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Ist das Arbeitszeugnis OK?

06.03.2013 18:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: In einem Arbeitszeugnis müssen die ausgeübten Tätigkeiten genau aufgeführt werden. Zudem muss auch das Verhältnis zu Kunden beurteilt werden, wenn der Arbeitnehmer Kontakt zu diesen hatte. Für eine überdurchschnittliche Bewertung ist der Arbeitnehmer beweispflichtig.

Sehr geehrter Anwalt,

ich hatte große Probleme von meinem ehemaligen Arbeitgeber (Zeitarbeitsfirma) ein Arbeitszeugnis zu bekommen, trotzdem ich eigentlich gute Erfahrungen mit ihm gemacht habe. Erst nach Fristsetzung per Einschreiben kam das Zeugnis. Nun habe ich irgendwie den Verdacht, das die sich an mir rächen wollen und irgendwelche komischen Formulierungen eingebaut haben. Was mir auch komisch vorkommt ist, dass zuerst mein Nachname und dann mein Vorname genannt wird. Hier also das Zeugnis:

Frau Nachname, Vorname, geb. am Datum war vom DatumBeginn bis zum DatumEnde in unserem Unternehmen als Helferin beschäftigt.

-----Es folgt ein Absatz über das Unternehmen selbst

Die häufig wechselnden Tätigkeiten erfordern eine rasche Auffassungsgabe, gutes Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zur schnellen Umstellung auf die verschiedenen Anforderungen. All diesen Voraussetzungen wurde Frau Nachname Vorname...... jederzeit gerecht.

Unsere Kunden lernten Frau Nachname in persönlicher als auch fachlicher Hinsicht als zuverlässige und flexible Mitarbeiterin kennen. Hervorzuheben ist die Einsatzbereitschaft und die Motivation, mit der Frau.....ihre Arbeit angegangen ist.

Wir bescheinigen Frau.... gern, dass sie die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt hat.

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit einwandfrei.

Wir wünschen Frau..... für ihren weiteren beruflichen Werdegang alles Gute und viel Erfolg.

Ist das Arbeitszeugnis von der Formulierung her OK? Ich muss sowieso etwas reklamieren, da das Zeugnis Rechtschreibfehler enthält.

Es ist kein Ausscheidungsgrund angegeben. Wie könnte man das formulieren, dass ich eine andere Stelle gefunden habe?
Vielen Dank für Ihre Antwort





Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Ihr Zeugnis hat als Endnote nach Schulnoten eine "zwei", ausgehend von der Zufriedenheitsformel "stets zu unserer vollen Zufriedenheit". Eine "eins" würde ein "stets zur vollSTen Zufriedenheit" bewirken, zudem müssten die jeweiligen Einzelnoten durch Steigerungen wie "sehr" usw. angehoben werden, also "sehr rasche Auffassungsgabe", "hervorragendes Einführungsvermögen", "schnellste Umstellung", usw.

Ob Ihre Arbeitsleistung einer "eins" entsprechen, kann ich nicht beurteilen. Da Sie dies im Falle eines Prozesses beweisen müssten, könnte dies schwierig werden. Eine "zwei" ist grundsätzlich ja "OK" , wonach Sie gefragt haben.

Für unschädlich halte ich es, dass Ihr Nachname zuerst genannt wird. Es gibt Gegenden, insbesondere in Süddeutschland, wo dies üblich ist. Wenn Sie aber etwas beanstanden, so können Sie dies rügen und abwarten was passiert.

Sie sollten aber darauf drängen, dass die von Ihnen ausgeübten Tätigkeiten genauer aufgeführt werden, also Helferin in der Automobilproduktion, in einem Lager, in einer Gärtnerei, o.ä. Ein potentieller Arbeitgeber muss erkennen können, wo Sie bereits eingesetzt waren, auch wenn nicht jede Stelle im Einzelnen mit allen Aufgaben genau beschrieben werden kann, da es vermutlich ja sehr viele waren.

Soweit Sie auch Kontakt zu Kunden der Entleiher (z.B. der Gärtnerei) hatten, sollte auch das gute Verhältnis zu diesen erwähnt werden, da die Auslassung anderenfalls darauf hinweist, dass es hier Probleme gab.

Da Sie selbst gekündigt haben, könnte man formulieren: "Frau XY verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch", und dies dann vor dem Satz "Wir wünschen .. alles Gute .." einfügen. Diesen würde ich noch dahingehend ergänzen, dass Ihnen "WEITERHIN viel Erfolg" gewünscht wird, da dies möglicherwiese impliziert, dass Sie vorher keinen Erfolg hatten. Dies hat allerdings eine Richterin in einem jüngst von mir geführten Prozess anders gesehen, so dass nicht sicher ist, ob Sie dies bei Gericht durchsetzen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

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