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Ist Widerruf einer über Internet abgeschlossenen 'verbindl. Fahrzeugbestellung' mög?

| 22.07.2010 14:23 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


15:20
Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir gestern über die Homepage eines Autohändlers einen EU-Neuwagen ausgesucht. Ich habe dann dort angerufen und gesagt, dass ich einen bestimmten Neuwagen haben will. Daraufhin habe ich per Email ein ausgefülltes Formular "verbindliche Bestellung für neue Kraftfahrzeuge" mit den korrekt ausgefüllten Daten des Fahrzeugs nebst Anhang der Ausstattungberhalten. Die AGB's, die eigentlich umseitig aufgedruckt sein sollen waren nicht eingescannt. Die AGB's, die ich auf der Homepage des Anbieters einsehen konnte, enthalten keinerlei Hinweise auf ein Widerrufsrecht wie das sonst bei Internetbestellungen möglich ist. Ich bin auf ein solches Recht also zu keiner Zeit hingewiesen worden, bzw. sehen das die Bedingungen des Händlers nicht zu. Ich habe also gestern die Bestellung unterschrieben, eingescannt und wieder per Email zurückgeschickt. Bei dem Neuwagen handelt es sich um ein Neufahrzeug dessen Brief man mir wohl heute schon zum Zwecke der Vorab-Zulassung rausschicken will. MEINE FRAGE: Kann ich diese verbindliche Bestellung, die ja auschließlich per Internet- und Telefonkontakt zustande kam wiederrufen und wie lange kann ich das tun? Das Fahrzeug soll Ende nächster Woche ausgeliefert werden und ich überlege gerade, ob ich nicht doch widerrufen möchte. Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
22.07.2010 | 14:54

Antwort

von


(274)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Selbstverständlich haben Sie ein Widerrufsrecht, auch wenn der Händler Sie nicht ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat.

Gesetzlich gilt folgende Regelung: Wird man bei Vertragsabschluss über das Widerrufsrecht in Textform belehrt, gilt eine zweiwöchige Widerrufsfrist. Ist der Händler erst nach Vertragsschluss seinen Belehrungs- und Informationspflichten nachgekommen, so gilt eine einmonatige Frist, die zu laufen beginnt, wenn einem die Vertragsinformationen und die Widerrufsbelehrung zugegangen sind. Auch in diesem Fall beginnt die Frist aber frühestens mit Erhalt der Ware.

Bleibt die Belehrung ganz aus, hat der Verbraucher ein unbefristetes Widerrufsrecht.

Da es sich bei einem Auto um eine Ware handelt, die naturgemäß nicht einfach "zurückgesendet" werden kann wie beispielsweise ein Pullover, sollten Sie sich natürlich in Ihrem eigenen Interesse möglichst bald entscheiden, ob Sie den Vertrag widerrufen möchten oder nicht.

Der Händler kann sich keinesfalls darauf berufen, dass ein Widerrufsrecht in den AGB nicht vorgesehen sei.

Wenn Sie sich zu einem Widerruf entscheiden, muss dieser in schriftlicher Form erfolgen, am besten per Einschreiben.

Die von mir hier erläuterten Widerrufsbestimmungen gelten nur, wenn Sie als Privatmann dieses Auto erwerben wollen. Sollten Sie ein Auto für ein Unternehmen erwerben wollen, gelten andere Bestimmungen.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste rechtliche Einschätzung vorgenommen werden kann. Sollten hier Informationen weggelassen oder hinzugefügt worden sein, kann die rechtliche Bewertung völlig anders aussehen.

Sollten noch Unklarheiten bestehen, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion!


Rückfrage vom Fragesteller 22.07.2010 | 15:05

Herzlichen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Da der Fahrzeugbrief wohl schon unterwegs ist reicht es ja, wenn ich ihn dann zusammen mit dem Widerruf per Einschreiben zurücksende, ist das richtig? Ich handle auschließlich als Privatmann. Nochmals vielen Dank. JM

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.07.2010 | 15:20

Sehr geehrter Ratsuchender,

ja, das ist richtig.

Über eine Bewertung der Antwort würde ich mich freuen.

Nochmals danke für Ihre Anfrage; ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!

Ergänzung vom Anwalt 22.07.2010 | 15:48

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Vollständigkeit halber möchte ich meine Antwort noch kurz ergänzen. Für den Fall, dass der Autohändler Fahrzeugbestellungen nur gelegentlich per Internet oder Telefon entgegennimmt, sonst also
die Fahrzeuge immer direkt in seinem Ladengeschäft verkauft, haben Sie kein Widerrufsrecht. Es handelt sich dabei um eine Ausnahme, die der Händler, sofern er sich darauf beruft, beweisen muss. Fernabsatzgeschäfte müssen also planmäßig zur Vertriebsstruktur des jeweiligen Händlers gehören.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus

Bewertung des Fragestellers 22.07.2010 | 15:23

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 22.07.2010
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