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Ist der Wert der Firma beim Zugewinnausgleich zu berücksichtigen?


| 19.11.2007 10:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

meines Frage betrifft den Zugwinnausgleich. Mein Mann und ich leben getrennt und wollen nun die Scheidung beantragen, wollen aber möglichst eine friedliche Trennung da wir zwei Kinder haben.

Wir besitzen ein Haus in dem ich mit den Kindern noch wohne. Wir haben ausgerechnet, dass ich meinem Mann - wenn ich das Haus behalte - noch einen Ausgleichsbetrag von ca. 30.000,-- zu zahlen habe. Diesen Betrag kann ich aber nicht ausbringen. Wir haben bei der Berechnung nicht berücksichtigt, dass mein Mann eine eigene Firma hat die sehr gut läuft und schuldenfrei ist.
Nun stellt sich für mich die Frage, ob ich nicht auch Anspruch auf einen gewissen Teil der Firma habe. Ich möchte meinen Mann nicht schröpfen, darum geht es mir überhaupt nicht, er zahlt ja auch Unterhalt aber ich möchte auch nicht auf alles verzichten.
Wie wird so ein Sachverhalt in einem anwaltlichen Verfahren beurteilt?

Vielen Dank für die Beantwortung.

Mfg

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Sehr geehrte Fragenstellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Da Sie nach Ihrem Vortrag vom Zugewinnausgleich sprechen, gehe ich davon aus, daß Sie keinen Ehevertrag haben und somit im gesetzlichen Güterstand leben.
Der Zugewinnausgleich ist der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt, § 1373 BGB. Zum Endvermögen Ihres Mannes zählen somit nach § 1375 BGB grundsätzlich alle Vermögenspositionen. Somit ist nach der momentanen Gesetzeslage auch der Wert der Firma (mittels eines Sach- oder Ertragswertes) mit anzusetzen.

Dies gilt allerdings gleichermaßen für das Anfangsvermögen; auch hier ist der Wert der Firma zum Zeitpunkt der Eheschließung mit anzugeben.

Der Zugewinn Ihres Mannes steigert sich also um den Wert, um den sein Endvermögen durch den Wert der Firma erhöht wird, abzüglich des Wertes, um den sein Anfangsvermögen durch den Firmenwert ebenfalls erhöht wird.
Dies kann mitunter ein hoher Betrag sein, v.a. wenn die Firma, wie Sie schildern, schuldenfrei ist und gut läuft.

Andererseits müssen Sie natürlich bedenken, daß Sie hier zwischenmenschlich auch viel Schaden anrichten können, wenn Ihre berechtigte Forderung gegen Ihren Mann letztlich dazu führt, daß die Firma selbst in Schieflage gerät. Dies gilt es im Einzelfall abzuwägen, wenn Sie, wie Sie sagen, an einer gütlichen Lösung interessiert sind.

Ich hoffe, daß meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2007 | 11:42

Sehr geehter Herr Müller,

mein Mann hat die Firma erst nach unserer Eheschließung (wir sind 14 Jahre verheiratet) gegründet. Wir haben das "klassische Prinzip" gelebt. Er gearbeitet und ich zuhause bei den Kindern. Heißt das nun, dass die Wertsteigerung der Firma sich auf die gesamte Ehezeit und somit komplett in die Zugewinnberechnung mit einfließen würde ? Ich möchte nochmals betonen, dass es mir nicht um "abzocke" geht,sondern lediglich darum einen gewisssen Ausgleich zu erhalten und ob ein Verzicht von der bereits genannten Summe (bei Übernahme des Hauses )im Verhältnis gesehen angemessen ist.


Für die Beantwotung bedanke ich mich im voraus.

Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2007 | 11:58

Sehr geehrte Fragenstellerin,

wenn Ihr Mann die Firma erst nach der Eheschließung gegründet hat, dann wird sie mit 0 € in das Anfangsvermögen gerechnet. Im Endvermögen steht sie mit dem Wert, den sie zur Zeit der Scheidung hat. Somit fällt der komplette Wert der Firma in den Zugewinn Ihres Mannes, sie können also von der kompletten Wertsteigerung profitieren. Dies hat nach der Rechtsprechung auch seinen berechtigten Grund, denn durch Ihre Arbeit als Hausfrau haben Sie es Ihrem Mann erst ermöglicht, die Firma aufzubauen; sie haben somit Ihren Teil der ehelichen Arbeit verrichtet und können somit am ehelich erwirtschafteten Teil Ihres Mannes teilhaben.

Jedoch sollten Sie sich, um eine gütliche Einigung nicht zu gefährden, wie gesagt am besten mit Ihrem Mann einigen, um nicht die Existenz der Firma zu gefährden und so Ihr Verhältnis zu Ihrem (Ex-)Mann weiter zu belasten.

Ob die von Ihnen genannte Summe von 30.000 € im Verhältnis angemessen ist, kann ich Ihnen hier auf Grund fehlender weiterer Angaben leider nicht beantworten; dies hängt von Ihrem Einzelfall ab und sollte dementsprechend von Ihnen selbst sorgfältig erwogen werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

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