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Int.Steuer (D-Staatsbürger, Arbeitgeber in A, Wohnsitz nur in D, kein Grenzgänger)


24.11.2017 13:17 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag,

im Dezember fange ich einen Job als Angestellter in Österreich Wien an. Komme aus Deutschland (bin Deutscher) und habe bisher in Österreich nicht gearbeitet. Mein Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt bleibt unverändert auch in Deutschland (kein Grenzgänger) und ich beabsichtige keinen Nebenwohnsitz in Österreich zu beantragen, da ich im Vertrieb bin und meine Tätigkeit im Wesentlichen > 183 Tage in Deutschland erbringen werde. Werde in dieser Zeit keine weiteren Einkünfte in Deutschland erzielen.

Meine Frage:
Was muss ich in diesem Fall (für Österreich, neuer Arbeitgeber) alles beachten und was ist genau zu tun?

Mfg
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Sie stehen vor dem Beginn einer Tätigkeit als Angestellter bei einem österreichischen Arbeitgeber (Wien) und werden Ihre Vertriebstätigkeit im Wesentlichen, d.h. mehr als 183 Tage im Jahr in Deutschland verrichten. Nun fragen Sie, was es in Bezug auf Ihre Anstellung steuerrechtlich zu beachten gibt.

1. Besteuerungsrecht liegt bei Tätigkeitsstaat in Deutschland
Da Sie für einen ausländischen Arbeitgeber, aber schwerpunktmäßig, d.h. über 183 Tage im Jahr, in Deutschland aufhalten bzw. arbeiten, liegt gem. Art. 15 Abs. 2 DBA-Österreich das Besteuerungsrecht bei Deutschland. Das bedeutet für Sie, Sie zahlen Ihre Einkommens-/Lohnsteuer wie jeder "normale" deutsche Arbeitnehmer in Deutschland. Beachten Sie jedoch, dass die Regelung nur auf den Aufenthalt im anderen Land, d.h. einfach gesprochen, jeden Tag an dem Sie den Fuß über die Grenze setzen, abstellt. Das bedeutet für Sie, dass Sie für den Fall, dass Sie sich privat für längere Zeit in Österreich aufhalten, sich diese Beurteilung ändern könnte.

2. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge werden grundsätzlich auch vom ausländischen Arbeitgeber abgeführt
Grundsätzlich muss Ihr Arbeitgeber wie andere deutsche Arbeitgeber die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge selbst automatisch abführen. Anders ist es allerdings, welches in Ihrem Fall gegeben sein könnte, wenn Ihr Arbeitgeber weder Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte oder ständigen Vertreter in Deutschland hat. In diesem Fall muss er die Lohnsteuer nicht automatisch abführen und Sie wären dafür zuständig. In diesem Fall sollten Sie sich rechtzeitig bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt melden und eine Einkommenssteuervorauszahlung in die Wege leiten. Hierzu, d.h. zur Vorauszahlung, sind Sie rechtlich verpflichtet.

In Bezug auf die Sozialversicherungsbeiträge gilt es zu beachten, dass diese grundsätzlich vom Arbeitgeber abgeführt werden müssen, es sei denn er hat keine oben erwähnte Verbindung zu Deutschland und hat die Verpflichtung wirksam arbeitsvertraglich auf Sie übertragen, welches anhand des Arbeitsvertrages überprüft werden kann. In diesem Fall müssten Sie die Sozialversicherungsbeiträge selbst abführen und könnten von Ihrem Arbeitgeber dessen Anteil ersetzt verlangen. Sie sollten sich in diesem Fall rechtzeitig mit den für Sie zuständigen Sozialversicherungen in Verbindung setzen und dort die genauen Modalitäten Ihrer Zahlung erfragen und auch die Modalitäten der Rückzahlung durch den Arbeitgeber mit diesem besprechen.

3. "Was muss ich in diesem Fall (für Österreich, neuer Arbeitgeber) alles beachten und was ist genau zu tun?"
Ausgehend von den oben dargestellten Fakten, sollten Sie als aller Erstes in Erfahrung bringen, ob Ihr Arbeitgeber einen Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalt, Geschäftsleitung, Sitz, Betriebsstätte oder ständigen Vertreter in Deutschland hat. Dies können Sie z.B. bei Ihrem Arbeitgeber erfragen. Ist dies der Fall, dann übernimmt grundsätzlich der Arbeitgeber die Abführung der Lohnsteuer und der Sozialversicherung und Sie müssen sich diesbezüglich um nichts weiteres kümmern. Sie sollten allenfalls für sich hinterfragen, ob Sie ggf. darüber Buch führen wollen, wie oft Sie sich im Kalenderjahr jeweils privat oder geschäftlich in Österreich aufhalten, da beide Umstände für Ihre Besteuerung relevant sein können. Gleiches gilt, wenn Sie sich noch in größerem Umfang in Drittländern aufhalten sollten.

Ist die dargestellte Verbindung Ihres Arbeitgebers zu Deutschland nicht gegeben, sollten Sie sich zunächst mit dem zuständigen Finanzamt in Verbindung setzen und die genaue Vorgehensweise für die Abführung der Einkommenssteuervorauszahlung besprechen. Des Weiteren sollten Sie Ihren Arbeitsvertrag im Hinblick darauf prüfen, ob Ihr Arbeitgeber die Pflicht zum Abführen der Sozialversicherungsbeiträge auf Sie überträgt. Ist dies der Fall, sollten Sie sich mit dem zuständigen Sozialversicherungsträger in Verbindung setzen. Erster Ansprechpartner ist hier die Krankenkasse. Des Weiteren sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Zahlungsmodalitäten für den Ersatz des Arbeitgeberanteils der Sozialversicherungsbeiträge besprechen, wenn diese sich nicht bereits aus dem Arbeitsvertrag ergeben. Sollte es in diesem Zusammenhang weiteren Klärungsbedarf geben, könnten Sie mich natürlich gerne mit einer vertragsspezifischen Prüfung in Bezug auf Ihre steuerrechtlichen Pflichten beauftragen.

Zusammengefasst gelten für Sie als in Deutschland tätiger Arbeitnehmer steuerrechtlich keine größeren Besonderheiten, es sei denn, Sie müssen sich aus bereits dargestellten Gründen selbst um die Abführung der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsbeiträge kümmern. In diesem Fall ist es empfehlenswert, sich frühzeitig mit dem zuständigen Finanzamt und der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu versetzen. Bei etwaigem weiteren juristischen Klärungsbedarf in Bezug auf Ihren spezifischen Arbeitsvertrag und den Austausch mit den Behörden, können Sie mich natürlich gerne beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Da mein erstes Ziel immer die vorbehaltslose Mandantenzufriedenheit ist, würde ich mich über eine Bewertung mit fünf Sternen freuen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Pascal Gratieux, LL.M. (Köln/ Paris 1)
Rechtsanwalt
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