Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.147
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Jugendamt reagiert nicht

| 19.10.2014 17:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zur Neuberechnung des Unterhalts bei Arbeitslosigkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine geschiedene Ex-Frau ist vor zwei Jahren mit meiner Tochter von Hamburg nach Bayern gezogen und wollte dies zunächst tun, ohne mit mir den Umgang zu regeln. Seit dem ist das Verhältnis sehr angespannt und da ich wie selbstverständlich auch noch zu 100 % die Kosten des Umgang (Bayern-Hamburg) zu tragen habe, zahle ich ansonsten nur noch streng nach den Regeln. Konkret: Düsseldorfer Tabelle Höchstsatz für ein 13-jähriges Kind. Nachdem ich recherchierte, was i.d.R. alles mit dem mtl. Kindesunterhalt abgegolten ist, habe ich auch nach einem Jahr meine 50 % Beteiligung an dem den durch den Umzug notwendig geworden Nachhilfeuntericht eingestellt. Auch habe ich mich nach einigen Monaten geweigert die eigene Mitreise der Mutter, für einen Teil der Zugstrecke auf dem Weg nach HH, zu zahlen. Nachdem die Mutter auch noch die Tilgung eines privaten Darlehens meinerseits einstellte, habe ich mich auch nicht an den Kosten einer Klassenfahrt beteiligt, da solche Aufwendungen m. E. durch meinen Unterhalt abgegolten sind.
Ich lasse meinem Kind für gute Noten, Geburtstage, Weihnachten, Kleidung und Urlaub regelmäßig Zuwendungen unmittelbar zukommen - aber eben nicht mehr in Form von Geld an die Mutter - wie zuvor. Meine Verweigerung sich an der Klassenfahrt zu beteiligen, veranlasste meine Ex-Frau nun die Beistandschaft beim Jugendamt zu beantragen. Sie spekulierte darauf, dass mein Nettoeinkommen höher ist, als es die Ddorfer-Tabelle in der höchsten Stufe her gibt.

Ende März 2014habe ich sodann vom Jugendamt den "Fragen- und Auskunfstkatalog" bekommen und beantwortet. Gleichzeitig habe ich Ende März die betriebsbedingte Kündigung meines Arbeitsplatzes erhalten. Insofern fragte ich Mitte April an, wie sich vor diesem Hintergrund der Kindesunterhalt berechnet und ob ich überhaupt zu 100 % die Kosten des Umgang zu tragen habe. Als ich bis Mitte Juli 14 keinerlei Reaktion vom Jugendamt erhielt, kündigte ich dort an, ab August den Kindesunterhalt auf Basis meines Arbeitslosengelds von 1758 Euro zu berechnen. Nur deshalb erhielt ich kurzfristig eine zusammenkopierte Email-Antwort mit den Worten, dass das nicht ginge, sondern sich der Unterhalt grundsätzlich auf Basis des Schnitts der letzten 12 Monate berechne und darüber hinaus eine kurzzeitige Arbeitslosigkeit kein Grund wäre den Unterhalt zu kürzen. Keine Auskunft darüber, was die Prüfung meines Einkommens und meiner Vermögensverhältnisse oder meiner Frage nach den Kosten des Umgangs betrifft.

Nun bin ich seit dem 01.07.2014 noch immer arbeitslos und zwischenzeitlich hat sich das Netto-Durchschnittseinkommen so entwickelt, dass ich nicht mehr im Höchstsatz liege. Aufgrund dessen habe ich Mitte Oktober 2014 erneut nachgefragt, was die Prüfung, die Frage nach der Berechnung des Unterhalt und meiner Frage nach den Kosten des Umgangs gestellt. Ich habe also nun seit April diesen Jahres, bis heute, keinerlei Reaktion des Jugendamtes erhalten.

Welche Rechte habe ich nun? Kann ich den Unterhalt dem meinem Durchschnittseinkommen der letzten zwölf Monate anpassen, wenn sie das Amt so gar nicht regt. An wen kann ich mich wenden, um mich ggf. zu beschweren?

Besten Dank vorab!!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Sie können sich beim Vorgesetzten des zuständigen Mitarbeiters des Jugendamtes beschweren, weil die Bearbeitung nunmehr schon sieben Monate dauert. Ob dies im Ergebnis zum Erfolg führt, ist offen.

In der Sache selbst sollten Sie nunmehr einen eigenen Anwalt beauftragen. Suchen Sie sich einen Rechtsanwalt, der sich auf Familienrecht spezialisiert hat und bitten Sie ihn, auf der Basis Ihrer Unterlagen und Informationen den Unterhalt für Sie zu berechnen.

Das weitere Vorgehen hängt davon ab, ob es einen Vollstreckungstitel für den Kindesunterhalt (Urteil, gerichtlicher Vergleich, Jugendamtsurkunde, notarielle Urkunde) gibt, oder ob Sie nur aufgrund einer Vereinbarung ohne Titel zahlen. Sollte ein Titel bestehen, muss dieser durch Einverständnis der Mutter oder eine gerichtliche Entscheidung, die Sie durch einen entsprechenden Antrag an das Gericht herbeiführen können, abgeändert werden. Wenn es keinen Titel gibt, können Sie einfach den Unterhalt auf den Betrag reduzieren, den Ihr Anwalt errechnet. Wenn die Mutter einen höheren Unterhalt durchsetzen will, muss sie klagen.

Des weiteren empfehle ich Ihnen dringend, möglichst viele Bewerbungen zu schreiben: Die Auskunft, dass immer die letzten zwölf Monate zugrunde gelegt werden, ist falsch. Wenn Sie unverschuldet arbeitslos sind, ist das aktuelle Einkommen maßgeblich. Hierfür müssen Sie nach der Rechtsprechung aber eine ausreichende Menge an ernsthaften Bewerbungen nachweisen. Andernfalls wird mit Ihrem früheren Einkommen gerechnet.

Auch bezüglich der Umgangskosten halte ich eine Beteiligung der Mutter zumindest für möglich, da sie durch den Umzug die Entfernung geschaffen hat. Hierfür kommt es aber auch auf die Einkommensverhältnisse der Mutter an.

Dass das Jugendamt so verzögert reagiert, könnte u. U. ein Anzeichen dafür sein, dass auch dort erkannt wird, dass Sie den Unterhalt reduzieren dürfen. Sie sollten durch einen eigenen Anwalt nunmehr selber tätig werden, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Bewertung des Fragestellers 13.01.2015 | 23:15

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Beantwortung meiner Frage kam sehr schnell und war hilfreich. "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 13.01.2015 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65414 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Die Antwort war sehr schnell, im großen und ganzen, bis auf paar Fremdwörter, deren Bedeutung man aber schnell im Duden recherchieren konnte, ausführlich, der Sinn der Fragestellung wurde erkannt und wenn man den vereinbarten ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Rückmeldung, angemessene Erklärung, sehr freundlicher Ton, Sachverhalt konnte mit der Agentur für Arbeit daraufhin geklärt werden, herzlichen Dank, sehr empfehlenswerter Anwalt ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top Beratung! Viel Dank! ...
FRAGESTELLER