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Internationales Steuerrecht


| 07.03.2011 12:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 13 Jahren bin ich mit einem Transportunternehmen in Deutschland selbstständig. Nun möchte ich meinen Wohnsitz in die Schweiz verlegen. (Nur den Wohnsitz, nicht meinen Geschäftssitz). Meine Fragen wären nun:
Wo müsste ich dann welche Steuern bezahlen z. B. Einkommenssteuer? In Deutschland oder in der Schweiz? Wird mir das im jeweiligen anderen Land angerechnet (DBA)?
Oder wäre es steuerlich günstiger mein Geschäft vorher in eine GmbH umzuwandeln und mir Lohn zu bezahlen? Soweit ich informiert bin, müsste ich diesen Lohn dann in der Schweiz versteuern...? Ist das richtig?
Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen und verbleibe mit freundlichem Gruß

Sehr geehrte Fragestellerin,

hier sind viele Fragen zu klären und viele Problemkreise vorhanden.
Nach dem Wohnsitzwechsel sind Sie als grundsätzlich nach § 1 Abs. 4 EStG beschränkt steuerpflichtig in Deutschland. Sie werden folglich mit ihren inländischen Einkünften nach § 49 Abs. 1 EStG in Deutschland besteuert. Hierbei ist gleichgültig, ob Sie den Gewerbebetrieb Transportunternehmen beibehalten oder eine Vergütung als Geschäftsführerin einer GmbH mit Geschäftsleitung im Inalnd erhalten.
Eine Freistellung bzw. Anrechnung der in Deutschland gezahlten Steuern ergibt sich nach dem DBA Deutschland-Schweiz.
Ferner sind bei einem Wegzug auch die überdachende Besteuerung nach Art. 4 DBA Deutschland-Schweiz und die in
§ 2 AStG geregelte sog. "erweiterte beschränkte Einkommensteuerpflicht" zu beachten. Die erweiterte beschränkte Steuerpflicht trifft nur natürliche Personen und zwar solche, die ins niedrigbesteuerende Ausland umgezogen sind und nicht mehr unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind.

Nur natürliche Personen können den Tatbestand des § 2 AStG erfüllen. Auf juristische Personen, die durch Verlegung von Sitz und Geschäftsleitung ins Ausland ihre unbeschränkte Steuerpflicht beenden, ist § 2 AStG nicht anzuwenden. Für sie gilt § 12 KStG, wonach bei Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht die stillen Reserven als Gewinn zu versteuern sind.


In einem Niedrigsteuerland und die Schweiz ist ein Niedrigsteuerland ansässig ist eine natürliche Person, wenn sie dort nach den Kriterien des Art. 4 Abs. 1 OECD-MA ansässig ist. Abs. 1 verwendet einen Begriff aus dem Abkommensrecht und nicht die gesetzlichen Begriffe des Wohnsitzes und des gewöhnlichen Aufenthalts (§ 1 Abs. 1 EStG, §§ 8 und 9 AO). Es kommt also darauf an, ob die Person nach dem Recht des Ansässigkeitsstaats dort einer Art unbeschränkter Steuerpflicht unterliegt. Was unter "niedriger Besteuerung" verstanden werden soll, ist in Abs. 2 gesagt.


Als Deutscher i.S.d. deutschen Staatsangehörigkeitsrechts muss der Steuerpflichtige fünf Jahre lang unbeschränkt steuerpflichtig gewesen sein. Der Fünfjahreszeitraum muss in den letzten zehn Jahren vor der Verlegung der Ansässigkeit gelegen haben. Ausländer sollen ohne steuerrechtliche Erschwernisse ins Ausland, auch ins niedrigbesteuernde Ausland, umziehen können.



Nach dem Wohnsitzwechsel müssen weiter wesentliche wirtschaftliche Interessen im Geltungsbereich dieses Gesetzes gegeben sein. Was hierunter zu verstehen ist, ist in Abs. 3 gesagt. Dies ist bei Ihnen auch gegeben.


Nur wenn die der erweiterten beschränkten Steuerpflicht unterliegenden Einkünfte die Bagatellgrenze von 16 500 € übersteigen, ist der Tatbestand des Abs. 1 erfüllt.



Für zehn Jahre werden die erweiterten Inlandseinkünfte besteuert. Der Zehnjahreszeitraum beginnt nach Ende des Jahres, in dem die unbeschränkte Steuerpflicht durch Wegzug endet. Er darf nicht mit dem Zehnjahreszeitraum verwechselt werden, in den vor dem Wegzug die fünfjährige unbeschränkte Steuerpflicht fallen muss. Bei Wegzug in die Schweiz wird die Rechtsfolge der erweiterten beschränkten Steuerpflicht auf fünf Jahre nach dem Jahr des Wegzugs begrenzt (Art. 4 Abs. 4 DBA-Schweiz).


Die Erweiterung der beschränkten Steuerpflicht durch Abs. 1 besteht darin, dass der Wegzügler auch mit bestimmten Einkünften besteuert wird, die sonst bei beschränkter Steuerpflicht nicht der Besteuerung unterliegen. Diese Einkünfte können untechnisch als "erweiterte Inlandseinkünfte" bezeichnet werden.

Dies war nur eine Erstberatung. Wir empfehlen Ihnen hier eine umfassende Beratung, damit bei Ihnen durch den Umzug keine steuerschädlichen Wirkungen eintreten.

Mit besten Grüßen
Bewertung des Fragestellers 07.03.2011 | 14:56


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