Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ist Vermittlungsprovision für Nachmietersuche zulässig?

| 1. November 2022 20:18 |
Preis: 60,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

In unserem Wohnungsmietvertrag ist ein Kündigungsverzicht von 12 Monaten vereinbart. Mietbeginn war der 1.09.2022, wir haben den Vertrag am 4.10.2022 gekündigt und als fristgemäßes Ende wurde uns der 31.11.2023 bestätigt.
Wir wollen im Dezember 2022 ausziehen und schon früh haben wir uns um einen Nachmieter bemüht. Es gibt nun mehrere geeignete Bewerber, die auch schon ihre Unterlagen eingereicht haben, aber mit Bestätigung der Kündigung hat uns die Wohnungsverwaltung einen Vermittlungsvertrag zugeschickt, in dem folgendes vereinbart wird: Wir beauftragen die Wohnungsverwaltung zur vorzeitigen Vertragsentlassung einen geeigneten Mieter zu vermitteln. Als Vergütung für die Leistungen wird eine Provision von 2 Monats-Nettokaltmieten zzgl. MwSt. fällig. Es ist uns gestattet eigene Interessenten vorzuschlagen (was wir bereits getan haben), allerdings bleibt die Provisionsregelung für den Fall eines Mietvertragsabschlusses mit diesem Interessenten unberührt. Im Klartext: die Verwaltung kassiert eine Vermittlungsprovision, auch wenn wir die Arbeit der Nachmietersuche übernommen haben. Ist das rechtlich zulässig? Es fühlt sich sehr nach Erpressung an. Die Akzeptanz eines Nachmieters und somit ein vorzeitiges Vertragsende wird nur gegen Zahlung der Provision gewährt.
Im übrigen ist zu erwähnen, dass der Vermieter/Eigentümer (eine Immobilienbeteiligungsgesellschaft) zu 50% an der Verwaltung beteiligt ist.
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

1. November 2022 | 20:43

Antwort

von


(655)
Gisselberger Str. 47A
35037 Marburg
Tel: 06421-6977248
Tel: 01764-5636963
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

eine solche Vereinbarung dürfte nach § 2 Abs. 3 und 5 des Gesetzes zur Regelung der Wohnungsvermittlung unwirksam sein.

Auszug:

㤠2

(1) Ein Anspruch auf Entgelt für die Vermittlung oder den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluß von Mietverträgen über Wohnräume steht dem Wohnungsvermittler nur zu, wenn infolge seiner Vermittlung oder infolge seines Nachweises ein Mietvertrag zustande kommt. Der Vermittlungsvertrag bedarf der Textform.
(1a) Der Wohnungsvermittler darf vom Wohnungssuchenden für die Vermittlung oder den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss von Mietverträgen über Wohnräume kein Entgelt fordern, sich versprechen lassen oder annehmen, es sei denn, der Wohnungsvermittler holt ausschließlich wegen des Vermittlungsvertrags mit dem Wohnungssuchenden vom Vermieter oder von einem anderen Berechtigten den Auftrag ein, die Wohnung anzubieten (§ 6 Absatz 1).
(2) Ein Anspruch nach Absatz 1 Satz 1 steht dem Wohnungsvermittler nicht zu, wenn
1.
durch den Mietvertrag ein Mietverhältnis über dieselben Wohnräume fortgesetzt, verlängert oder erneuert wird,
2.
der Mietvertrag über Wohnräume abgeschlossen wird, deren Eigentümer, Verwalter, Mieter oder Vermieter der Wohnungsvermittler ist, oder
3.
der Mietvertrag über Wohnräume abgeschlossen wird, deren Eigentümer, Verwalter oder Vermieter eine juristische Person ist, an der der Wohnungsvermittler rechtlich oder wirtschaftlich beteiligt ist. Das gleiche gilt, wenn eine natürliche oder juristische Person Eigentümer, Verwalter oder Vermieter von Wohnräumen ist und ihrerseits an einer juristischen Person, die sich als Wohnungsvermittler betätigt, rechtlich oder wirtschaftlich beteiligt ist.
(3) Ein Anspruch nach Absatz 1 Satz 1 steht dem Wohnungsvermittler gegenüber dem Wohnungssuchenden nicht zu, wenn der Mietvertrag über öffentlich geförderte Wohnungen oder über sonstige preisgebundene Wohnungen abgeschlossen wird, die nach dem 20. Juni 1948 bezugsfertig geworden sind oder bezugsfertig werden. Satz 1 gilt auch für die Wohnungen, die nach den §§ 88d und 88e des Zweiten Wohnungsbaugesetzes, nach dem Wohnraumförderungsgesetz oder nach entsprechenden landesrechtlichen Vorschriften gefördert werden, solange das Belegungsrecht besteht. Das gleiche gilt für die Vermittlung einzelner Wohnräume der in den Sätzen 1 und 2 genannten Wohnungen.
(4) Vorschüsse dürfen nicht gefordert, vereinbart oder angenommen werden.
(5) Eine Vereinbarung ist unwirksam, wenn
1.
sie von den Absätzen 1 bis 4 abweicht oder
2.
durch sie der Wohnungssuchende verpflichtet wird, ein vom Vermieter oder einem Dritten geschuldetes Vermittlungsentgelt zu zahlen. „


Mehr gibt es zu dieser Unverschämtheit nicht zu sagen.

Allerdings dürfte Ihre Berufung hierauf die Hausverwaltung ebenfalls nicht positiv stimmen, weshalb Sie bei einzusprechenden Gesprächen für Zeugen dieser offensichtlichen Erpressung sorgen sollten.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 3. November 2022 | 09:08

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Meine Frage wurde schnell und ausreichend beantwortet.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Andreas Wilke »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 3. November 2022
5/5,0

Meine Frage wurde schnell und ausreichend beantwortet.


ANTWORT VON

(655)

Gisselberger Str. 47A
35037 Marburg
Tel: 06421-6977248
Tel: 01764-5636963
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet- und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht, Vertragsrecht, allgemein, Zivilrecht