ist nicht mehr hingegangen.
Selbst wenn Sie jetzt eine Ausbildung, egal in welcher Form, anfängt, bin ich mir sicher, das Sie das nicht durchzieht !!!
Zudem habe ich im September !!! einen Kredit über 25000 € von der IBB bewilligt bekommen um einen eigenen kleinen Laden aufzumachen...der Mietvetrag wurde ebenfalls schon Ende September unterzeichnet..
Ich bin tatsächlich Ratlos und erbitte Hilfe in dieser Sachen!!!
Lohnt sich ein Rechtsstreit mit dem Jugendamt???

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich ist anzumerken, dass Sie sich Ihrer Verpflichtung, der Behörde Ihre finanziellen Verhältnisse offenzulegen, nicht entziehen können. Denn die Behörde darf und muss prüfen, ob vorrangig unterhaltspflichtige Personen vorhanden sind, bevor sie selber leistet.

Gemäß § 1611 BGB:

§ 1611
Beschränkung oder Wegfall der Verpflichtung

(1) Ist der Unterhaltsberechtigte durch sein sittliches Verschulden bedürftig geworden, hat er seine eigene Unterhaltspflicht gegenüber dem Unterhaltspflichtigen gröblich vernachlässigt oder sich vorsätzlich einer schweren Verfehlung gegen den Unterhaltspflichtigen oder einen nahen Angehörigen des Unterhaltspflichtigen schuldig gemacht, so braucht der Verpflichtete nur einen Beitrag zum Unterhalt in der Höhe zu leisten, die der Billigkeit entspricht. Die Verpflichtung fällt ganz weg, wenn die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre.

(2) Die Vorschriften des Absatzes 1 sind auf die Unterhaltspflicht von Eltern gegenüber ihren minderjährigen unverheirateten Kindern nicht anzuwenden.

(3) Der Bedürftige kann wegen einer nach diesen Vorschriften eintretenden Beschränkung seines Anspruchs nicht andere Unterhaltspflichtige in Anspruch nehmen.

kann unter Umständen eine Unterhaltsverpflichtung Ihrerseits gegenüber Ihrer Tochter ausgeschlossen sein. Bitte beachten Sie hierbei aber, dass dies im jeweiligen Einzelfall unter Abwägung aller Gesichtspunkte geprüft werden muss.

Da aus Ihrer Schilderung eine gesundheitliche Problematik hervorgeht (Ausbildung aufgrund psychischer Verfassung nicht möglich) bezweifle ich jedoch, dass über diese Vorschrift eine Entbindung von Ihrer Unterhaltspflicht möglich sein wird.

Soweit jedoch (nachweislich) allein Faulheit und Unlust die tragenden Beweggründe Ihrer Tochter darstellen, könnte durchaus § 1611 BGB zur Anwendung gelangen.

Wie aber bereits erwähnt wäre hierzu unter anderem eine Prüfung aller Ihnen vorliegenden Unterlagen nötig, ein Sachverhalt muss sehr sorgsam erarbeitet werden. Ließe sich dies bewerkstelligen, so könnte ein Rechtsstreit mit der Behörde durchaus erfolgsversprechend sein, Ihre Schilderungen lassen jedoch vermuten bzw. befürchten, dass die Chancen hierfür eher schlecht stehen.

Ich bedaure, Ihnen leider keine positivere Antwort geben zu können.

Bitte beachten Sie, dass diese Webseite und der damit verbundene Service lediglich eine Erstberatung bieten soll und damit eine ausführliche Beratung nicht ersetzen kann und will.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Jan-Torben Callsen, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.10.2012 | 15:55

Das heißt also, das wir, alleine aufgrund der psychischen Verfassung (egal ob mit Absicht oder tatsächlich krankhaft) verflichtet sind zu zahlen???!!!
Obwohl sie volljährig ist??!!!
Wenn das Amt schreibt, das wir uns wirtschaftlich einschränken müssen:
Wir bitten Sie daher, in Ihrem eigenen Interesse, vorsorglich ihre Lebenshaltung finanziell entsprechend hierauf einzustellen.

Was ist mit den bereits im September unterschrieben Verträgen??
Muss ich nun meine,lange geplante, Selbstständigkeit aufgeben um meine erwachsenen Tochter zu unterstützen??
Danke für Antwort!!!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.10.2012 | 16:17

Sehr geehrte Fragestellerin,

auch für Volljährige Kinder besteht unter gewissen Umständen eine Unterhaltspflicht. Diese basiert in der Regel darauf, dass der Unterhaltsberechtigte nicht dazu in der Lage ist, die Kosten seines Lebensunterhaltes selbst zu tragen.

Hinsichtlich Ihrer weiteren Planung sollten Sie zunächst besonnen bleiben. Noch wissen Sie gar nicht, ob und in welcher Höhe Sie tatsächlich zur Leistung von Unterhalt herangezogen werden. Derzeit sollen Sie lediglich Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen.

Noch sehe ich also keine Gefahr, dass Sie Ihre Selbstständigkeit nicht mehr ausüben können, denn auch Ihnen steht ein Selbstbehalt für eine angemessene Lebensführung zu.

Bewahren Sie also zunächst die Nerven und nehmen Sie Kontakt mit der Behörde auf. Fragen Sie dort, in welcher Höhe Sie mit einer Beanspruchung zu rechnen haben und überprüfen Sie dann, ob Ihre Vorhaben hierdurch tatsächlich gefährdet sind.

Bewertung des Fragestellers 24.10.2012 | 16:22

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung.
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