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Ist ein Inkassounternehmen zur Auskunft über den aktuellen Kontostand verpflichtet?

| 04.03.2019 17:36 |
Preis: 43,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Guten Tag,
ich betreue ehrenamtlich eine 6köpfige Familie aus Serbien, die der deutschen Sprache noch nicht mächtig ist. Aus diesem Grund wurden Zahlungsaufforderungen für ein Handy nicht als solche identifiziert bis die Angelegenheit schließlich bei einem Inkassounternehmen landete und das Konto des Familienvaters gepfändet wurde. Nun möchte die Familie ihre Schulden schnellstmöglich begleichen. Leider gibt es nur wenige Unterlagen. Auf die telefonischen Bitten (2 mal) einen aktuellen Kontostand mitzuteilen reagierte das Unternehmen überhaupt nicht. Auch eine schriftliche Aufforderung (per Einschreiben) wurde ignoriert. Eine schriftliche Beschwerde beim Bundesverband der Inkassounternehmen wurde ebenfalls nicht beantwortet.
Was können wir tun? Haben wir nicht Anspruch auf Auskunft und wie kann man das Unternehmen zwingen,
diese zu erteilen?
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Schuldner hat regelmäßig einen Auskunftsanspruch gegen den vollstreckenden Gläubiger, ob die Forderung zwischenzeitlich erfüllt ist, insbesondere wenn über eine Pfändung ein Konto abgeschöpft wird.

Sie müssen daher gegenüber dem Inkasso, am besten schriftlich, den Auskunftsanspruch geltend machen. Ggf. auch mittels der Forderung nach der Darlegung des Forderungsstandes, den Rechtsgrund der Forderungen und ggf. auch den Nachweis der Vollmachten.

Wenn Zahlungen auf dem Konto abgeschöpft werden, können Sie dies auch über die Kontoauszüge oder mit Rücksprache der Bank prüfen, wieviel Geld abgeflossen ist.

Sollte das Inkassounternehmen nicht antworten, so kann man auch Rechtsmittel gegen die Zwangsvollstreckung, in Form der Erinnerung (Rüge der zulässigen Art u. Weise der Vollstreckung) oder Vollstreckungsgegenklage (gegen die Vollstreckung selbst z.b. bei Überzahlung) bei zuständigen Vollstreckungsgericht geltend machen. Auch eine Auskunftsklage gegenüber dem Gläubiger wäre denkbar.

Alles in Allem sind die Inkassodienstleister zur Mitwirkung verpflichtet, wenngleich sich nicht jeder daran hält.

Sollte Zahlungen geleistet werden, kann es auch empfohlen sein, die Zahlungen einzustellen mittels eines Zurückbehaltungsrechtes bis zur Mitteilung des Forderungssaldo.

Oder aber Sie versuchen das Inkasso zu "locken" in dem Sie Vergleichs- und Zahlungsbereitschaft signalisieren auch außerhalb der Pfändung. Oftmals gelingt es auf diesem Wege (Trick) das Inkasso wieder an den Gesprächtstisch zu bekommen und damit an die notwendigen Informationen zu gelangen. Auch sollten sie sich im Zuge dessen vom Inkasso oder über einen Rechtsbeistand über das Vollstreckungsgericht den Titel in Abschrift (Akteneinsicht) aushändigen lassen, damit der Rechtsgrund und die tatsächliche Höhe festgestellt werden kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.03.2019 | 18:52

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Vielen Dank!"