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Ist die fristlose Kündigung gerechtfertigt?


28.12.2006 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Ich habe eine kleine LKW Werkstatt mit nur zwei Angestellten.
Einer hatte Urlaub und der andere arbeitete ab 9.00Uhr morgens.
Um 10.00Uhr kam seine Frau und ging in die Werkstatt(ich war im Büro)und sprach mit Ihrem Mann. Der kommt nach einer halben Stunde in`s Büro und sagt er müsse seine Frau in`s Krankenhaus bringen (die war mit einem Auto gekommen) da sie ein gesundheitliches Problem habe. Ich habe ihm angeboten er solle sie wegbringen und dann halt wieder zur Arbeit kommen da für den Nachmittag ein Wagen angemeldet war mit einem dringenden technischen Problem. Das wollte er nicht weil er bei seiner Frau bleiben müsse. Ich habe ihn darauf hingewiesen, daß ein Fahrzeug
komme und das das erledigt werden müsse. Der Angestellte ging zu seiner Frau in die Werkstatt und kam dann wieder in`s Büro und sagte er ginge jetzt und käme auch nicht mehr wieder. Die Aussage bestätigte sich und er kam auch nicht am nächsten Tag.
Daraufhin habe ich per Zustellung fristlos gekündigt (hilfsweise fristgemäß)und ordentlich abgerechnet. Nun hat er mich verklagt und begehrt neben einer Weiterbeschäftigung (ist ja eh Quatsch)eine fristgemäße Kündigung. Ich bin aber nicht bereit einzulenken denn ich kann mir es nicht erlauben Kunden weg zu schicken zumahl wenn echte Probleme vorliegen und Speditionen dann die Touren nicht schaffen. Muß ich es mir wirklich gefallen lassen wenn jemand alles stehen und liegen läßt um seine Frau in`s Krankenhaus zu begleiten um dann daraus ggf. eine Übung werden zu lassen? Ein LKW Fahrer kann ja auch nicht rechts ran fahren und seine Arbeit beenden wenn er gerade unterwegs ist. Ist die fristlose Kündigung gerechtfertigt? Bitte der Antwort eine Urteil angeben wo es ähnlich gelaufen ist und wo fristlos gekündigt wurde dann habe ich für die Güteverhandlung auch schonn ein Argument.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Ich gehe davon aus, dass das Gericht die Voraussetzungen für eine fristlose Kündigung sehr streng prüfen wird. So ist von der Rechtsprechung das unentschuldigte Fehlen und das hier noch stärker zählende angekündigte unentschuldigte Fehlen ein Kündigungsgrund. Damit das erste Beispiel eine Kündigung rechtfertigen kann, ist eine Abmahnung erforderlich. In dem zweiten Fall, der hier sehr wahrscheinlich gegeben ist, kann auch ohne Abmahnung und wohl auch fristlos gekündigt werden.

In diesem Fall besteht dann aber wiederum die Gefahr, dass sich Ihr ehemaliger Arbeitnehmer auf ein Leistungsverweigerungsrecht berufen wird. Dieser Einwand ist ihm m. E. verwehrt, da er selbst angekündigt hat, er werde nicht mehr zur Arbeit kommen ganz unabhängig von der Erkrankung seiner Frau.

Es wird auch darauf ankommen, warum der Arbeitgeber sich mit der Fahrt zum Krankenhaus nicht zufrieden geben wollte, dass in Ihrem Unternehmen aufgrund dessen Größe jede Arbeitskraft zähle. Auch konnten Sie ja nicht wissen, ob Ihr Arbeitnehmer überhaupt wiederkommen würde.

Leider kann ich Ihnen nicht mit einem Urteil dienen, da ein Präzedenzfall so nicht vorliegt. Die meisten Fälle beschäftigen sich mit dem Vorliegen des Leistungsverweigerungsrechts (z. B. wegen Krankheit des Kindes, usw.) und damit mit der Rechtswidrigkeit der Kündigung. Dies wird Ihnen nicht helfen. Bedienen Sie sich der oben angeführten Argumente. Damit haben Sie gute Aussichten, das Gericht zu überzeugen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de
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