Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ist Twagos verhalten rechtlich ok?

| 07.03.2013 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Twago ist ein online Projektvermittler.

Die AGBs finden sich hier:
http://www.twago.de/static/tos

Prinzip: Projektanbieter melden sich an, stellen ein Projekt ein, warten auf Angebote (die gar nicht machbar sind, weil meist eine sinnvolle Kommunikation ueber die Platform kaum moeglich ist, weil zB urls nicht uebermittelt werden duerfen), aber das ist ein anderes Thema.

Service-Provider (wie Ich) koennen dann, je nach Mitgliedsstatus Angebote abgeben.

Neben dem "Ich such mir ein Projekt und gebe ein Angebot ab" Prinzip gibts noch eine weitere Moeglichkeit in Kontakt zu treten: der Projektanbieter klickt den Profil-Link an, und kontaktiert dort den Service Anbieter. Das Schema ist dieses:
- Twago antwortet dem Projektanbieter: "Der Service Anbieter meldet sich bei Interesse"
- dem Service Anbieter wird eine Email geschickt "Leider reicht ihr Mitgliedstatus fuer die Weitergabe der Kontaktdaten nicht aus, bitte graden sie up, *heute* 5% Rabatt"

Dieser Upgrade ist aber typischerweise mit Mehrkosten von > 400 EUR verbunden. (Mitgliedsbeitrag ueber 4-5 Monate).

Die AGBs von Twago erzwingen Exklusivitaet fuer 12 Monate, dh an Twago muss 12 Monate gezahlt werden. Was Ich von dem Geschaeftsmodell halte moechte Ich an dieser Stelle nicht sagen.

Mich interessiert, ob Twago in meinem Namen sagen kann "Der Service Dienstleister meldet sich bei Interesse" - und zugleich verschweigen kann, dass es den Service Provider > 400 EUR kosten wuerde, dieses "Interesse" zu zeigen durch ein Upgrade des Profiles. Ich bin der Meinung, dass sie den Projektanbieter geschickt und verwerflich durch Verschweigen wichtiger Details indirekt anlügen oder zumindest meine persönliche Meinung verzerrt wiedergeben. Natürlich ist das meine Sicht als Service Anbieter.

Falls Twago dies list und sein Verhalten ändert: Stand ist 7ter März 2013.Das Verhalten hat mindestens 6 Monate so stattgefunden - Beschwerde beim Support hat diesbezüglich nichts gebracht, außer dem Hinweis, dass man eventuell verhandeln kann.

Dadurch dass mein Profil völlig leer ist und gar keine Daten enthält .. frage Ich mich manchmal schon, ob es echte Personen sind, die mich auf diesem Weg kontaktieren wollen, oder nur "schlaue Suchmaschinen", die Formulare ausfüllen. Diese Frage können Sie natürlich nicht beantworten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder weglassen von Detailinformationen kann sich die rechtliche Beurteilung u. U. noch erheblich verändern.

Wie man leicht bei einer Internetrecherche feststellen kann, ist das von Ihnen genutzte Projektportal nicht unumstritten und scheint wohl nur bei wenigen Nutzern zum gewünschten Erfolg zu führen. Sie scheinen also kein Einzelfall zu sein.

Aus den AGBs des Unternehmens ergibt sich bereits recht eindeutig, dass der Nutzungsumfang von der gewählten Mitgliedschaft abhängig ist. Es ist auch ohne weiteres möglich, sich über die Kosten und den jeweiligen Umfang der Mitgliedschaft zu informieren. Darüber hinaus ist die Laufzeit der Mitgliedschaft je nach Status unterschiedlich lang. Eine fixe Bindung von 12-Monaten gibt es nach den AGBs nicht. Die von Ihnen erwähnte Exklusivität bezieht sich nur auf Projekte, die über die Plattform abgeschlossen wurden, bedeutet aber keine pauschale Mindestlaufzeit und insbesondere keinen pauschalen Kündigungsausschluss.

Aus den AGB § 2 ergibt sich ferner, dass die Plattform kein Stellvertreter für die Nutzer ist und die Verträge direkt zwischen Kunden und Service-Provider zustande kommen. Die Plattform leitet also nur Informationen weiter und stellt den Kommunikationsweg zur Verfügung.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für richtig, dass dem potentiellen Kunden nur mitgeteilt wird, dass Sie sich bei Interesse melden. Es handelt es sich hier um die notwendige Mitteilung, dass das Angebot angekommen ist und weitergeleitet wurde. Für den Kunden ist diese Information ausreichend und sachgerecht. Dass ein mögliches Interesse für Sie u. U. ein Upgrade mit Folgekosten bedeuten würde, betrifft nur Ihre Mitgliedschaft und Ihre Vertragsbeziehung mit der Plattform und muss somit nicht dem Kunden mitgeteilt werden. Das Vorgehen der Plattform ist m. E. in diesem Punkt nicht zu beanstanden.

Die andere Frage ist, ob von Ihnen bei jeder Kundenanfrage ein Upgrade der Mitgliedschaft verlangt werden kann.

Solange das Projekt Ihrem Mitgliedschaftsstatus entspricht, kann wohl kein Upgrade verlangt werden. Die Kontaktdaten müssten Ihnen also ohne Upgrade entsprechend den Nutzungsbedingungen übermittelt werden. Werden Ihnen die Kontaktdaten trotzdem nicht mitgeteilt, handelt die Plattform rechtswidrig und verstößt gegen das eigene Geschäftsmodell.

Anders könnte es sich dagegen verhalten, wenn für Sie ein Projekt abgegeben wird, dass der Art und/oder Höhe nach nicht mehr Ihrem Mitgliedschaftsstatus entspricht. Dann kann die Plattform zwar das Porjekt an Sie weiterleiten, Sie könnten es aber in der derzeitigen Mitgliedschaft nicht annehmen. Dann wäre es also rechtmäßig und begründet, ein Upgrade von Ihnen zu verlangen, wenn Sie das Angebot annehmen wollen.

Es müsste also je nach Projekt entschieden werden, ob Ihr Mitgliedsstatus für die Annahme ausreicht oder nicht. Pauschal für jedes Projekt kann aber sicherlich kein Upgrade verlangt werden.

Wie bei rechtlichen Konflikten bzw. Streitigkeiten zwischen dem Nutzer und der Plattform vorzugehen ist, ergibt sich aus den AGB § 12. Bevor weitere Schritte eingeleitet werden, sind Beschwerden mit Begründung an die dort benannte Stelle zu richten. Sie sollten also die Vorkommnisse dort melden und ggf. aufzeigen, welche Projekte Ihnen entgangen sind und in welcher Projekthöhe. Zumindest nach den AGB sollte Ihnen dann eine schriftliche Stellungnahme binnen 15 Tagen zugehen. Je nachdem wie die Stellungnahme ausfällt, müsste dann entschieden werden, ob weitere Schritte notwendig sind, um die Plattform zur Vertragseinhaltung zu bewegen.

Sofern trotz geeigneter Projekte die Kontaktdaten niemals an Sie weitergeleitet werden und auch die Beschwerde bei der Beschwerdestelle ohne Erfolg bleibt, wäre zu überlegen, ob eine Kündigung aus wichtigem Grund (Nichteinhaltung des Vertrags durch die Plattformbetreiber) möglich ist. Dies sollten Sie allerdings noch einmal tiefergehend und nach Einblick in die Vertragsunterlagen prüfen lassen.

Bei der nächsten unberechtigten Verweigerung der Kontaktdaten, sollten Sie unter Hinweis auf den Mitgliedsstatus auf die Bekanntgabe bestehen. Sie sollten, wenn die Kontaktdaten nicht weitergeleitet werden, die Beschwerde bei der Beschwerdestelle einreichen und ggf. einen Schadensersatz androhen, weil Ihnen die Nutzungsmöglichkeiten und insbesondere die Möglichkeit zum Abschluss von Verträgen rechtswidrig vorenthalten werden. Der Schadensersatz sollte allerdings nicht mehr als das entgangene Projekt betragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierungshilfe geben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


Bewertung des Fragestellers 09.03.2013 | 00:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Auf mich Laie war die Antwort wie erwartet."
Jetzt Frage stellen