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Internetauktionen, Differenzbesteuerung


20.07.2007 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte/innen,
ich suche hiermit Rat in einer steuerlichen Angelegenheit.
Ich betreibe nach einigem Vorlauf seit dem letzten Quartal 2006 einen Internethandel mit gebrauchten Kraftfahrzeugteilen. Hierfür werden bspw. Fahrzeuge/Unfallfahrzeuge angeschafft, repariert/verkauft oder zerlegt und in Teilen im Internet verkauft.
Ich habe im Fragebogen zu meiner steuerlichen Erfassung auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung verzichtet.
Meine Haupfrage bezieht sich hierbei auf das Zerlegen von Kraftfahrzeugen und das teilweise Verkaufen gebrauchter Kraftfahrzeugteile im Internet.
Ich ging im ersten Fall davon aus und handelte entsprechend, dass für ein zerlegtes Kraftfahrzeug/Krad, für welches beim Erwerb keine Umsatzsteuer ausgewiesen und entsprechend nicht eingefordert wurde, getätigte Teile-Umsätze, welche sich auf diese konkretes Fahrzeug beziehen, differenzbesteuert seien. Hierbei würde einer Ankaufrechnung die getätigten Fahrzeugteile-Umsätze zugerechnet werden, und eine entsprechende positive Differenz umsatzbesteuert.
Für Fahrzeugteile dagegen, die von einem Fahrzeug stammen, für welches beim Erwerb Umsatzsteuer ausgewiesen war, welche entsprechend im Monat des Fahrzeug-Erwerbes geltend gemacht wurde, ist für Umsätze aus Teileverkäufen von diesem Unfall-Fahrzeug jeweils Umsatzsteuer ausgewiesen und abgeführt worden. Die hier aufgetretenen Versandaufwendungen wurden ebenfalls als eigene Leistung umsatzbesteuert.

Entspräche mein Vorgehen in beiden Musterfällen der geltenden Rechtslage? Sind Versandaufwendungen als Nebenleistung für eine differenzbesteuerte Hauptleistung ebenfalls umsatzsteuerpflichtig?

Vielen Dank
Eingrenzung vom Fragesteller
20.07.2007 | 14:05
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Die Differenzbesteuerung setzt nach § 25a Abs. 1 Nr. 1 UStG u. a. das Handeln mit beweglichen körperlichen Gegenständen voraus.

Wird jedoch aus mehreren Einzelgegenständen, die jeweils für sich die Voraussetzungen der Differenzbesteuerung erfüllen, ein einheitlicher Gegenstand hergestellt oder zusammengestellt, unterliegt die anschließende Lieferung oder Entnahme dieses „neuen“ Gegenstandes nicht der Differenzbesteuerung.
Das gilt nach Abschn. 276a Abs. 4 Satz 5 UStR auch, wenn von einem erworbenen Gebrauchsgegenstand anschließend lediglich einzelne Teile geliefert werden (z. B. beim Ausschlachten eines PKW).

So verhält es sich in Ihren Fall, sodass die Differenzbesteuerung NICHT angewendet werden kann.
Die Umsätze aus den Teileverkäufen unterliegen daher in BEIDEN Fällen der Umsatzbesteuerung, sodass in dem von Ihnen geschilderten ersten Musterfall für das 4. Quartal 2006 berichtigte USt-Voranmeldungen abzugeben sind. Gerne bin ich Ihnen dabei im Rahmen eines Mandats behilflich.

Die Versandaufwendungen sind umsatzsteuerlich gesehen keine eigenständige Leistung.
Die teilen vielmehr als typische Nebenleistung das Schicksal der Hauptleistung und sind daher ebenfalls in BEIDEN Fällen der Umsatzbesteuerung zu unterwerfen.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft erteilen zu können, hoffe aber trotzdem, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2007 | 15:34

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ist somit der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung, welcher mir hier Probleme bereitet, irgendwie änderbar?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.07.2007 | 16:11

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Ja, bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung 2006 (= Ablauf der Einspruchsfrist) können Sie die Verzichtserklärung mit Wirkung für die Vergangenheit zurücknehmen.
Nehmen Sie die Verzichtserklärung zurück, können Sie die Rechnungen, in denen Sie die Umsatzsteuer gesonderten ausgewiesen haben, entsprechend berichtigen (Abschn. 247 Abs. 2 UStR).

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und verbleibe

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

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