Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ist Wegezeit von Wohnung zu einer Betriebsstätte = Arbeitszeit?

27.01.2014 13:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Dienstreisezeiten sind - soweit nichts anderes im Arbeitsvertrag usw. vereinbart ist - zu vergüten, wenn der Arbeitnehmer angewiesen wurde, selbst einen PKW zu steuern, oder aber im Zug gearbeitet hat. Kosten der fiktiven Anreise zum Arbeitsplatz bei einem Start vom Wohnort können abgezogen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Niedersachen (bei Bremen), sowie Betriebsstätten (unselbstständig) in Bayern, Bremen und nochmals in Niedersachsne (an der Küste, ca. 1,25 Std. vom Hauptsitz entfernt). Hierbei handelt es sich um Büros und Werkstätten, die angemietet wurden (zum Teil beim Kunden). Die Mitarbeiter des Unternehmens sind übewiegend Monteure, also üblicherweise auch mit Dienstreisen und Standortwechseln innerhalb des Unternehmens beschäftigt.

Wie verhält es sich, wenn ein Mitarbeiter anstatt "von Zuhause" zum Hauptsitz (um seine Arbeit aufzunehmen), zu einem der o.g. Standorte reist? Ist diese Reisezeit dann eine Dienstreise (also Arbeitszeit), oder nicht? Bei diesen Standorten handelt es sich ja um Betriebsstätten des Unternehmens. Es dürfte sich doch, wenn man vom Wohnort dorthin fährt, nicht um Arbeitszeit bzw. eine Dienstreise handeln, oder?

Es gibt übrigens keine Betriebsvereinbarungen oder gültige Tarifverträge die etwas hierzu regeln. Auch die Arbeitsverträge sehen hier keine spezielle Regelung vor. Wir haben Reisezeiten im Zuge von Dienstreisen (z.B. zum Kunden, Baustelle etc.) immer als Arbeitszeit vergütet. Jedoch sind wir der Meinung, dass die Anreise vom Wohnort zu einer anderen Betriebsstätte keine Arbeitszeit sein dürfte. Was meinen Sie?

Vielen Dank bereits im Voraus für die Mühe.

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

um Ihre Frage zu beantworten, müsste man zunächst in die Arbeitsverträge der betroffenen Mitarbeiter sehen, welcher Arbeitsort dort vereinbart ist.

Ist z.B. ein Mitarbeiter ausdrücklich für Ihre bayerische Niederlassung eingestellt worden, so sind Fahrten von seinem Wohnort dorthin nicht zu vergüten, und es würde sich dann anders herum lediglich die Frage stellen, ob er die Zeit für Fahrten zu Ihrer Zentrale, etwa zu Besprechungszwecken, vergütet bekommt.

Ich nehme aber an, dass in den Arbeitsverträgen ein bundesweiter Einsatz, auch an anderen Standorten, vereinbart worden ist, da Sie schreiben, dass Sie überwiegend Monteure beschäftigen, die extern eingesetzt werden.

In diesem Fall stellt sich dann die Frage, ob die Monteure von Ihnen im Hinblick auf das ausgewählte Verkehrsmittel eine Anweisung bekommen haben. Wenn der Arbeitnehmer auf Weisung des Arbeitgebers selbst mit dem Auto fährt oder etwa im Zug auf den Notebook arbeitet, was bei einem Monteur eher unwahrscheinlich ist, dann ist diese Arbeitszeit genau so zu vergüten als wenn er gearbeitet hätte. Wenn es aber die eigenen Entscheidung des Arbeitnehmers war, mit dem Auto zu fahren, und er auch Zug hätte schlafen oder lesen können, so ist ihm die Reisezeit nicht zu vergüten.

Ich nehme einmal an, dass Ihre Monteur mit dem Auto fahren müssen, da sie mit diesem auch Werkzeuge und Ersatzteile transportieren. Daher dürfte die Anreise zum auswärtigen Einsatzort als Arbeitszeit zu werten sein.

Soweit der Arbeitnehmer hierfür von seinem Wohnort länger braucht als von der Unternehmenszentrale, kann ein gewisser Abzug gemacht werden für die fiktive Anreise zur Unternehmenszentrale. Ihm aber die gesamte Fahrzeit - ggf. sogar aus Niedersachen nach Bayern - nicht zu vergüten mit dem Argument, dass die Anreise zum Einsatzort seine Privatsache sei, dürfte jedoch vor den Arbeitsgerichten bei einer entsprechenden Zahlungsklage der Arbeitnehmer kein Gehör vor den Arbeitsgerichten finden.

Wenn also der Arbeitnehmer eine halbe Stunde Fahrzeit nördlich von Ihrer Zentrale wohnt und von dort direkt nach Bayern fährt und den Werkstattwagen mitführen muss, können Sie ihm eine halbe Stunde abziehen. Die übrigen Stunden sind jedoch zu vergüten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER