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Irrtum bei der Einstellung eines Angebotes

09.01.2008 22:52 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren !

Ich habe bei ebay eine Eisgondel zur Versteigerung eingestellt

Durch ein Versehen ist die Eisgondel leider nicht wie von mir gewollt (und auch im Text deutlich geschrieben !) als Versteigerung ab 1 € angeboten, sondern als "Sofortkauf für 1 €" eingestellt worden. Da die Zeit von dem Bearbeiten im Internet und dem Freigeben auf die Seite von Ebay sehr kurz war, konnte ich nicht mehr kontrollieren, ob mein Angebot genauso eingestellt wird, wie ich es wollte.

Eine knappe halbe Stunde nachdem das Angebot freigeschaltet war, hat ein Käufer sich natürlich auf das von mir nicht so gewollte Angebot gemeldet.

Bei einem Irrtum, der hier auf jeden Fall vorliegt, habe ich doch das Recht, vom Vertrag zurück zu treten, oder ?

Der Käufer allerdings droht mir jetzt schon, daß "kauf eben kauf" sei, und ich auf jeden Fall für 1 € verkaufen muß.

Ich würde gerne wissen, wie ich aus dieser verzwickten Situation herauskomme, da es wirklich ein Irrtum ist (ich habe sonst nur positive Bewertungen bekommen, 100 %).

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir helfen könnten (z. B. was und wie ich dem Käufer passend schreiben kann, bzw. ob Sie in diesem Falle einen Brief schreiben, was wohl sinnvoller wäre) und eine Antwort an meine E-Mail Adresse senden würden.

Ich bedanke mich im voraus und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen und Ihres Einsatzes, beantworte ich Ihnen Ihre Frage wie folgt:

Sie liegen mit Ihrer Einschätzung durchaus richtig: In einem Fall wie diesem kann man durchaus von dem Vorliegen eines Anfechtungsrechtes ausgehen. Durch die versehentliche Auswahl der falschen Verkaufsoption haben Sie eine Erklärung mit einem Inhalt abgegeben, den Sie so nicht beabsichtigt haben. Es ist davon auszugehen, dass Sie bei Kenntnis des Inhaltes die Erklärung so nicht abgegeben hätten.

Diese etwas umständliche Subsumtion des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes entspricht weitestgehend dem Tatbestand des so genannten Erklärungsirrtums (§ 119 Abs. 1 BGB).

Für das Vorliegen der Voraussetzungen für eine Anfechtung sind Sie grundsätzlich darlegungs- und gegebenenfalls beweispflichtig. In diesem Zusammenhang käme es im Zweifelsfall auf die Gesamtumstände des Falles und der Auktion an. Sie geben an, dass sich Ihr Irrtum bereits aus dem Auktionsangebot ergibt bzw. sogar ausdrücklich benannt ist. Dies kann Ihre Position erheblich verbessern.

Sie müssen nun, das Sie den Irrtum erkannt haben, den so geschlossenen Kaufvertrag unverzüglich anfechten, d.h. dem Käufer den zu Grund liegenden Sachverhalt schildern und unzweifelhaft zu erkennen geben, dass Sie an dem so geschlossenen Vertrag aus diesem Grunde nicht festhalten wollen und sich hiervon lösen möchten. Diese Erklärung ist formfrei und, soweit sie die genannten Angaben enthält, auch nicht von bestimmten Schlagworten abhängig.

Da im Rahmen dieser Onlineplattform lediglich die Erteilung eines Rates erfolgen kann, empfiehlt es sich, um weitere Kosten zu vermeiden, diese Erklärung zunächst selbst zu verfassen und bei weiterer Verfolgung von Ansprüchen durch den Käufer einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Insbesondere wäre es vor dem Verfassen einer entsprechenden Anfechtung ratsam, Einblick in die zu Grunde liegende Auktion zu nehmen.

Sollten Sie jedoch weitere Fragen bezüglich des Inhaltes der Anfechtungserklärung haben, so stehe ich Ihnen selbstverständlich im Rahmen der Nachfragefunktion auch weiterhin zur Verfügung. Gerne können Sie mich auch morgen in meiner Kanzlei anrufen, wenn Sie die Auktion nicht öffentlich benennen möchten. Dies wäre selbstverständlich von Ihrem bereits erbrachten Einsatz für die Frage gedeckt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser ersten rechtlichen Einschätzung weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Grema
Rechtsanwalt
_____________
Christian Grema
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal
Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31

Internet: www.c-g-w.de
E-Mail: info@c-g-w.de

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