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Intern diebstahl auf der Arbeit


| 12.02.2006 09:01 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,
ich habe auf der Arbeit gestohlen. Ich habe regelmässig zwischen 20.- und 50.- Euro geklaut. Insgesamt waren es wohl ca.600.-!
Ganz genau weis ich es nicht. Ich wurde vorgestern erwischt und natürlich fristlos entlassen.
Ich habe bei dem Kündigungsgespräch die Tat zugegeben. Ich habe das Geld eingesteckt während ich es gezählt und zur Abhoung durch die Sicherheitsfirma bereit gemacht habe.
Ich weis das eine Strafanzeige gestellt wird.
Meine Fragen sind nun:
Wie geht es nun weiter und was muss ich als Strafe erwarten?
Steht das in meinem polizeilichen Führungszeugniss?
Kann ich etwas tun was sich strafmildernd auswirkt?
und da ich mich ja bewerben muss:muss ich das meinem neuen Arbeitgeber sagen????
Bitte helfen Sie mir.
Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne – soweit dies die von Ihnen gegebenen Informationen ermöglichen – beantworte.

Sie geben im Kern an, „auf der Arbeit“, also von Ihrem Arbeitgeber, einen Betrag von ca. 600,00 € „gestohlen“ zu haben.

Als mögliche Delikte kämen in Ihrem Fall mehrere in Frage.

Einmal durchaus ein Diebstahl i.S.d. § 242 StGB, eine Untreue i.S.d. § 266 StGB, jedoch auch eine Unterschlagung i.S.d. § 246 StGB.
Die einzelnen Vorschriften hierzu lauten:

§ 242 Diebstahl
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.


§ 266 Untreue
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) …


§ 246 Unterschlagung
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe.

(3) …


Leider sind Ihre Angaben in diesem Punkt nicht ganz genau. Es kommt zunächst für die Frage, welche Tat hier begangen wurde, darauf an, ob Sie vielleicht einem Kollegen Geld entwendet haben, oder direkt dem Arbeitgeber, so dass sowohl Diebstahl wie auch Unterschlagung, als auch eine Untreue in Frage kommen.

Hinsichtlich einer Tat bezogen auf den Arbeitgeber kommt es auf den Inhalt Ihres Beschäftigungsverhältnisse an. Es geht hier um die Frage, ob Sie ggfl. Befugnisse im Umgang mit Geld hatten. Insoweit kann ich Ihnen mit diesen Informationen noch keine verbindliche Auskunft erteilen.

Da Sie davon ausgehen, dass eine Strafanzeige durchgeführt werden wird, ist der weitere Verfahrensablauf wie folgt:

Der Anzeigenerstatter gibt den Sachverhalt zu Protokoll. Hierbei wird er wohl auch erwähnen, dass Sie zumindest zum Teil gestanden haben.
Aufgrund des Grundsatzes der Gewährung des rechtlichen Gehöres erhalten Sie i.d.R. eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung vor der Polizei. Dieser Vorladung müssen Sie nicht Folge leisten. Sie sind auch nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen und sich selbst zu belasten. Angaben zur Sache sollten Sie zur Zeit auch in keinem Fall machen, da Ihnen der Inhalt der amtlichen Ermittlungsakte nicht bekannt ist. Informationen über den Inhalt der Akte erhalten Sie nur über einen Rechtsanwalt (sog. Akteneinsicht). Erst hiernach kann bei vernünftiger Würdigung entschieden werden, was zu tun ist. Sie sollten zumindest zur Einsichtnahme in die Akte einen Verteidiger beauftragen.
Nach Abschluss der Ermittlungen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, wie sie weiter vorgeht. Es stellt sich die Frage, ob sie Staatsanwaltschaft Anklage erheben wird (wohl wahrscheinlich), oder ob sie das Verfahren einstellen wird (wahrscheinlich unwahrscheinlich). Dies kann jedoch zur Zeit nicht genau gesagt werden.
Wenn die Staatsanwaltschaft Anklage erhebt, kommt es zu einem Gerichtsverfahren.

Als Strafrahmen kann bei einer Verurteilung entweder eine Freiheitsstrafe, die auch zur Bewährung ausgesetzt werden kann, oder eine Geldstrafe herauskommen.
Der Strafrahmen reicht, je nach Straftat in Ihrem Fall, bis zu 5 Jahren. Da es sich jedoch wohl um „geringere“ Beträge handelt, wird es eher zu einer Verurteilung im unteren Rahmen oder, was wahrscheinlicher ist, zu einer Geldstrafe kommen.
Dies kann jedoch auch jetzt noch nicht definitiv gesagt werden, da nicht bekannt ist, ob Sie ggfl. schon eine Vorverurteilung haben.

Bei Verurteilung zu einer (erstmaligen) Geldstrafe von unter 90 Tagessätzen erfolgt eine Eintragung in ein Führungszeugnis nicht. Weitere detaillierte Informationen zum Thema Führungszeugnis erhalten Sie unter :
http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrungszeugnis


Lieber Fragesteller, um eine „Strafmilderung“ zu erreichen, kann einiges getan werden. Insbesondere ist ein Geständnis und auch eine Schadenswiedergutmachung an und für sich immer gut. Jedoch wird Ihnen niemand einen „Strick“ daraus drehen, wenn sie sich zunächst um Akteneinsicht bemühen. Denn Sie sollen ja auch nichts zugeben, was Sie nicht getan haben. Eine entsprechende Beratung durch einen Verteidiger wäre sicherlich angezeigt. Dieser kann im Fall der Fälle auch für Sie mit der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht möglicherweise verhandeln.

Von sich aus müssen Sie bei einem Vorstellungsgespräch mit einem potentiellen Arbeitgeber nicht auf eine Vorstrafe zu sprechen kommen. Sie müssen auch nicht von einem möglicherweise laufendem Ermittlungsverfahren (Ermittlung durch Polizei oder Staatsanwaltschaft) berichten, da der Ausgang (Verurteilung, Einstellung oder Freispruch) noch nicht bekannt ist.
Der Arbeitgeber darf Sie jedoch dazu befragen, ob Sie vorbestraft sind. Allerdings nur solche Fragen, die berechtigt sind, also im Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen, sind berechtigt. Um es kurz zu sagen: haben Sie bei dem zukünftigen Arbeitgeber mit Geldern oder Vermögenswerten zu tun, darf er Sie fragen, ob Sie einschlägig verurteilt sind. Sie müssen dann wahrheitsgemäß antworten.
Nicht erlaubt ist z.B. die Frage bei einem Fahrer, der mit Geldern usw. nichts zu tun hat, ob er wegen Unterschlagung von Firmengeldern o.ä. vorbestraft ist. Ist er jedoch Auslieferungsfahrer, so dürfte die Frage nach Vorstrafen in diesem Zusammenhang erlaubt sein.

Ich erlaube mir an dieser Stelle einen weiteren Hinweis:

Derjenige, dem Sie möglicherweise Gelder „weggenommen“ haben, hat einen zivilrechtlichen Anspruch auf Rückzahlung dieser Gelder. Die Erfahrung zeigt, dass beispielsweise Arbeitgeber dies auch durchführen. Hier kann jedoch durch Einschaltung eines Rechtsanwaltes einiges auch im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren geregelt werden (z.B. Vereinbarung einer Ratenzahlung usw.).

Sehr geehrter Fragesteller, ich hoffe Ihnen soweit die Fragen beantwortet zu haben und Ihnen in der für Sie sicherlich nicht einfachen Situation „etwas“ Unterstützung geleistet zu haben.

Sollten Sie noch weitere Frage haben oder anwaltliche Vertretung benötigen, bin ich gerne bereit Ihnen weiterzuhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Dippel
Rechtsanwalt


Lars Dippel
Rechtsanwalt
Hallostraße 3
45141 Essen
Tel. 0201-125 260
Fax 0201-125 2627
Notfallhotline (24h) 0172-8070722
info@ra-dippel.de

Nachfrage vom Fragesteller 12.02.2006 | 10:12

Hallo, erstmal Danke für die schnelle Antwort.
Ich habe im Einzelhandel gearbeitet und habe das Geld aus den Tageseinnahmen genommen( Während des zählens). Ich habe das Geld also von meinem Arbeitgeber genommen.Ist das Diebstahl oder Untreue? Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2006 | 10:23

Sehr geehrter Fragesteller,

es dürfte wohl eine sogenannte veruntreuende Unterschlagung in Ihrem Fall vorliegen. Es kommt jedoch im Kern u.a. auf die Frage an, wie die arbeitsvertraglichen Befugnisse geregelt sind. Die reine Möglichkeit, faktisch über Gelder zu verfügen reicht nicht aus. Sie sehen, dass es jetzt anfängt "leicht" kompliziert zu werden.
Soweit Sie noch weitere Fragen haben, kontaktieren Sie mich bitte über die bekannte Emailadresse oder die Notfallhotline (auch sonntags besetzt).

MfG

Lars Dippel
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