Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Instandhaltung nach Auzug

| 23.03.2010 22:33 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Hallo,

ich habe eine Frage zur Endrenovierung/Instandhaltung.

Ich wohne seit 3,5 Jahren in einer Mietwohnung, die ich fristgerecht gekündigt habe. In der Zeit habe ich keine Schönheitsreparaturen durchgeführt.

Der Vermieter will jetzt nach unserem Auszug Reparaturarbeiten durchführen (Elektrik, Heizkörper). Dies betrifft nun auch Tapeten und Wände.

Nach Rücksprache mit dem Vermieter bietet er mir an, eine Beteiligung von ca. 1000 Euro zu leisten und dafür muss ich keine Reparaturen durchzuführen.

Meine Frage nun:
Muss ich in diesem Fall überhaupt noch Schönheitsreparaturen durchführen? Wenn ja, muss ich die Reparaturen vor oder nach der Instandhaltung des Vermieters machen (nach dem Auszug)? Wenn nein, gibt es einen Paragraphen oder Urteil, den ich dem Vermieter vorlegen kann?

Es handelt sich um einen Formularvertrag von Bau-und Grund aus dem Jahre 2006 mit folgenden Formeln:

Auszüge aus dem Mietvertrag:
§9a Schönheitsreparaturen
1. Da die Kosten für die Durchführung der Schönheitsreparaturen nicht in die Miete einkalkuliert sind, ist der Mieter, nicht der Vermieter, verpflichtet, die während der Dauer des Mietverhältnisses anfallenden Schönheitsreparaturen, falls diese nach dem Abnutzungsgrad der Mieträume erforderlich sind, fachgerecht auszuführen.
b) Hierfür gelten im Allgemeinen folgende turnusmäßige Fristen: für Küche/Bäder/Duschen: 3 Jahre, für Wohn- und Schlafräume/Flure/Dielen/Toiletten: 5Jahre; für Fenster/Türen/Heizkörper in diesen Räumen: 6 Jahrefür übrige Nebenräume (inkl. Lakierarbeiten): 7 Jahre. Die Fristen beginnen unabhängig davon, ob die Wohnräume renoviert oder unrenoviert übergeben wurden, ab Beginn des Mietverhältnisses zu laufen. Sind Schönheitsreparaturen nach diesem Zeitpunkt vom Mieter fachgerecht durchgeführt worden, so beginnen die Fristen ab diesem Zeitpunkt neu zu laufen.
c)Zu den Schönheitsreparaturen gehören das Anstreichen und Tapezieren der Wände und Decken, die fachgerechte Pflege der Fußböden, das Streichen der Heizungsrohre und Heizkörper, der Innentüren, der Fenster und Aussentüren von Innen.

[...]
2c) Der Mieter istberechtigt, die Zahlungen der Abnutzugsentschädigung durch fachgerechte Vornahme der Arbeiten abzuwenden.
3) Lässt der Zustand der Wohnung eine Verlängerung der in Ziff. 1b) und Ziff 2b) vereinbarten Fristen zu oder erfordert der Grad der Abnutzung eine Verkürzung, so ist der Vermieter auf Anforderung durch den Mieter verpflichtet, im anderen Fall der Vermieter aber berechtigt, nach billigem Ermessen die Fristen des Planes bezüglich der Durchführung einzelner Schönheitsreparaturen zu verlängern oder zu verkürzen.

Zuzüglich existiert eine Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag:

Die Wohnung ist bei Beendigung des Mietverhältnisses frisch renoviert zurückzugeben (alle Wände, alle Decken, alle Türen frisch gestrichen/getüncht), bezüglich der lackanstriche wird auf §9a des Mietvertrages Bezug genommen.

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der Individualvereinbarung über die Endrenovierung, die Sie im Nachhinein geschlossen haben, sind Sie jedenfalls uns unabhängig von Zustand der Wohunung zur Endrenovierung im vereinbarten Maße verpflichtet.

Hier hat der Vermieter kein Interesse an der Endrenovierung, weil er ohnehin wohl Wände aufstemmen muss, um Arbeiten an den Leitungen vorzunehmen. Von daher stellt sich die Frage, ob Sie dann noch zur Endrenovierung verpflichtet sind, wenn der Vermieter objektiv kein Interesse an der Renovierung haben kann. Dies wird von der Rechtsprechung bejaht, so dass auch dann, wenn der Vermieter ohnehin vorhat, die Räume umzubauen oder Arbeiten daran vorzunehmen, der Mieter zur Renovierung verpflichtet bleibt. Möglich ist in diesem Fall aber, dass der Mieter nur einen Ausgleich in Geld schafft. Dies hat Ihnen Ihr Vermieter wohl angeboten. Maßgebend für die Höhe des Ausgleichs sind nicht die Kosten, die bei Beauftragung eines Fachmannes anfallen würden, sondern die, die der Mieter bei einer Eigenleistung aufgewendet hätte. Ob hier ein Betrag von 1000,- Euro anzusetzen ist, halte ich für fragwürdig. Ausgehend von einem Stundensatz von 10,- pro Stunde (wurde von der Rechtsprechung schon so angenommen) und den Materialkosten, die überwiegend in Malermaterial bestehen dürften, sollten 1000,- eher die Obergrenze von Kosten darstellen, die ein Mieter bei Eigenleistung aufzuwenden hätten. Sie sollten sich daher mit dem Vermieter in Verbindung setzen und Ihm die Berechnungsgrundlage, die von der Rechsprechung angenommen wird, erläutern und Ihm plausibel darlegen, welche Kosten Ihnen tatsächlich entstünden, wenn Sie die Renovierung selbst vornähmen. Allein in Höhe dieser Kosten könnte der Vermieter Sie in die Pflicht nehmen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Bei Unklarheiten fragen Sie nach.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Rückfrage vom Fragesteller 24.03.2010 | 13:48

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Eine Nachfrage hätte ich allerdings:

Wenn ich diese Reparaturen nun selbst ausführen will, muss ich dann die Instandhaltung des Vermieters erst abwarten, d. h. nach Auszug ( 1 Monat oder so) oder kann ich das schon vorher machen (zum Fristtermin), so dass ich eine renovierte Wohnung übergebe? (wäre wahrscheinlich nicht im Interesse des Vermieters :-))

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.03.2010 | 13:53

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie müssen freilich nicht warten. Sie müssen zum Ende des Mietvertrages eine Wohnung in dem Zustand zurücklassen, wie er vertraglich vereinbart ist, mehr nicht. Sie brauchen daher nicht darauf zu warten, dass der Vermieter seine Arbeiten beendet hat.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA

Bewertung des Fragestellers 24.03.2010 | 15:21

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?