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Job Board content kopieren

23.02.2011 14:36 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrter Fachmann,

Als Betreiber eines Forums inklusive einer Community und ein Job Board für eine gewisse spezielle Arbeitnehmergruppe habe ich folgendes Problem.

Ich möchte Jobs posten die im Web zugänglich sind. Auf Anfrage bei den Unternehmen erhalte ich nur rund 1% Feedback ob ich die Jobs posten darf oder nicht.

Der Gedanke liegt nahe… erst gar nicht fragen.
Es handelt sich zum Teil um Angebote von Headhuntern oder auch von Jobs von Firmenwebseiten.

Diese möchte ich posten. Am besten mit Copy und Paste.

Meine Konkurrenz tut dies eifrig, meist aus den USA.

Den Input habe ich:
• Eigene Recherche der „Vacancies" Sektion verschiedener Firmenseiten
• RSS Feeds der Seiten
• RSS von allgemeinen Jobseiten wie z.B. Monster.de oder www.indeed.com oder www.simplyhired.com etc.

Das job board ist „kommerzialisiert" in Form einer Premium Mitgliedschaft um die Kosten der Plattform und den immensen Zeitaufwand für Recherche und job posting zu refinanzieren.
Die Seite ist derzeit noch in Deutschland (.com Domain) gehostet und die Firma befindet sich ebenfalls noch in D.

Nachdem ich Jobs eines Englischen Headhunters gepostet habe, rief dieser an und drohte mit dem Anwalt. Ich nahm die Jobs raus und das Thema war erledigt.

Trotzdem bekomme ich aufgrund des Wachstums der Seite, der steigenden Bekanntheit und des Google Rankings langsam Angst, dass mir mal jemand richtig auf die Finger hauen könnte.

Ich denke mir, dass es den Unternehmen als auch den Headhunter doch nur Recht sein sollte wenn ihre Jobs zugänglich gemacht werden. Ich möchte keine Provision und die Bewerbungslinks gehen direkt zu den Unternehmensseiten oder verweisen auf deren Bewerbungs-Email-Adressen.

Somit zeige ich nur das, was sowieso jeder finden kann einer Masse in einem zentralen Anlaufpunkt einer definierten Klientel.

1) Kann man mich gleich rechtlich belangen und Geld fordern oder muss erst gewarnt werden und muss man mir die Möglichkeit geben den spezifischen Content offline zu nehmen?
2) Was wären die ungefähren Kosten einer solchen „Abmahnung"
3) Können Ausländer hier überhaupt was machen?
4) Sind solche job post eigentlich copyright geschützt? Es handelt sich ja nicht um sonderlich wertschöpfende oder wissenschaftliche Texte.
5) Wie kann ich mich schützen?
6) Sollte ich besser ein Unternehmen in USA oder Bahamas gründen? (Ein Konkurrent tut dies)
7) Wie oder was müsste ich abändern um wieder legal zu werden?

Eigentlich wäre ich gerne eine ehrliche offenen Webseite, und hätte gerne das die Arbeitgeber selbst posten. Dies lässt sich aber derzeit noch nicht durchsetzen. (zu spezifische und kleine Usergruppe, Desinteresse, Faulheit und ggf. Skepsis der Unternehmen)

Kurz viele posten, wenige tun es „legal", ich muss es auch, habe aber Angst.

8) Wie kann ich dieses Dilemma umgehen?

Vielen Dank


Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

1.) Eine Vorwarnung ist nie notwendig, wenn eine Rechtsverletzung vorliegt, kann sofort eine Abmahnung erfolgen. Die Abmahnung stellt als solche bereits eine (kostenpflichtige) Vorwarnung dar.

2.) Die Kosten einer Abmahnung hängen von dem Gegenstandswert der abgemahnten Rechtsverletzung dar, mit Kosten von bis zu € 1.000 ist zu rechnen, es können aber auch mehr werden.

3.) Ausländer können durchaus tätig werden, jedoch unterliegen auch sie dem deutschen Recht.

4.) Das Urheberrecht ist auf die Texte grundsätzlich nicht anzuwenden, weil die Texte angesichts der üblichen Kürze wohl eher selten ein Werk darstellen. Jedoch sind die Grafiken und Bilder eher urheberrechtlich geschützt. Daher ist bei der Übernahme stets mit Sorgfalt vorzugehen.

5.) Sie sollten nur kurze nüchterne Beschreibungen übernehmen, keinesfalls Slogans, längere Texte oder gar Bilder/Grafiken.

6.) Wenn Sie ein Unternehmen in den USA oder auf den Bahamas gründen, werden Sie den dortigen Gesetzen unterliegen. Das kann nicht zuletzt zu steuerrechtlichen Problemen führen.

7.) Meines Erachtens liegt, sofern Sie sich an die Vorgaben des Punktes 5 halten, keine Illegalität vor. Die Behauptungen eines englischen Headhunters über eine deutsche Rechtssituation müssen nicht unbedingt zutreffend sein.

8.) Lassen Sie Ihre Seite von einem Anwalt vollumfänglich überprüfen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2011 | 16:06

Hallo,

und Danke für die promte Antwort.

Wer könnte mir denn da etwas englischsprachigen Sicherheit geben?
Wären sie ein passender Ansprechpartner hierfür?
Wenn nicht können sie jemanden empfehlen?

Was würde ein entsprechende Überprüfung einer englischsprachigen Seite kosten? (inclusive der terms and conditions?).

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2011 | 16:11

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich könnte eine solche Überprüfung übernehmen.

Die Kosten hängen von dem Umfang der Seite ab, wenn Sie mir per Mail an meine Kanzleiadresse die Adresse der Seite nennen, könnte ich Ihnen ein Angebot übersenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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