Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Internetshop - Lieferung ins Ausland

| 02.06.2011 09:37 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir betreiben einen Internetshop mit Sitz in Deutschland (Fakutura - Versand etc.).
Die Kundengruppen sind sowohl privat als auch geschäftlich

Nun möchten wir den Shop übersetzen und in anderen Ländern der EU bewerben.

Frage 1.)
Reicht es als Währung Euro anzugeben, bzw ist es zwingend erforderlich, dass in Ländern wie Polen der Shop Zloty anzeigen muss ?

Frage 2.)
Wenn der ausländische Kunde bei uns in Deutschland bestellt und wir von hier fakturieren und versenden, gelten dann die deutschen Widerrufs und Rücksendebedingungen und auch unsere (deutschen) AGB`s ?

Danke für Ihre Antwort

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Zu 1.

Nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Preisangabenverordnung (PAngV) hat der Anbieter von Waren oder Leistungen gegenüber Letztverbrauchern die Preise anzugeben, die einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Bestandteile zu zahlen sind (Endpreise). § 1 Abs. 6 Satz 1 PAngV normiert den für das Preisangabenrecht tragenden Grundsatz, wonach eine Preisangabe der allgemeinen Verkehrsauffassung und den Grundsätzen von Preisklarheit und Preiswahrheit entsprechen muss.

Preiswahrheit bedeutet dabei auch, dass der Preis in der Währung anzugeben ist, in der bezahlt werden muss. Wenn die Kunden im Ausland also in Euro bezahlen können, reicht grundsätzlich auch die Angabe von Euro im Online-Shop aus. Allerdings sollte aus wirtschaftlicher Sicht beachtet werden, dass die Akzeptanz eines Online-Shops, der Artikel nur in einer Fremdwährung anbietet, beim Kunden erfahrungsgemäß deutlich geringer ist, so dass allein aus diesem Grund die Anzeige und Zahlungsmöglichkeit in der Fremdwährung ermöglicht werden sollte.

Zu 2.

Bei grenzüberschreitenden Lieferungen ist zwingendes Verbraucherschutzrecht des Landes des Käufers zu beachten. Es gibt selbst innerhalb der EU nach wie vor keine einheitlichen Bestimmungen. Aktuell diskutiert das EU-Parlament zwar einen Richtlinienentwurf, der eine Vereinheitlichung ermöglichen soll. Es soll beispielsweise eine EU-weit einheitliche Widerrufsbelehrung geben, was für viele Webshopbetreiber schon eine enorme Erleichterung wäre.
Nach derzeitiger Rechtslage muss der Käufer aber noch nach dem in seinem Land geltenden Recht belehrt werden, wenn die Ware dort angeboten wird. Wenn Sie die Ware in der jeweiligen Landessprache anbieten, müssen auch diese Informationspflichten in dieser Sprache erfüllt werden. Ansonsten besteht zum einen die Gefahr, von Wettbewerbern abgemahnt zu werden, zum anderen könnte dem Kunden ein quasi unbegrenztes Rückgaberecht zustehen.

Dasselbe gilt für Ihre AGB. Diese müssen ebenfalls übersetzt werden, können dann aber unter Beachtung des nationalen Rechts (insbesondere der nationalen Verbraucherschutzvorschriften) wirksam vereinbart werden.

Da die Lieferung ins Ausland noch eine Menge weiterer Fallstricke aufweist, z.B. in Bezug auf die ordnungsgemäße Rechnungsstellung (Steuern!) und die Angabe von Versandkosten ins Ausland, sollten Sie sich vor einer internationalen Ausrichtung umfassend beraten lassen. Zurzeit kann man durch einen klaren Hinweis noch selbst entscheiden, in welche Länder man liefern möchte und in welche nicht. Dies können Sie nutzen und sich auf die wesentlichen Absatzmärkte beschränken, um den Aufwand der rechtlichen Vorprüfung der jeweiligen nationalen Regelungen einzuschränken.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass die nationalen Regelungen meist nur für Verbraucher zwingend sind. Insofern besteht im Rahmen der Vertragsfreiheit im Handel mit Geschäftskunden ein größerer Spielraum, insbesondere wenn die ausschließliche Anwendung deutschen Rechts vereinbart werden kann.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.06.2011 | 08:47

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war sehr verständlich und hilfreich, Dankeschön "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 04.06.2011 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER