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Ist eine nachträgliche Aufstockung Pflichtteils möglich?

04.04.2015 17:58 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Der Erblasser hat 3 leibliche Kinder (2 Töchter und 1 Sohn)

Jüngste Tochter wurde nach Testament des Vaters als Erbin eingesetzt.

Mittlere Tochter wurde laut Testament zu Lebzeiten der Eltern mit 20000 Euro,als sogenannter Pflichtteil abgefunden, diese Tochter ist bereits vor 6 Jahre verstorben.
Durch den Tod dieser Tochter ist ein Enkelkind erbberechtigt. Ansprüche der Enkelin
sind nicht zu erwarten und wurden auch nicht gestellt.

Der Sohn (hier Antragsteller), wurde im gleichen Verfahren, siehe mittlere Tochter, mit 20000 Euro als Pflichtteil abgefunden.

Das Erbe, 2-Familienhaus, Baugrundstück, 2 Morgen Ackerland, sind mit 200000 Euro
zu bezeichnen.
Über Hausrat, Barvermögen, Auto habe ich leider keine Kenntnis.

Fragen:

1) Ist eine Aufstockung des Pflichtteils, nach den oben angegebenen Informationen,
noch möglich?

2) Steht mir eine Einsichtnahme in den Vermögensverhältnissen der Erbmasse zu.

3) Wie wird der Pflichtteil ausgerechnet, bitte für Laien verständlich?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie schreiben, der Sohn sei in einem Verfahren hinsichtlich seines Pflichtteilsanspruchs mit 20.000 € abgefunden worden. Diese Formulierung ist insoweit etwas undeutlich, als dass man daraus nicht entnehmen kann, um welche Art von Verfahren es sich gehandelt hat und wie die Abfindung vorgenommen worden ist.

Wenn hier ein Vergleich über den Pflichtteilsanspruch (Abfindungsvergleich) vor Gericht geschlossen worden ist, gilt dieser Vergleich, so dass eine Aufstockung des Pflichtteils nicht möglich ist.

Um Ihre Frage aber präzise beantworten zu können, müsste man wissen, wie es zu der Abfindung bezüglich des Pflichtteils genau gekommen ist.


2.

Angenommen, es bestünden Pflichtteilsansprüche, kann der Pflichtteilsberechtigte vom Erben verlangen, dass ein sogenanntes Nachlassverzeichnis erstellt wird.

In diesem Nachlassverzeichnis ist der gesamte Nachlass, aufgegliedert in Aktiva und Passiva, darzustellen. Nach Abzug der Passiva (Verbindlichkeiten) von dem Aktivvermögen erhält man den sogenannten Reinnachlass, der Grundlage für die Berechnung der Höhe des Pflichtteilsanspruchs ist.

Erteilt der Erbe diese Auskünfte nicht, bzw. legt der Erbe kein Nachlassverzeichnis vor, kann der Pflichtteilsberechtigte seinen Anspruch auf Vorlage des Nachlassverzeichnisses gerichtlich geltend machen.


3.

Der Pflichtteilsanspruch besteht in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch.

Um den Pflichtteilsanspruch ermitteln zu können, muss man zunächst die gesetzliche Erbfolge ermitteln.

Ein Beispiel kann das verdeutlichen:

Aus einer Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen. Die Eheleute lebten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Nach dem Tod des Ehemanns sieht die gesetzliche Erbfolge folgendermaßen aus:

Die Ehefrau wird zu 1/2 Erbin.

Die beiden Kinder erben ebenfalls zu 1/2, jedes Kind wird also zu 1/4 Erbe.

Das ist die gesetzliche Erbfolge. Wie oben gesagt, besteht der Pflichtteilsanspruch in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wenn ein Kind, wie in meinem Beispiel, zu 1/4 Erbe würde, beliefe sich der Pflichtteil auf die Hälfte hiervon, also auf 1/8.

Auf diese Weise können Sie für jeden Pflichtteilsberechtigten seine Pflichtteilsquote rechnerisch ermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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