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It Freiberufler nach USA

28.09.2015 16:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park


Hallo

folgender Sachverhalt

Ich bin selbständig (freiberuflich) im Bereich SAP Beratung.
Wohnort / steuerlicher Sitz Deutschland.

Projektauftraggeber (Vermittler) sitzt in Großbritannien. Der Projekteinsatzort ist Portugal.
Es ist geplant für ca 2 Monate teilweise (ganz oder unterbrochen) für den portugiesischen Kunden in den USA zu arbeiten.

Die Bezahlung /Beauftragung erfolgt über den IT Vermittler in Großbritannien.
Die Visumsangelegenheiten / Arbeitserlaubnis wird vom Auftraggeber (aus Portugal ) erledigt.

Frage:
Die ist dieser Sachverhalt steuerlich zu sehen. Entsteht hier ein Steuerpflicht in den USA?

Viele Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind und bleiben Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, da Sie dort aus §§ 8, 9 AO Ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt inne haben.

Als Freiberufler sind daher alle Ihre Einkünfte, auch die über die Vermittler in Großbritannien, in Deutschland i.S.d. § 2 Abs. 1 Nr. 3, 18 EStG zu versteuern.

Sie tragen vor, in den kommenden Monaten für zwei Monate in den USA tätig werden zu wollen. Hier würde sodann das Doppelbesteuerungsabkommen D - USA zum tragen kommen. Aus Art. 14 Abs. 1 des selbigen sind Einkünfte aus selbstständiger Arbeit nur in dem Staat zu versteuern, in dem der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt inne hat. Dies wäre in Ihrem Falle Deutschland.

Eine Ausnahme besteht immer nur dann, wenn Sie eine selbstständige Arbeit auch in dem anderen Staat, also den USA ausüben und die "Einkünfte einer festen Einrichtung zuzurechnen sind, die der natürlichen Person in dem anderen Staat für die Ausübung ihrer Tätigkeit gewöhnlich zur Verfügung steht".

Eine "feste Einrichtung" liegt immer dann vor, wenn dem Selbstständigen von seinem Auftraggeber im Tätigkeitsstaat Räume überlassen werden, die dieser über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten hinweg immer wieder für mehrere Tage nutzt, sofern die Räume auch während seiner Abwesenheit dazu bestimmt sind, seiner selbstständigen Tätigkeit zu dienen (vgl. BFH, Urt. v. 28.06.2006 - I R 92/05).

Sie tragen vor, nur für zwei Monate in den USA tätig werden zu wollen. Somit ist aus Sicht des DBA D - USA und dessen Interpretation durch die deutsche Rechtssprechung eine Versteuerung in den USA nicht gegeben. Auch diese Einkünfte würde somit nur voll in Deutschland zu versteuern sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.09.2015 | 19:05

vielen Dank.

Ich muss leider nochmal nachfragen. Falls die Frage nicht mehr in diesem Thread beantwortet werden kann sagen Sie mir das bitte, dann werde ich eine neue Frage stellen.

Wie wäre der Fall zu sehen, falls die Bedingungen wie folgt wären.

1. Der Projekteinsatz in Portugal geht vom 01.10.2015 bis 31.12.2016 (15 Monate)
2. Im Januar 2016 und September 2016 wird für den Kunden in Portugal die Tätigkeit in den USA ausgeübt.
3. Der Projektauftraggeber stelle das Büro in Portugal und USA zur Verfügung.

a) Portugal 2015: von Oktober 2015 bis Dezember 2015 ca 60 Anwesenheitstage
b) USA 2016: Januar und September 2016 ca 60 Anwesenheitstage
c) Portugal 2016: Januar 2016 bis Dezember 2016 Projekteinsatz in Portugal. (4 Tage pro Woche x 10 Monate = ca. 170 Tage)

Wenn ich jetzt Ihre Ausführung verstehe, würde in diesem Fall eine Steuerpflicht in den Portugal und USA entstehen. In Deutschland wäre dann die Einkünfte in Portugal und USA nicht mehr zu versteuern,

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2015 | 02:02

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre weitere Frage darf ich in der gebotenen Kürze hier beantworten. Eine weiterführende Bearbeitung bedarf der erneuten Einstellung einer Frage bzw. der Direktbeauftragung eines Anwaltes über diese Homepage.

Aufgrund Ihrer Ausführungen in den Punkten 1. und 2. dürfte davon auszugehen sein, dass hier eine Einkommenssteuerpflicht auf Ihre Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sowohl in Portugal als auch ggf. in den USA entstehen wird.

Bezüglich der 170 Tage in Portugal bleiben Sie knapp unter den 183 Tagen und wären somit weiterhin in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und müssten in Portugal nur die dort konkret erwirtschafteten Einkünfte versteuern.

Bezüglich der festen Einrichtung in den USA wird sich sicherlich die Frage des Einzelfalles stellen. Hier erfüllen Sie zwar den Zeitraum von mehr als sechs Monaten, sind aber nur 60 Tage vor Ort. Insofern dürfte nicht davon ausgegangen werden, dass Sie die feste Einrichtung exklusiv nutzen. Vielmehr ddürften Sie wohl am Projekt einen temporären Arbeitsplatz erhalten.

Ich halte es für gut vertretbar, hier dennoch nicht von einer Steuerpflicht in den USA auszugehen, da keine feste Einrichtung i.S.d. Art. 14 DBA D - USA vorliegen dürfte.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

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