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Ist mein Anfangsvermögen gesichert?

26.11.2015 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler


Meinem Mann gehört das Haus in dem wir leben, die Ehe ist nun durch seine Alkoholsucht und ständige Gewalttätigkeit gescheitert.

Ich war Vermögend und habe mein gesamtes Geld (6-stellig) in sein Haus und den Wohlstand unserer Ehe/Leben investiert, ich besitze nichts mehr. Nun hat er ein Testament zugunsten seiner Eltern gemacht das ich nichts bekommen soll. Ob er ihnen (oder den Geschwistern) sein Haus schon überschrieben hat weiß ich leider nicht...

Meine Frage:
Ist mein Anfangsvermögen gesichert wenn ihm was passieren würde so lange wir noch verheiratet sind oder gilt dies nur bei einer eingereichten Scheidung ab Zustelldatum des Scheidungsantrags?
... oder fließt all mein Geld in die Erbmasse und ich stehe mit nichts da...

Vielen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Unter Anfangsvermögen im Sinne von § 174 Abs. 1 BGB versteht man den Wert des Vermögens, welches einem Ehegatten bei Eintritt des Güterstandes gehört, also die Summe aller Vermögensgegenstände anzüglich der Verbindlichkeiten. Ich kann hier nur unterstellen, dass bei Ihnen der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft einschlägig ist und nicht z.B. Gütertrennung vereinbart worden ist. Weiter kann nur vermutet werden, dass Sie Ihr Vermögen als sog. ehebedingte Zuwendung gemäß § 1380 BGB in das Haus investiert haben und insofern (zumindest teilweise) eine Anrechnung auf den Zugewinn Ihres Mannes als Empfänger stattfinden kann. Im Detail zu prüfen ist, welche Aufwendungen Sie für den „Wohlstand der Ehe/Leben" getätigt haben, weil hier möglicherweise Unterhaltsansprüche im Sinne der §§ 1360, 1360a BGB erfüllt worden sind – auch ist Ihr Eigenvorteil zu ermitteln.

Stichtage bei der Geltendmachung des Anspruchs auf Zugewinnausgleichs sind die Eheschließung für das Anfangsvermögen und die Zustellung des Scheidungsantrags beim anderen Ehegatten (sog. Rechtshängigkeit) für das Endvermögen. Ganz ohne Anspruch stehen Sie nicht da, weil § 1375 Abs. 2 S. 1 Ziff. 3 BGB klarstellt, dass Sie beeinträchtigende Schenkungen dem Endvermögen des Mannes hinzugerechnet werden würden.

Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Detailprüfung und Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


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