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Invaliditätsgrad Unfallversicherung

31.05.2009 18:32 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger


Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund eines Unfalls hatte ich eine Radiusfraktur im Bereich des Handgelenks. Nach Begutachtung erhielt ich nun die Mitteilung der Versicherung, dass die Schäden mit 1/6 des Arms demzufolge 1/6 aus 70 % die für die Funktionsunfähigkeit des Arms zum Ansatz kommen, ermittelt wurde.

Gemäss den Versicherungsbedingungen AUB88 gibt es für „Funktionsunfähigkeit eines Armes 70 %“ bei „Funktionsunfähigkeit der Hand im Handgelenk 55 %“.

Ist als Basis die Zugrundelegung des „Armwertes“ korrekt ? Da es ein Bruch im Handgelenk war und auch nur dieses beeinträchtigt ist, müsste da nicht der Wert "Hand im Handgelenk" zum Ansatz kommen.

Müsste sich ein besserer Wert bei Zugrundelegung des „Hand im Handgelenkswert“ ergeben ? ist das Handgelenk z.B. um 25 % eingeschränkt, ist der Prozentsatz auf den ganzen Arm umgerechnet natürlich geringer und deshalb bei Zugrundelegung des "Hand im Handgelenkswert" höher sein, obwohl der Wert ansich bei völlig Funktionsunfähigkeit ja geringer wäre.

Gibt es einen Anhaltspunkt, was 1/6 des ganzen Arms in etwa dem Handgelenkswert entsprechen wenn sich die gesamten Einschränkungen auf das Handgelenk beziehen ?

Besteht ein Anspruch gegenüber der Versicherung auf Aushändigung des durch einen unabhängigen Gutachters erstellten von der Versicherung bezahlten Gutachtens ?

vielen Dank für Ihre Bemühungen

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Der Grad der Invalidität in der Unfallversicherung bemisst sich nach der Gliedertaxe ( § 7 I (2) a AUB 88/94). Bei Funktionsbeeinträchtigungen der jeweiligen Körperteile und Sinnesorgane ist eine Herabstufung der Gliedertaxe vorgesehen. Bei Armen und Beinen ist auf die rumpfnächste Stelle abzustellen, an der sich die Funktionsbeeinträchtigung auswirkt. Im Falle einer Funktionsbeeinträchtigung des Armes ist das in der Regel das Schultergelenk. Weiterhin ist es nicht maßgeblich, wo die Verletzung eingetreten ist, sondern wo sich die Verletzung auswirkt.

Nachdem Sie mitteilen, einen Bruch im Handgelenk erlitten zu haben, wobei auch nur dieses beeinträchtigt sei, spricht vieles dafür, nicht von einem Prozentsatz des Armwertes auszugehen, sondern von dem in der Gliedertaxe festgelegten Wert für die Hand im Handgelenk, was - wie Sie selbst festgestellt haben - zu einer höheren Entschädigung führen wird. Dem wird auch nicht entgegen gehalten werden können, dass aufgrund der Fraktur im Handgelenk offensichtlich einzelne Funktionen der Hand nicht beeinträchtigt und die Hand jedenfalls teilweise weiterhin gebrauchsfähig ist. Denn nach der Rechtsprechung kommt es für den Begriff "Funktionsunfähigkeit der Hand im Handgelenk" auf die Funktionsunfähigkeit der Hand gerade im Handgelenk und nicht auf die Funktionsunfähigkeit des Teilgliedes Hand an. Daher wird die Ausstrahlung der Funktionsbeeinträchtigung der Hand im Handgelenk auf den ganzen Arm für unbeachtlich erklärt und deshalb nicht der Armwert angewandt (vgl. BGH VersR 1990, 964 ; VersR 1991, 57 VersR 2001, 360 ; VersR 2003, 1163 ).

Ist nur das Handgelenk funktionsunfähig bzw. z.T. funktionsunfähig, wird die Regulierungsentscheidung Ihrer Unfallversicherung im Ergebnis aller Voraussicht nach mit der Begründung erfolgreich angegriffen werden könne, dass die Ausstrahlungen der Funktionsbeeinträchtigung der Hand im Handgelenk auf den ganzen Arm unbeachtlich sei.

Weiterhin gehe ich davon aus, dass der Unfallversicherer das in Auftrag gegebene Gutachten aufgrund einer ärztlichen Untersuchung erstellt hat, so dass Ihnen allein im Hinblick hierauf ein Auskunftsrecht zustehen wird. Die Übersendung des Gutachtens in Kopie wird allerdings voraussetzen, dass der Gutachter dem zuvor zugestimmt hat. Abschließend empfehle ich Ihnen, mit der Wahrnehmung Ihrer Rechte gegenüber dem Unfallversicherer einen Rechtsanwalt vor Ort zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Jutta Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2009 | 12:50

vielen Dank für Ihre schnelle und informative Antwort.

Können Sie mir auch noch sagen, in welche Rechtsschutzrubrik im Falle einer Rechtsschutzversicherung fallen würde ?

Den Bruch zog ich mir ohne Fremdeinwirkung beim Inlinern zu. Fällt das unter Verkehrsrechtsschutz ?

vielen Dank nochmals

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.06.2009 | 02:50

Sehr geehrter Fragesteller,

die Auseinandersetzung mit Ihrer privaten Unfallversicherung ist dem Bereich des Vertragsrechts zuzuordnen, so dass der Privatrechtsschutz für Nichtselbständige gem. §§ 2 d , 25 ARB, nicht jedoch der Verkehrsrechtsschutz einschlägig sein wird.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

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